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"Von Anfang an das Gefühl, dass es mit Hertha passt"

In seinem ersten Interview nach seiner Vertragsunterschrift in Berlin sprach Pascal Köpke über ein ungewöhnliches Gespräch mit Pál Dárdai, alte Bekannte und seine Vorfreude auf die Hauptstadt.

Berlin - An fußballerischer Erziehung hat es Pascal Köpke in jungen Jahren nie gefehlt. Schließlich ist der Vater des Neuzugangs niemand Geringeres als Andreas Köpke, langjähriger Weltklasse-Torwart, Europameister von 1996, aktueller Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft und zwischen 1984 bis 1986 selbst Blau-Weißer. "Wir haben früher im Garten schon oft zusammen gespielt. Es gab sicher schlechtere Sparrings-Partner als meinen Vater", sagte Köpke junior, seit Montag (11.06.18) nun auch ganz offiziell Herthas dritte Neuverpflichtung für die Saison 2018/19. Doch anders als sein Vater ist der 22-Jährige, der Thierry Henry als Vorbild bezeichnet, Angreifer mit Leib und Seele. Nach seiner Vertragsunterschrift hat herthabsc.de mit Köpke über ein ungewöhnliches Gespräch mit Pál Dárdai, alte Bekannte und seine Vorfreude auf die Hauptstadt gesprochen.

herthabsc.de: Pascal, herzlich willkommen bei Hertha BSC! Welche Gründe waren ausschlaggebend für deinen Wechsel nach Berlin?
Pascal Köpke: Vielen Dank! Ich war begeistert, wie Michael Preetz in unseren Gesprächen über mich geredet hat. Mit Pál Dárdai habe ich geskypet, weil er zu der Zeit in Ungarn war. Etwas ungewöhnlich, aber auch der Austausch mit dem Trainer war super. Ich kenne Berlin und die Rahmenbedingungen bei Hertha BSC ganz gut aus dem Jugendbereich, als ich hier häufiger mit dem 1. FC Nürnberg gespielt habe. Schon damals waren wir alle begeistert, wie gut Hertha aufgestellt war. Jetzt hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es mit dem Verein passen wird und ich hierhin wechseln möchte.

herthabsc.de: Mit Niklas Stark hast du in Nürnberg schon in der E-Jugend zusammengespielt. Der Abwehrspieler ist nur einer von vielen jungen Profis, auf die Hertha BSC vermehrt setzt. Inwiefern hat dich dieses Konzept der Blau-Weißen in deiner Entscheidung beeinflusst?
Köpke: Stimmt, Niklas kenne ich schon seit vielen Jahren. In den vergangenen Tagen haben wir häufiger Kontakt gehabt, auch sein Vater hat mir geschrieben. Wir freuen uns, dass wir jetzt wieder zusammenspielen! Marvin Plattenhardt kenne ich flüchtig aus Nürnberger Zeiten. Ich habe im Vorfeld aber auch mit Davie Selke gesprochen. Wir waren im vergangenen Jahr gemeinsam mit unseren Freundinnen im selben Hotel in Dubai und haben uns auf Anhieb super verstanden. Man sieht und hat in den Gesprächen gespürt, dass Hertha jungen Spielern eine Chance gibt!

herthabsc.de: Du bist Mittelstürmer, hast in den vergangenen beiden Jahren in der 2. Bundesliga 20 Tore geschossen und elf Treffer vorbereitet. Was müssen wir über den Spieler Pascal Köpke wissen?
Köpke: Ich bin ein anderer Spielertyp als Davie oder Vedad Ibisevic. Ich glaube, die Mischung in der Offensive passt. Ich finde es immer ein wenig unangenehm, über sich selbst zu sprechen. Was ich sicher sagen kann ist, dass ich ein mannschaftsdienlicher Spieler bin, der gerade auch defensiv immer für das Team ackert. Ich würde auch behaupten, dass ich weiß, wo das Tor steht, ohne dabei zu egoistisch zu sein. Alles in allem bin ich ein recht pflegeleichter Typ, der mit allen gut auskommt (grinst).

herthabsc.de: Die Verantwortlichen trauen dir den Sprung aus der Zweitklassigkeit in die höchste deutsche Spielklasse zu. In welchen Bereichen musst du dich in deinem Spiel noch steigern und mit welchen Erwartungen kommst du nach Berlin?
Köpke: Ich freue mich jetzt schon auf die neue Saison! Am Anfang wird es wichtig sein, das Team kennenzulernen und gut reinzukommen. Was in Aue war, ist Vergangenheit - ich darf mich nie ausruhen. Die Vorbereitung werde ich nutzen, um Gas zu geben und mich anzubieten. Ich möchte dem Trainerteam zeigen, dass ich Einsatzzeiten verdient habe. Und ich bin zuversichtlich, dass ich mich schnell in die Mannschaft integrieren werde.

