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"Eine tolle Bühne für junge Spieler"

Zum Ende des ersten Trainingslagers sprach Manager Michael Preetz über die Herausforderungen der Kaderplanung, Herthas Chancen in der Bundesliga sowie die anstehende Dreifachbelastung.​

Berlin – Herthas Manager Michael Preetz war ganz nah dran, als die Herthaner in Bad Saarow eine Woche lang die ersten Grundlagen für die anstehende Saison schafften. Von der Seitenlinie des Trainingsplatzes  beobachtete er die Blau-Weißen vom 8. bis zum 13. Juli täglich, warf dabei sicherlich den einen oder anderen gründlichen Blick auf die drei neu verpflichteten Spieler. "Wir wollten die von uns gewünschten Transfers in diesem Jahr sehr schnell umsetzen, sodass die neuen Spieler früh die Abläufe innerhalb der Mannschaft kennenlernen", so der Manager. Zum Ende der ersten Vorbereitung stellte sich Preetz in einer Medienrunde den Fragen der Medienvertreter und sprach dabei unter anderem über die Herausforderungen der Kaderplanung, Herthas Chancen in der Bundesliga sowie die anstehende Dreifachbelastung.​

… die anstehende Spielzeit:

Es ist auf jeden Fall eine besondere Saison. Dass wir in Europa unterwegs waren, ist schon eine Weile her. Wir freuen uns sehr auf die kommende Saison, die Mannschaft hat knapp zwei Jahre dafür gearbeitet, international zu spielen und sich das über die vergangenen beiden Spielzeiten auch verdient. Dass es nicht einfach ist diese Herausforderung zu meistern, lässt sich anhand der Vergangenheit belegen. Die Belastungssteuerung wird sicher eine der größten Herausforderungen. Da gilt es sich gut vorzubereiten. Themen, die in der Öffentlichkeit nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, wie Ernährung oder das medizinische Programm, werden unter anderem eine wichtige Rolle spielen.

… die Belastungssteuerung:

Ganz allgemein gilt: Vereine, die es nicht gewohnt sind, mit dieser Doppel- oder Dreifachbelastung umzugehen, haben per se während einer Saison mehr Probleme als andere. Darum versuchen wir, die Abläufe zu optimieren und die Zeiträume zwischen den Spielen angenehm zu gestalten. Wir freuen uns auf die Herausforderung und wollen zeigen, dass man diese Belastung auch positiv gestalten kann. Als Ausbildungsverein suchen wir jede Gelegenheit, um die jungen Spieler einzusetzen. Wenn sie so weit sind, werden sie auch in der Europa League Spiele machen. Für die jungen Spieler ist es eine tolle Bühne, sich zu zeigen und sich schon früh weiterzuentwickeln. Aber es wird eine Belastungssteuerung und wenige Spieler geben, die drei Partien in einer Woche absolvieren.

…erste Zielsetzungen:

Clubs wie Schalke, Leverkusen, Wolfsburg oder Gladbach stehen in einer normalen Fußballwelt vor Hertha BSC. Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gekommen sind, waren wir vergangene Saison immer in der Lage, diese Topteams zu ärgern. Es bleibt das Ziel, in der Bundesliga und in der Europa League gut abzuschließen und immer eine gute Mannschaft auf dem Platz zu kriegen, die fit ist. Für Zielsetzungen ist es im Moment noch ziemlich früh, das wollen wir gemeinsam mit allen Spielern besprechen. Aber wir haben den Rückspiegel im Blick und wollen uns von den unteren Tabellenregionen fernhalten. Jedes weitere Jahr Bundesliga gibt uns die Möglichkeit, uns breiter aufzustellen und zusätzliche wirtschaftliche Kraft.

…die Transfers:

Wir konnten die von uns gewünschten Transfers in diesem Jahr sehr früh umsetzen. Es ist jetzt aber nicht der Maßstab für die kommenden Saisons, so früh wie möglich die Transfers abzuwickeln. Ein Nachteil ist es sicherlich nicht, dass die Spieler, wenn sie früh da sind, die Mannschaft und die Abläufe kennenlernen. So wie der Kader im Moment zusammengesetzt ist, werden wir die Vorbereitung bestreiten. Dann werden wir sehen, ob es auf der einen oder anderen Position noch Bedarf gibt. Was Abgänge angeht: Bei Genki Haraguchi ist die Situation in beide Richtungen offen. Ich erlebe ihn momentan deutlich aufgeräumter als in den meisten Phasen der vergangenen Saison. Ich denke, es hat gutgetan, die Verhandlungen erst einmal ruhen zu lassen und jetzt abzuwarten.

… den Abgang von John Anthony Brooks:

Im Fall von Brooks war es jetzt so, dass wir glauben, den richtigen Moment abgepasst zu haben, ihn zu verkaufen. Mit dem VfL Wolfsburg kam dann ein Verein, der den Spieler kaufen und zu dem Anthony auch wechseln wollte. Wir fühlen uns in dieser Personalie sehr wohl, da wir mit den Mitteln dieses Transfers Dinge abwickeln konnten, die sonst nicht möglich gewesen wären. Ohne den Verkauf von Brooks hätte Davie Selke nicht finanziert werden können, das ist völlig klar.

… Jonathan Klinsmann:

Von der medialen Welle ob der Klinsmann-Verpflichtung waren wir nicht wirklich überrascht. Dennoch glaube ich, dass es dem Jungen jetzt guttut, eine Weile in Ruhe gelassen zu werden. Er möchte sich im europäischen Fußball behaupten und hat den Wunsch, hier bei uns seine ersten Schritte zu gehen. Zunächst ist er ein Torwart der U23, der bei den Profis trainieren und Erfahrungen sammeln wird. Wir haben nach einem Torhüter für die zweite Mannschaft gesucht. Er musste sich entscheiden, ob er studiert oder ob er es doch im Profifußball probiert. Es ist jetzt ein erster Schritt für ihn, den wir ihm ermöglichen wollten, weil wir viel Potential in ihm sehen.

… das anstehende Jubiläum:

Wir freuen uns natürlich auf das Jubiläum am 25. Juli. 125 Jahre ist eine ganz schöne Strecke, das gilt es zu würdigen und zu feiern und das machen wir im Rahmen einer ganzen Woche. Aber wir werden nicht nur die Vergangenheit feiern, sondern auch einen Blick in die Zukunft wagen. Das, was wir beeinflussen können, ist nicht das, was hinter - sondern das, was vor uns liegt.

(HerthaBSC/CityPress)

Intern, 14.07.2017
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