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Hertha BSC trauert um Hans-Jürgen Reißbach

Der langjährige Vorsitzende des Vereinsgerichtes starb vergangene Woche im Alter von 91 Jahren.

>Berlin - Hertha BSC trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden des Vereinsgerichtes, Hans-Jürgen Reißbach. Der Jurist, seit 1972 Mitglied des blau-weißen Fußball-Bundesligisten, starb bereits in der vergangenen Woche im Alter von 91 Jahren. Der Rechtsanwalt aus Zehlendorf, der bis vor zweieinhalb Jahren noch seine eigene Kanzlei in der Duisburger Straße in Charlottenburg führte, war Träger der Goldenen Ehrennadel von Hertha BSC.

Ursprünglich war Hans-Jürgen Reißbach schon in der Ära des ehemaligen Deutschlandhallen-Direktors Heinz Warnecke an verantwortlicher Stelle im Klub tätig. 1971/72 bildete er  -  gemeinsam mit Präsident Heinz Warnecke, Wilfried Tromp und Werner Falk - die Präsidiumsmannschaft, die als Nachfolger von Gerhard Bautz in schwierigen Zeiten die Geschicke des Klubs übernommen hatte. Unter anderem waren Warnecke, Reißbach und Co. dafür verantwortlich, dass Nationaltorwart Horst Wolter, Holger Brück und Gerhard Grau nach Berlin gelotst werden konnten, um die Mannschaft um Hans Weiner, Erich Beer, Lorenz Horr und Michael Sziedat weiter zu verstärken.

Hans-Jürgen Reißbach, ein markanter Charakter, streitbar, aber dennoch sachlich und scharfsinnig, war gerade in den letzten Jahrzehnten als Vorsitzender des Vereinsgerichtes, stets treibender Kopf des Gremiums, welches sich nicht nur um Dispute, sondern auch um große wie kleine Probleme der Mitglieder kümmerte. In der Satzungsänderungskommission wirkte er prägend mit. Bis zuletzt versäumte er trotz des hohen Alters kein Heimspiel, freute sich gerade noch über die Rückkehr seiner Herthaner auf die europäische Bühne. "Wenn Hertha ruft, sind wir da", sagte er gern zu Beginn der regelmäßigen Vereinsgerichtssitzungen und war froh, wenn er eher über Fußball diskutieren konnte, denn über Zwistigkeiten urteilen musste.

Hans-Jürgen Reißbach war ein Herthaner durch und durch - der Verein gedenkt seiner ehrenvoll und ist in dieser schweren Stunde an der Seite seiner Frau Judith, seiner gesamten Familie und seinen Freunden.

(PeB/City-Press)

Intern, 19.06.2017
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