Gesagt...

"Die Vorbereitung werde ich nutzen, um mich anzubieten. Ich möchte dem Trainerteam zeigen, dass ich Einsatzzeiten verdient habe."

Pascal Köpke

herthabsc.de: Deine neue Heimat Berlin ist eine aufregende und pulsierende Stadt, die nie schläft und stetig im Wandel ist. Welche Berührungspunkte hast du mit der Hauptstadt?
Köpke: Aue liegt nur gute zwei Autostunden entfernt von Berlin. In der Vergangenheit war ich öfter mal mit meiner Freundin für ein Wochenende hier, wenn wir freie Zeit hatten. Dann waren wir auch immer wieder mit Davie und Partnerin in Restaurants oder Cafés unterwegs. Uns gefällt die Stadt sehr gut, es gibt hier so viel zu entdecken und zu erleben. Meine Freundin studiert aktuell noch in Nürnberg. Wir wollen mal schauen, ob sie zum Wintersemester in Berlin weiterstudieren kann.

herthabsc.de: Du bist als Kleinkind in Frankreich aufgewachsen, bist zweisprachig unterwegs und nennst Basketball dein Hobby. Was müssen die Fans über dich wissen und wie verbringst du sonst noch deine Freizeit?
Köpke: Ich bin ein ruhiger Typ, der in seiner Freizeit gerne mit Freundin oder Freunden zum Kaffeetrinken in die Stadt geht. Ich bin niemand, der großartig 'Halli-Galli' macht. Ab und zu zocke ich auch mal PlayStation, aber bin jetzt auch keiner, der den ganzen Tag vor der Glotze verbringt. Ich wollte auch in Zukunft wieder mehr lesen. Ab und an muss ich mir anhören, dass ich das ein wenig vernachlässigt habe (lacht).

herthabsc.de: Du bringst einen berühmten Nachnamen mit – wie einige andere Herthaner. Inwiefern stört es dich, dass dein Vater omnipräsent ist? Oder empfindest du das anders?
Köpke: Ich musste mich von klein auf damit befassen und irgendwie auch damit zurechtkommen. In der Jugend bei Nürnberg gab es viele, die gesagt haben: "Du spielst doch nur hier, weil dein Vater Profi war!" Irgendwann habe ich auf Durchzug geschaltet, was das angeht. Ich lasse das nicht mehr an mich heran. Die Leute werden sowieso sagen, was sie wollen.

herthabsc.de: Dein Vater Andreas gewann 1996 die Europameisterschaft, nach einer langen Karriere arbeitet er seit 2004 als Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft. Ist dein Vater dein größter Fan oder Kritiker?
Köpke: Ganz so streng ist mein Vater nicht mit mir, da ist mein Opa auf jeden Fall strenger (lacht). Trotzdem weist er mich natürlich auf Dinge hin, die ihm auffallen. Aber ich bin ihm dankbar, denn er ist auf jeden Fall ein guter Ratgeber für mich!

herthabsc.de: Am 28. Juni beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Bis dahin sind es noch knapp zweieinhalb Wochen. Wie verbringst du deine restliche Freizeit?
Köpke: Ich bin die nächsten Tage mit einigen Spielern, die auch bei der Spielerberateragentur Rogon unter Vertrag stehen und mit einem Fitnesstrainer in Südtirol wandern. Das ist auch für mich eine gute Sache, um topfit in die Vorbereitung mit Hertha zu starten. Zumal es immer leichter fällt, von jemand anderem gepusht zu werden als sich alleine fit zu halten. Ansonsten freue ich mich einfach schon sehr darauf, im Olympiastadion auf dem Platz zu stehen!

(fw/City-Press)

Profis, 13.06.2018
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