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Bild: herthabsc

Dank des installierten Heizsystems kann auf den Kunstrasenplätzen des August Bier Platzes über das gesamte Jahr ohne witterungsbedingte Ausfälle gespielt und trainiert werden

Wer heute seine Blicke über die Kunstrasenplätze auf dem August-Bier-Platz schweifen läßt, der stellt mit einem zufriedenen Lächeln fest, hier besitzt der Nachwuchs optimale Trainingsbedingungen. Und wenn noch erklärt wird, daß einer davon, ein beheizbarer Kunstrasen ist, dann ist die Bewunderung groß. Dank des beheizten Kunstrasens kann übers Jahr ohne witterungsbedingte Ausfälle gespielt und trainiert werden. Damit besitzt der Nachwuchs einen Trainingsvorteil von gut acht Wochen. Die Kunstrasenplätze besitzen eine Spielberechtigung bis zur Oberliga und im Jugendbereich bis zur Bundesliga. Fertigstellung war im Herbst 2002.

Die Engländer, die sich von 1945 bis 1996 auf dem Areal des heutigen Olympiaparks ihr Hauptquartier eingerichtet hatten, benutzten das Gelände Bier-Platz als Reparaturstätte für Ihren Fuhrpark, auf einen Teil der Flächen hatten sie eine Radar-Station aufgebaut. Für den sportgerechten Umbau mussten in der Planungsphase viele Klippen überwinden werden. Bei der Realisierung wurde die denkmalgeschützte Stufenanlage  ebenso wieder hergestellt  wie auch die Sichtachse vom Jahn-Platz bis zur Waldbühne. Es wurden nicht nur alle sportfunktionellen Anforderungen  erfüllt und weiter entwickelt, sondern die technischen Neuerungen fügen sich harmonisch in die Gartendenkmalpflege ein. Jeder Platz  hat  die Maße 105 m x 68 m.

Innovatives Heizsystem

Das Heizsystem ist eine Neuentwicklung, deren gesamter Aufbau auf eine Optimierung der Wärmeverteilung abgestimmt worden ist. Um eine gleichmäßige Wärmeverteilung auf der gesamten Fläche zu gewährleisten, wurden insgesamt 42km Heizschlaufen verlegt. Die Steuerung der Wäremezufuhr erfolgt automatisch durch Messung der Außen- und Bodentemperatur. Die Programmierung der Anlage garantiert, dass der Kunstrasen frostfrei ist. Die erste Bewährungsprobe war der harte Winter 2002/2003. Optimale Eigenschaften weist der Kunstrasen auch bei übermäßigem Regen auf. Der Einbau eines Drainagensystems gewährleistet, dass die Abführung von Überschusswasser rasch erfolgt. Im Abstand von sechs Metern ist in Längsrichtung unter dem Kunstrasen jeweils eine Drainage eingebaut.

Das neue Kunstrasensystem wurde nach einjähriger Entwicklungszeit, unter dem Namen "HERTHA Kunstrasen Heizsystem" 2003 beim Patentamt eingetragen. Bereits im Winter 2000 wurde eine neue Kunstrasenfaser getestet. Die Profimannschaft von Hertha BSC testete im Hangar des Flughafens Tempelhof eine Neuentwicklung des Kunstrasens. Aufgrund der dort gemachten Trainingserfahrungen wurde die Faser weiterentwickelt. Herausgekommen ist ein Kunstrasen, der hervorragende gelenkschonende Eigenschaften hat. Entwickelt wurde die Kunststofffaser zusammen mit der Firma Polytan.

Ökologie im Vordergrund

Die 50mm lange Kunststofffaser ist mit Quarzsand verfüllt. Auf dem Quarzsand befindet sich eine Schicht feines Gummigranulat, das extra für diesen Kunstrasen entwickelt worden ist. Die Kunststofffasern werden in ein Gewebe eingetaftet. Die Rückseite des Kunstrasens ist zur Fixierung des Systems galvanisiert. Eine Besonderheit ist die Verwendung von Splitt in der elastischen Tragschicht, die mit Polyuretankleber gebunden und 35mm dick ist. Die hervorragende Eigenschaft des Kraftabbaus der Tragschicht bleibt somit erhalten. Der intensive Test des ersten Kunstrasen im Hangar führte letztendlich zu dem am August-Bier-Platz verlegten Kunstrasen.

Bei der Entwicklung des Kunstrasens wurde der Umweltschutz mit in den Vordergrund gerückt. Das Material der Kunststofffasern kann zur Herrstellung von Recyclingprodukten verwendet werden. Im Herstellungsprozess wird durch Erkalten der Fasern diese so verschlossen, dass keine Schadstoffe ausgetragen werden können. Auch das Heizsystem ist umweltfreundlich gehalten. Das verwendete Wasser-Glykol-Gemisch ist biologisch abbaubar und zugelassen für den Einsatz in Wasserschutzgebieten. Die Lebenserwartung des Kunstrasens liegt bei 10 bis 15 Jahren. Der Kunstrasenplatz muss nur bei hoher Außentemperatur und großer Trockenheit beregnet werden, um die Gleitfähigkeit zu verbessern. Die Beregnungsanlage wird voll automatisch gesteuert.

Gartendenkmal

Die gartendenkmalpflegerischen Belange bei der Gestaltung das August-Bier-Platzes wurden erfüllt und die Anlage hat zur Wiederherstellung des Gartendenkmals beigetragen. Die Sichtachse vom Sportforum zum Dorsetthouse wurde wiederhergestellt. Dazu beigetragen hat vor allem die Entwicklung einer Viermast-Flutlichtanlage. Das hat zur Großzügigkeit der gesamten Anlage beigetragen. Die im südlichen Bereich aufgestellte Netzanlage ist mobil und garantiert eine rasche Demontage. Das Gelände kann sich somit bei denkmalpflege Veranstaltungen ohne Zäune präsentieren und seinen Charakter herausstellen.

Mit dem HERTHA Kunstrasen Heizsystem ist eine Innovation entstanden die alle Anforderungen eines modernen Trainingsbetriebes voll erfüllt. Der Kunstrasen wurde in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Rainer Ernst, der Firma Rehau in Erlangen sowie der Firma Polytan im bayrischen Burgheim entwickelt und organisiert.

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