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Kenner der Materie

Tolga Cigerci trifft auf seinen Ex-Klub aus Wolfsburg. Im dritten Anlauf möchte der Mittelfeldspieler den ersten Sieg holen.

Berlin –  Die Temperaturen auf dem Schenckendorffplatz liegen diese Woche wieder rund um den Gefrierpunkt. Mit Mütze, Schal und Handschuhen versuchen die Herthaner, sich vor der Kälte zu schützen. Für Beobachter ist es dann nicht immer ganz einfach, die eingemummten Spieler auf Anhieb zu erkennen. Tolga Cigerci fällt trotzdem auf. Der Mittelfeldspieler hat ein Stück Baumwolle oben an der Spitze seiner Mütze herausgeschnitten, seine schwarzen Haare blitzen zwischen dem blauen Stoff auf. "Das fühlt sich einfach besser, irgendwie gemütlicher an", sagt der 23-Jährige lachend. Regelmäßige Trainingszuschauer erkennen ihn aber auch aus einem anderen Grund. Mal links, mal rechts und mal zentral: Cigerci taucht in den Übungen und Spielen auf dem Schenckendorffplatz immer wieder auf unterschiedlichen Positionen auf.

Frust und Enttäuschung: In Stuttgart köpfte Cigerci den Ball kurz nach dem Seitenwechsel knapp drüber.

Diese Vielseitigkeit schätzt Pál Dárdai an seinem Schützling. In Stuttgart beorderte der Coach den Rechtsfuß ins linke Mittelfeld. Für Cigerci, der die Duelle gegen Augsburg und Bremen wegen eines kleinen Muskelfaserrisses verpasst hatte, war es das Startelfdebüt in diesem Jahr. Doch sein erstes Spiel 2016 verlief wenig zufriedenstellend für ihn und die Blau-Weißen. "Ich würde nicht sagen, dass wir total schlecht gespielt haben", sagt der Allrounder. "Wir hätten unsere Torchancen nutzen können, den einen oder anderen Fehler verhindern müssen. Aber Stuttgart hat es auch einfach gut gemacht." Zu lange möchte sich Cigerci mit der Pleite beim VfB nicht aufhalten. "Was bringt es noch, sich großartig darüber zu ärgern. Im Nachhinein können wir es nicht mehr ändern."

Besondere Erinnerungen an Wolfsburg

Den Blick haben der spielstarke Mittelfeldmann und seine Kollegen spätestens mit Wochenbeginn auf das Duell gegen den VfL Wolfsburg gerichtet. "Wir müssen es schaffen, viel Ballbesitz zu haben und den Gegner laufen zu lassen. Dann erspielen wir uns mehr Räume und Torchancen", sagt Cigerci, der dem Hinrundenspiel gegen den amtierenden Vizemeister und Pokalsieger trotz der 0:2-Niederlage etwas Positives abgewonnen hat. "Wir haben ordentlich gespielt, hatten unsere Chancen und waren mit den Wolfsburgern auf Augenhöhe. Wir hätten da mehr holen können", erinnert sich Herthas Nummer 17 an die Begegnung des fünften Spieltags, die noch aus einem anderen Grund eine besondere für ihn war: Gegen die Niedersachen feierte Cigerci sein Comeback, nachdem er sich zuvor monatelang mit einer Zehenverletzung herumgeplagt hatte.

Diesmal wollen die Herthaner das bessere Ende auf ihrer Seite haben. Es wäre nach drei Unentschieden und einer Niederlage der erste Bundesliga-Sieg 2016. "Wir werden alles daran setzen, die drei Punkte hier zu behalten", sagt Cigerci. Im dritten Anlauf wäre es sein erster Sieg gegen seinen alten Arbeitgeber, mit dem ihn auch nach einigen Jahren noch immer einiges verbindet: 2005 wechselte er in die Jugendabteilung der 'Wölfe', feierte fünf Jahre später als A-Jugendlicher sein Bundesliga-Debüt und errang in der gleichen Saison mit der Nachwuchsmannschaft der Grün-Weißen die deutsche Meisterschaft. "Irgendwie ist es jedes Mal schön, gegen den Verein zu spielen, bei dem du groß geworden bist", gesteht der Mittelfeldspieler.

(fw/City-Press)

Profis, 22.08.2016
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