Bild: citypress

Team Erfahrung: Kalou und Ibisevic

Vedad Ibisevic und Salomon Kalou sprechen im Trainingslager über die anstehende Dreifachbelastung.

Bad Saarow – Sie sind die Erfahrenen im Team, die 'alten Hasen'. Sie haben beide schon etliche Vorbereitungen und Trainingslager hinter sich. Und in all den Jahren einiges erlebt. Vielleicht verstehen sich Vedad Ibisevic und Salomon Kalou deshalb so gut. Auf sowie neben dem Platz harmoniert Herthas Offensivduo ganz ausgezeichnet. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungsschatzes sind die Angreifer begehrt bei den Medienvertretern. Die beiden Herthaner sprachen im Trainingslager über die bevorstehende Saison, die neue Kadersituation und ihre Karriere. Wir haben ihre Aussagen zusammengefasst.

Kalou und Ibisevic über…

… das Trainingslager:

Kalou: Ich starte dieses Jahr in meine 14. Profisaison. Ich fühle mich frisch, hatte einen guten Urlaub und bin voll motiviert. Wir haben einen Trainingsplan mit in den Urlaub bekommen. Ich selbst habe viel Waterjogging gemacht, das hilft den Muskeln zu entspannen.  Momentan schlafe ich sehr viel. Nach dem morgendlichen Training esse ich und mache ein Nickerchen. Ungefähr zwei Stunden. Nachts dann nochmal sechs Stunden, also insgesamt acht Stunden am Tag. Die Woche war schon wirklich herausfordernd. Ich dachte, letztes Jahr wäre schon hart gewesen, doch dieses Mal war es noch härter. Es fühlt sich so an, als wären wir schon drei Wochen hier (lacht). Natürlich wird Henrik Kuchno auch noch ein paar Übungen in Berlin für uns haben, aber nach dem Trainingslager werden diese für uns einfacher sein.

Ibisevic: Das Trainingslager ist gut gelaufen, fast alle haben alles mitgemacht. Bitter ist natürlich, dass sich Jordan verletzt hat – wir hoffen alle, dass er schnell wieder fit wird. Von der Intensität her war es etwa so wie in den Vorjahren – vielleicht nach der letzten Konditionseinheit etwas härter. Aber das ist gut so, denn wir werden das in dieser Saison brauchen. Jetzt freue ich mich auf einen freien Tag und dann wieder auf unser Gelände. Dort werden wir endlich auch wieder mehr mit dem Ball machen. (lacht).

… die bevorstehende Saison mit der Dreifachbelastung:

Ibisevic: Ich denke, es wird eine schwierige Saison. In Stuttgart habe ich gemerkt, wie schwierig so eine Dreifachbelastung sein kann. Man muss erst seinen Rhythmus finden. Aber wir müssen auch mit Freude an die Sache rangehen. Es war unser Ziel, international zu spielen – und das wollen wir genießen. Wir sind diejenigen, die bestimmen, was wir daraus machen. Wir haben kaum Erfahrung und müssen erst lernen mit der Situation umzugehen. In solch einer Phase ist der gesamte Verein gefragt, nicht nur die Spieler, die schon international gespielt haben. Ich werde natürlich versuchen, mit meiner Erfahrung alles in meiner Macht Stehende einzubringen.

Kalou: Die tägliche Routine ist eine andere, wenn man in der Europa League spielt. Man hat kürzere Abstände zwischen den Spielen, also weniger Zeit sich zu erholen. Ich habe es bisher vermisst, international zu spielen. Dieses Ziel habe ich jetzt mit Hertha erreicht.

… den Kader:

Ibisevic: Was den Kader angeht, sind wir soweit gut aufgestellt. Jetzt wird es darum gehen, die neuen Jungs mit ins Boot zu nehmen. Natürlich brauchen sie Eingewöhnungszeit, aber das sind alles Jungs, die sich in Deutschland ganz gut auskennen. Ich denke, es ist kein einfacher Job, den Kader zusammenstellen zu müssen. Aber jeder der uns sofort helfen kann, ist eine Bereicherung. Wie gesagt: die Saison ist lang.

Kalou: Dieses Jahr haben wir einige neue Spieler, fast jede Position ist doppelt besetzt. Mathew Leckie kann verschiedene Positionen spielen, Davie Selke in der Spitze. Mich motiviert der Konkurrenzkampf. Ich denke, das macht einen nur besser.

... die dadurch entstehende Kampf um die Stammplätze:

Ibisevic: Sicherlich haben wir mit Salomon, Davie, Julian und mir vier Neuner im Team, die alle spielen wollen. Im Endeffekt wird es aber auf das System ankommen. Dann kann es auch sein, dass zwei oder mehr von uns auf dem Platz stehen. Ich vergleiche das oft mit zwei Innenverteidigern. Wenn die sich nicht verstehen, dann klappt die Abstimmung nicht. Und ich denke im Sturmzentrum ist es genauso. Eine Frage der Chemie also.

Kalou: Wir haben sehr viele verschiedene Spieler im Team. Vedad und ich verstehen uns gut, haben uns gemeinsam verbessert. Das Zusammenspiel mit ihm gefällt mir. Ich denke, wir können verschiedene Spielsysteme spielen. Ich kann auch auf der Zehn spielen, das habe ich schon öfters gemacht.

… Davie Selke:

Ibisevic: Davie Selke muss erzogen werden wollen (lacht). Als ich ein junger Spieler war, habe ich immer zu den älteren Spielern aufgeschaut. Ich war nicht immer glücklich, aber ich war immer sehr brav und habe auf meine Chance gewartet. Man muss manchmal einfach das Geschäft akzeptieren. Dass ein junger Spieler beim Tore tragen helfen muss, gehört da dann eben auch dazu. Ich bin in meiner Karriere oft auf talentierte Spieler gestoßen, die nicht bereit waren zu lernen und deswegen nichts aus ihrem Talent gemacht haben. Ich werde auf jeden Fall alles dafür tun, dass Davie gut zurechtkommt und sich wohl fühlt. Das wird uns allen zugutekommen. Er ist ein großes Talent und hat viel Potential.

… ihre Karriere:

Kalou: Ich fühle mich wohl als alter Spieler, denn ich trage viel Verantwortung. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Wir versuchen den Jungen zu helfen. Es ist immer gut, eine Balance zwischen jungen talentierten und erfahrenen Spielern zu haben. Jeder ist verschieden, jede Saison ist verschieden. Diese Saison spielen wir in drei Wettbewerben, da werden sicherlich auch die jungen Spieler ihre Chance bekommen.

Ibisevic: Ich bin mit meiner bisherigen Karriere sehr zufrieden. Es war nicht immer ein einfacher Weg, aber ich bin einer, der ungern zurückschaut oder sich beklagt. Ich bin glücklich und will die Jahre genießen, die noch vor mir stehen. Denn manchmal habe ich das Gefühl, genau das in den vergangenen Jahren ein Stück weit vergessen zu haben. Das war sicherlich ein Reifeprozess. Auch menschlich muss man erst das ein oder andere erleben, um zu verstehen, was es eigentlich bedeutet. Die Zeit die einem bleibt ist kostbar. Im Fußball weiß man nie, wann es vorbei sein wird

(HerthaBSC/City-Press)

Profis, 13.07.2017
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