Bild: citypress

"Endlich wieder das tun, was ich am meisten liebe"

Karim Rekik spricht über das anstehende Heimspiel gegen den Sport-Club Freiburg am Samstag (10.03.18), Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung und Unterstützung seiner Familie.

Berlin – Von Null auf 100 scheint so Karim Rekiks Ding zu sein, seitdem er bei Hertha BSC ist. Nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer drängte er auf Anhieb in die Startelf und spielte sich dort fest. Auch nach dreimonatiger Verletzungspause startete der Innenverteidiger nun wieder voll durch und verteidigte beim vergangenen Duell auf Schalke über die vollen 90 Minuten. "Karim hat gut gespielt, der Spielaufbau über ihn war sehr ordentlich", lobte Coach Pál Dárdai seinen Innenverteidiger-Rückkehrer. herthabsc.de hat mit dem 23-Jährigen gesprochen, über das anstehende Heimspiel gegen den Sport-Club Freiburg am Samstag (10.03.18), Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung und Unterstützung seiner Familie.

herthabsc.de: Karim, "Schwarzwald trifft Großstadtdschungel" lautet das Spieltagsmotto der anstehenden Partie. Fühlst du dich in Berlin manchmal auch wie im 'Dschungel'?
Rekik:
Ich war bisher nicht an allzu verrückten Orten hier in Berlin (lacht). Ich war einmal in einem Restaurant, das sah von außen sehr komisch aus – überall waren Graffiti gesprüht, es war dunkel. Als ich reinging, war ich total begeistert. Der Laden war super und das Essen richtig lecerk. Auf jeden Fall ist Berlin die spannendste Stadt, in der ich bisher gelebt habe. Es ist aufregend, hat schon etwas von Großstadtdschungel. Man ist hier viel anonymer als woanders, das mag ich sehr.

herthabsc.de: Nach zwei Duellen bei Topgegnern kommt mit Freiburg nun ein Team, das aktuell auf Augenhöhe mit euch ist. Inwiefern ist die Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel anders?
Rekik: Wir bereiten uns vor jedem Spiel gleich vor; ob gegen Freiburg oder gegen Schalke oder Bayern. Da gibt es keinen Unterschied, in jedem Spiel kannst du drei Punkte holen, in jedem Spiel gebe ich – oder geben wir – dafür alles. Klar ist: Wir müssen wieder Tore machen. Dafür haben genug Qualität im Kader. Das Problem, dass wir aktuell Schwierigkeiten haben, Tore zu machen, betrifft nicht nur die Jungs vorn, sondern uns alle – genauso wie auch die Stürmer defensiv arbeiten. Zur Not müssen wir vorn aushelfen, das versuche ich ja auch hin und wieder – zuletzt gegen Schalke blieb es leider beim Versuch (lacht).

GESAGT...

"Ich will jeden Tag spielen. Wenn ich das nicht kann, tut das weh."

Karim Rekik

herthabsc.de: In Gelsenkirchen hast du nach deiner dreimonatigen Verletzungspause direkt wieder von Beginn gespielt. Wie fühlst du dich jetzt?
Rekik: Es tut wirklich gut, wieder spielen zu können. Nach drei Monaten Pause wieder das zu tun, was man am meisten liebt. Im Spiel gegen Schalke habe ich mich gut gefühlt und genauso geht es mir jetzt auch. Ich habe keine Probleme mehr, bin 100-prozentig fit. Für mich war es eine mentale Sache, ich habe mich bereit gefühlt, total fokussiert. Nach 15 Minuten war ich wieder voll in der Partie und habe mein Spiel durchgezogen. Ich hätte auch gern schon gegen Bayern spielen, aber dazu war ich physisch noch nicht bereit.

herthabsc.de: Wie hast du deine Verletzungszeit überstanden?
Rekik: Ich bin lange genug im Geschäft. Ich weiß, wie es läuft und dass man auch mal so lange verletzungsbedingt ausfallen kann. Ich will jeden Tag spielen, wenn ich das nicht kann, tut das weh. Aber das ist Teil des Jobs, da muss man durch. Wenn es länger dauert, dauert es länger – man kann keine Wunderheilung erwarten.

herthabsc.de: Von wem hattest du Unterstützung währenddessen?
Rekik: Meine Familie lebt auch hier – meine Eltern und mein Bruder sind mitgekommen nach Berlin. Ich war nie alleine, habe von ihnen Support bekommen und auch am Team war ich nah dran. Mein Bruder Omar ist auch bei Hertha, er hat zuletzt ein Testspiel für die U17 bestritten. Er darf momentan noch nicht am Spielbetrieb für den Club teilnehmen. Es gibt noch Papierkram zu erledigen, da er erst 16 ist. Omar spielt Innenverteidiger oder auf der Sechs. Er wird seine eigene Karriere machen und seinen eigenen Weg gehen, deswegen wird meine Familie auch nicht immer so bei mir bleiben. Aber ich genieße es aktuell, sie um mich zu haben.

herthabsc.de: Jordan Torunarigha hat dich während deiner Pause mit richtig guten Leistungen vertreten. Wie gehst du nun mit dem Konkurrenzkampf um?
Rekik: Ich sehe mich selbst als die einzige Konkurrenz. Ich schaue nicht auf andere, sondern konzentriere mich nur auf mich. Ich weiß, was ich tue, ich glaube an meine Qualitäten und vertraue auf sie. Ich freue mich, dass Jordan gut gespielt hat. Jordan ist ein junger, sehr talentierter Spieler. Wenn ich sehe, dass er etwas besser machen kann, dann sage ich es ihm – wir sind ein Team.

(lb/City-Press)

Profis, 29.05.2018
Newsletter
Social
Werbung