Bild: citypress

Damals war's: Augsburg gastiert zur Meisterfeier

Erinnert ihr euch noch an das Heimspiel gegen den FC Augsburg am 34. Spieltag der Saison 2010/11?

Berlin - In fast 125 Jahren Vereinsgeschichte erinnern sich Herthaner an eine Reihe von bemerkenswerten Spielen. Es war der angemessene und würdige Rahmen für die Mannschaft von Hertha BSC am letzten Spieltag der Zweitligasaison 2010/11. Nach dem Duell gegen den Tabellenzweiten FC Augsburg, das die Herthaner mit 2:1 (1:0) gewannen, wurde den Blau-Weißen um den damaligen Kapitän Andre Mijatovic die Meistertrophäe der Zweiten Liga - die sogenannte "Felge" - im heimischen Olympiastadion überreicht, das dank einer Zusatztribüne am Marathontor mit 77.116 Zuschauern restlos ausverkauft war. Niemals in der Geschichte der 2. Fußball-Bundesliga sahen mehr Zuschauer ein Spiel im Stadion.

Am kommenden Sonntag (09.04.17) sind die Augsburger erneut zu Gast im Olympiastadion. Die Vorzeichen sind diesmal andere: Beide Teams treffen nun in der Bundesliga aufeinander, genauer gesagt empfängt der Tabellensechste den Sechzehnten. Die Hertha-Profis bauen auf die Unterstützung ihrer Fans - Tickets gibt es in den Hertha BSC Fanshops (Geschäftsstelle, Hauptbahnhof Berlin, Europa-Center, Gropius Passagen, Stadionshop und Forum Steglitz) über die Servicehotline 030 300 928-0, im Tageskarten-Onlineshop sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Tolle Erinnerungen

Wir blicken nochmal zurück auf den 15. Mai 2011: Der Aufstieg war klar, nicht nur für Hertha, sondern auch für den Gegner aus Augsburg. Dafür gab es zum Abschluss der Saison den ganz großen Bahnhof im Berliner Olympiastadion. 77.116 (!) Zuschauer feierten gemeinsam mit den beiden Mannschaften eine Riesenparty. Die Herthaner gewannen gegen die Augsburger verdient mit 2:1 (1:0). Pierre-Michel Lasogga und Levan Kobiashvili trafen für Hertha, Stephan Hain war für Augsburg erfolgreich.

Auch für den jetzigen Cheftrainer war es ein besonderes Spiel, nämlich sein letztes. In diesem spielte er von Beginn an. Vor der Partie wurde der Ungar nach 14 Jahren Hertha noch einmal vom Stadion gefeiert und von seiner aktiven Karriere verabschiedet. Hätte es einen schöneres Spiel für den Abschied geben können? Wohl kaum!

Pál Dárdai beendete nach 14 Jahren seine aktive Profi-Karriere.

Wenig los zu Beginn

Die Anfangsphase lässt sich wohl am ehesten als Aufstiegskater bezeichnen. Beide Teams schoben sich den Ball meist im Mittelfeld zu, nach vorn entstand wenig Aufregendes. Das erste Raunen ging nach einer Viertelstunde durch das prall gefüllte Rund. Für Augsburg kam Daniel Brinkmann nach einem Freistoß zum Kopfball. Auf der Gegenseite kombinierte Hertha das erste Mal richtig gut. Am Ende legte Adrian Ramos den Ball auf Pál Dárdai ab, der aber in Rücklage übers Tor schoss.

Aber das Spiel wachte jetzt auf. Beide Teams erhöhten den Druck auf die Hintermannschaften, aber gute Torchancen waren weiterhin Mangelware im Spiel. Um zehn nach zwei ging die erste Laola durchs Stadion, ausgehend vom Augsburg-Block, hielt sie für immerhin drei Runden. Vor dem Pausenpfiff ging es aber hoch her. Nach 41 Minuten verließ Pál Dárdai unter Standing Ovations den Platz und machte sich auf die wohlverdiente Ehrenrunde. Und während er sich feiern ließ, geschah es. Ecke von Ronny, Gewühl im Strafraum, Hubnik köpfte den Ball an den Pfosten und Pierre-Michel Lasogga schob den Abpraller über die Linie. 1:0 für Hertha - der Pausenstand.

Überlegene Berliner nach der Halbzeit

Nach der Pause nahm Hertha das Zepter an sich. Die Mannschaft wollte sich augenscheinlich mit einem Sieg aus Liga zwei verabschieden. Raffael hatte in der 59. Minute die beste Chance. Aus 20 Metern fasste er sich ein Herz, zog mit links ab und brachte damit Simon Jentzsch ins Schwitzen. Aber wie aus dem Nichts kam Augsburg zurück ins Spiel. Brinkmann hebelte mit einem langen Ball die komplette Vierekette aus. Sinkiewicz nahm den Ball an und legte ihn so Stephan Hain vor, der mit Glück Maikel Aerts zum 1:1 nach einer Stunde überlupfte.

Kurz darauf hatte Ramos die große Gelegenheit zur Führung, als er nach einem Missverständnis in der Abwehr frei vor Jentzsch auftauchte, den Ball aber nicht mehr auf das Tor brachte. In der 73. Minute kam dann der große Auftritt von Rob Friend. Von Ebert geschickt, kämpfte er sich in den Sechzehner, bevor Gibril Sankoh ihn zu Fall brachte. Notbremse, Platzverweis für Sankoh und Elfmeter für Hertha. Levan Kobiashvili trat an und verwandelte eiskalt. 2:1 für die Herthaner. Die Party konnte endgültig losgehen.

Das ist das Ding - die "Felge" für den Zweitligameister Hertha BSC!

Zum Abschluss die Felge

Mitten in die Party hinein kam aber Augsburg noch mal nach vorn. Zwei Minuten vor Ende drang Michael Thurk in den Strafraum ein und traf den Pfosten. Nichtsdestotrotz gewannen die Herthaner zum Abschluss mit 2:1. Der 23. Saisonsieg - Zweitligarekord! Pünktlich nach 90 Minuten pfiff Bibiana Steinhaus die Partie ab.

Nach dem Schlusspfiff durften sich die Herthaner dann auf der Bühne im Mittelkreis versammeln und endlich die Trophäe in Empfang nehmen, auf die ganz Berlin ein Jahr lang gewartet hatte. Die Meisterfelge! Andre Mijatovic nahm sie um Punkt 15.30 Uhr entgegen, die passendste Zeit für jeden Bundesligaaufsteiger. Der Startschuss für eine lange, lange Feier in Berlin.

Historische Einordnung: 77.116 Zuschauer beim Spiel zwischen Hertha und dem FCA: Noch nie sahen so viele Zuschauer eine Partie in der 2. Fußball-Bundesliga. Diese Rekordmarke ist bis heute das bestbesuchte Zweitligaspiel der deutschen Fußballgeschichte. Eine tolle Kulisse haben sich die Hertha-Profis auch am kommenden Sonntag gegen den FC Augsburg verdient...

Intern, 07.04.2017
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