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International unerfahren? Von wegen!

Hertha BSC startet am Donnerstag (14.09.17) das Abenteuer UEFA Europa League. Die Herausforderung ist groß, aber für einige Berliner nicht ganz neu.

Berlin – Mit drei Toren in drei Spielen ist Mathew Leckie aktuell nicht nur der treffsicherste Herthaner. Der Australier hat es auch geschafft, ein Gefühl in Worte zu fassen, das in diesen Tagen wohl bei allen, die es mit dem Hauptstadtclub halten, besonders ausgeprägt ist. "In der UEFA Europa League zu spielen, ist etwas Besonderes. Wir sind alle aufgeregt: die Spieler, der ganze Club", sagte der 26-Jährige voller Vorfreude vor dem ersten Gruppenspiel am Donnerstag (14.09.17, 21:05 Uhr) gegen Athletic Bilbao. Nach acht Jahren Abstinenz gehen die Blau-Weißen endlich wieder in der Gruppenphase dieses Wettbewerbs an den Start - mit dem Ziel ihre Farben würdig zu vertreten. "Wir wollen die Gruppenphase überstehen und eine Marke hinterlassen", sagt Leckie.

Dabei gehört der so formstarke Offensivspieler kurioserweise zu den Herthanern, die international bisher noch nicht im Einsatz waren. Deshalb brennt der Nationalspieler ganz besonders darauf, sich im europäischen Clubwettbewerb zu beweisen. "Wir wollen etwas reißen. Ein gutes Resultat im ersten Heimspiel könnte dabei helfen", sagt der Sommer-Neuzugang, der in der noch jungen Saison so aufspielt, als hätte es seine torlose Zeit in Ingolstadt nicht gegeben.

Doch Bilbao, zuletzt Stammgast im internationalen Wettbewerb, ist alles andere als einfach zu bespielen. Die Basken, die in Spanien sieben Punkte aus drei Spielen einfuhren, verfügen über große internationale Erfahrung. In dem Kader, den Trainer José Ángel Ziganda für die UEFA Europa League nominierte, tummeln sich Ausnahmespieler wie Raúl García und Aritz Aduriz. Insgesamt haben die Akteure des Traditionsclubs 700 Einsätze in europäischen Wettbewerben verbucht.

Kalou der erfahrenste Herthaner

Die Berliner, die im 25-köpfigen Aufgebot für den Europapokal stehen, kommen im Vergleich dazu immerhin auf 387 Einsätze, wenn man die Qualifikationsspiele im Vorjahr gegen Brøndby Kopenhagen - und die mit ihren Ex-Vereinen zusammenzählt. Am erfahrensten ist Salomon Kalou, der auf insgesamt 77 Europapokalspiele blicken kann und 2012 mit Chelsea London die Champions League gewann. "Die UEFA Europa League ist eine große Herausforderung für uns alle. Es wird einen ganz anderen Rhythmus unter der Woche geben, darauf müssen wir uns einstellen", sagt der Ivorer, der seinen Mitspielern sicher den einen oder anderen Tipp geben wird. Auch Valentin Stocker kennt sich mit der Dreifachbelastung aus. Mit seinem Ex-Club FC Basel spielte er dauerhaft auf internationalem Parkett. Der Schweizer steht bei 69 Einsätzen im Europapokal. Per Skjelbred blickt auf stolze 48 Partien. "Für solche Abende, solche Momente sind wir Fußballer geworden", so der Norweger.

 

Gesagt...

"Es ist immer schön, ein paar Spiele mehr unter der Woche zu haben und auf Reisen zu gehen. Das sind tolle Erlebnisse und Erfahrungen"

Vladimir Darida

Einigen winkt das Debüt in der Gruppenphase

Mit etwas Abstand folgt dann die osteuropäische Fraktion im Hertha-Kader. Vladimir Darida (34), Peter Pekarik (27) und Ondrej Duda (24) kennen ebenfalls den Vergleich mit internationalen Gegner nur zu gut. "Es ist immer schön, ein paar Spiele mehr unter der Woche zu haben und auf Reisen zu gehen. Das sind tolle Erlebnisse und Erfahrungen", sagt Darida. Dieser Aussage werden sicher auch die Neuzugänge Valentino Lazaro und Karim Rekik (jeweils 19 Einsätze), Kapitän Vedad Ibisevic (18), Rune Jarstein und Fabian Lustenberger (jeweils 16) zustimmen.

Komplettes Neuland ist die Dreifach-Belastung durch die Teilnahme am Europapokal für drei weitere Herthaner nicht. Alexander Esswein spielte sechsmal für den FC Augsburg in der UEFA Europa League, Thomas Kraft hütete im Vorjahr das Berliner Tor in Kopenhagen und absolvierte vier Champions League-Partien für Bayern München. Auch Mitchell Weiser spielte für den Rekordmeister dreimal in der Königsklasse und zweimal gegen die Dänen in der Quali. Die beiden Ausscheidungsduelle gegen Brøndby bestritten auch Niklas Stark, Marvin Plattenhardt, Genki Haraguchi und Sebastian Langkamp. "Ich freue mich, dass ich in meinem Alter jetzt noch einmal diese internationale Erfahrung sammeln werde. Es wird wichtig sein, dass wir mit unseren Kräften gut umgehen", sagt der 29-jährige Langkamp.

Über jede Einsatzminute im Kräftemessen mit der internationalen Konkurrenz freuen dürften sich neben Leckie auch Maximilian Mittelstädt und Jordan Torunarigha sowie die Youngster Arne Maier, Julius Kade und Schlussmann Jonathan Klinsmann. Davie Selke lief bisher nur für deutsche Jugendnationalmannschaften auf, ihm winkt in dieser Saison ebenfalls sein erster Einsatz auf internationaler Clubebene. Ein wenig gedulden muss sich der Neuzugang, der in der Vorwoche die ersten Schritte nach seiner Verletzung auf dem Trainingsplatz absolvierte, bis dahin allerdings noch.

Mathew Leckie trennen dagegen nur noch Stunden von seinem Debüt. Bei allen, die es in diesen Tagen mit dem Hauptstadtclub halten, werden sie hoffen, dass der Angreifer nicht nur die richtigen Worte nach seiner Premiere findet, sondern auch seinen Torriecher gegen Bilbao unter Beweis stellt.

(fw/City-Press)

Profis, 12.09.2017
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