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Kiek ma, wer da kommt: Eintracht Frankfurt

Am Sonntag (03.12.17) empfängt Hertha BSC im Berliner Olympiastadion Eintracht Frankfurt. Die Gegnervorschau wird präsentiert von Kapilendo.

 

Berlin – Für Hertha BSC ist Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren beinahe so etwas wie ein Lieblingsgegner geworden. Keine der vergangenen sechs Partien verloren die Blau-Weißen gegen die Hessen. Zu Hause gab es zuletzt zwei 2:0-Siege in Folge, dazu ein torloses Remis. "Es ist natürlich unser Ziel, diese Serie auszubauen", sagt Vedad Ibisevic. Der Kapitän, aktuell in überragender Form, könnte bei diesem Unterfangen eine wichtige Aufgabe einnehmen: Erstmals seit Oktober 2012 traf der Bosnier in drei Bundesliga-Spielen hintereinander. Außerdem ist der Angreifer mit vier Toren und drei Vorlagen Top-Scorer der Blau-Weißen. Auf welchen Gegner Ibisevic und Co. am Sonntag treffen, zeigt herthabsc.de.

Die sportliche Situation: Mit 19 Punkten rangiert Eintracht Frankfurt nach zwölf Partien auf dem neunten Tabellenplatz. Im Umfeld der Hessen, vergangene Saison Pokalfinalist in Berlin, träumen einige vom Europapokal. Doch das hören die Verantwortlichen der Eintracht nicht gerne. "Ich hoffe, dass alle begriffen haben, dass das, wovon einige sprechen, meilenweit weg ist", sagte Niko Kovac nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Dennoch ist die Qualität im breit aufgestellten Kader vorhanden. Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik: Mit nur 13 Gegentoren stellt der Traditionsverein die zweitbeste Defensive der Liga. Allerdings gelangen auch nur 14 eigene Treffer.

Schnittstellen: Auf Seiten der Frankfurter stehen gleich drei gebürtige Berliner! Zum einen wäre da Yanni Regäsel, der im Oktober 2015 unter Pál Dárdai in der Bundesliga-Elf debütierte. Das Herthaner Eigengewächs bestritt sechs Bundesliga-Partien für die Blau-Weißen, ehe er im Januar 2016 in die hessische Metropole wechselte. Seitdem Niko Kovac im März das Traineramt übernommen hat, kam der 21-Jährige – teils auch wegen Verletzungen – jedoch nicht mehr richtig zum Zug. Der Frankfurter Trainer ist ebenfalls ein guter Bekannter in Berlin. Wie sein Bruder Robert, Co-Trainer der Eintracht, ist der Fußballlehrer im Wedding geboren und aufgewachsen. Über Hertha Zehlendorf kam Kovac 1991 zu Hertha BSC, dort absolvierte er in fünf Jahren fast 150 Pflichtspiele für den Hauptstadtclub. Nach Stationen bei Bayer Leverkusen, dem Hamburger SV und Bayern München kehrte er 2003 nach Berlin zurück und lief in drei Jahren erneut 75 Mal für Hertha auf, ehe er seine aktive Karriere 2009 in Salzburg beendete. "Ich habe eine besondere Bindung zu der Stadt und dem Verein. Ich bin in Berlin geboren, Hertha hat mir 1991 die Chance gegeben, Zweitliga-Profi zu werden, zudem wohnen meine Schwiegereltern und viele Freunde dort", sagte Kovac einst über den Hauptstadtclub. Kovac Vorgesetzter, Sportvorstand Fredi Bobic, spielte zwischen 2003 bis 2005 für Berlin.   

Gesagt...

"Hertha ist eklig zu bespielen, stehen gut, laufen ganz viel, hauen auch mal dazwischen und funktionieren als Mannschaft. "

Kevin-Prince Boateng

Die Frankfurter im Fokus: Der dritte gebürtige Berliner genießt seit seinem Wechsel zu den Hessen zu Beginn der Saison eine besondere Aufmerksamkeit. Die Rede ist von Kevin-Prince Boateng, der seit seinem siebten Lebensjahr – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung – für Hertha BSC spielte. Mit 18 Jahren feierte er sein Profidebüt im August 2005. In zwei Spielzeiten bestritt er insgesamt 53 Partien für ‚seine‘ Hertha. Danach wanderte Boateng durch die europäischen Topligen und spielte u.a. für die Tottenham Hotspur, Borussia Dortmund, den AC Mailand, Schalke 04 und zuletzt für UD Las Palmas. "Meine Familie freut sich schon darauf, mich wieder zu sehen, auch wenn ich nur für eine Nacht in der Stadt bin", sagt Boateng, der einen ganz besonderen Plan für seine Rückkehr hat. "Hinfahren, drei Punkte holen, wieder nach Hause kommen."

Die bisherigen Duelle: Die Bilanz aus Sicht des Hauptstadtclubs ist vor dem 59. Bundesliga-Spiel beider Vereine sehr positiv. 27 Mal verließen die Blau-Weißen den Platz als Sieger, nur gegen den Hamburger SV gelang ihnen das häufiger (29 Mal). 16 Partien endeten unentschieden, 15 Mal verloren die Berliner. Ein weiterer schöner Wert: Gegen keinen anderen Bundesligisten schoss Hertha mehr Tore als gegen Frankfurt, nämlich 104.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Rückkehrer Boateng sieht seine Farben im Vorteil. "Wir haben mehr Qualität in unserem Kader", so der 30-Jährige, der aber auch weiß, dass die Aufgabe in seiner alten Heimat keine einfache wird. "Hertha ist auch eklig zu bespielen, stehen gut, laufen ganz viel, hauen auch mal dazwischen und funktionieren als Mannschaft. Mit Kalou, Ibisevic, Leckie und Selke haben sie Spieler, die eine Partie alleine entscheiden können", so der Rechtsfuß. Bobic hatte unter der Woche erklärt, dass er im Olympiastadion einen "Abnutzungskampf" erwartet.

(fw/City-Press)

Profis, 01.12.2017
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