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Auf dem Weg zur Normalität

Beim Debüt von Bibiana Steinhaus reicht es trotz des 100. Tor unter Dárdai nur zu einem Punkt gegen Bremen.

Berlin - Im Rückblick auf ein Bundesliga-Spiel bleibt in der Regel das Ergebnis in Erinnerung. Meistens ist mit dem Abstand von ein paar Tagen auch nicht mehr entscheidend, wie das Resultat zu Stande gekommen ist. Nach der - unterm Strich gerechten - Punkteteilung der Herthaner am Sonntagnachmittag (10.09.17) gegen Werder Bremen waren die Blau-Weißen mit dem Spiel alles andere als zufrieden, wollten das Ergebnis, wie Sebastian Langkamp, jedoch nicht zu schwer gewichten: "Unser Selbstverständnis und die Raumaufteilung waren nicht optimal. Alles in allem hatten wir nicht die beste Tagesform, aber das ist kein Grund, ein Fass aufzumachen."

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Rubrik 10.09.2017
Hertha BSC - Werder Bremen

Traut man den Expertenmeinungen, gibt es auch mal 'Unentschieden der besseren Sorte'. Das Highlight in einer eher überschaubaren ersten Hälfte war der Führungstreffer der Herthaner. Es war erneut Neuzugang Mathew Leckie, der eine Vorteilssituation gedankenschnell nutzte und aus halbrechter Position trotz spitzem Winkel sein drittes Saisontor markierte. Damit ist der Australier nicht nur Herthas bester Torschütze, er erzielte zudem den 100. Bundesliga-Treffer in der Ägide Pál Dárdai. Dass dieses Jubiläum in einer deutlich besseren zweite Hälfte nicht auch mit drei Punkten garniert wurde, lag zum einen an Bremes Thomas Delaney, der mehr oder weniger "aus dem Nichts" - wie es nicht nur Coach Dárdai empfand - den Ausgleich markierte (59.), sondern auch an dem fehlenden Abschlussglück in der Offensive: Langkamp, Stocker, Ibisevic und Kalou ließen teils große Chancen ungenutzt. Dank Rune Almenning Jarstein, der vor allem gegen Fin Bartels herausragend parierte, blieb es zumindest bei einem Punkt. Und einem eher gewöhnlichen Remis.

Das nächste Spiel vor der Brust

Ein Umstand hebt die Partie dennoch von anderen ab: Mit Bibiana Steinhaus pfiff erstmals eine Frau ein Spiel in Deutschlands höchster Spielklasse. Und meisterte diese Aufgabe trotz der überbordenden öffentlichen Aufmerksamkeit gewohnt souverän: "Ich bin erleichtert, dass es rum ist und freue mich, dass ab morgen die Normalität wieder einkehrt", bilanzierte die Schiedsrichterin nach dem Spiel. "Ich habe diese Partie mit meinem Team genießen können. Für unser Schiedsrichterteam ist es entscheidend, dass wir nach 90 Minuten nicht im Mittelpunkt stehen. Das ist uns gelungen." Eine einfache, wie treffende Bewertung. Und insgesamt ein Schritt hin zur Normalität. Für Sebastian Langkamp wurde es "auch langsam Zeit, dass eine Frau in der Bundesliga pfeift." Und Herthas Kapitän Ibisevic fügt hinzu: "Ich denke, dass sie sehr gut gepfiffen hat. Ich hätte nichts dagegen, wenn noch mehr Frauen in der Bundesliga pfeifen würden."

Die sportlichen Aspekte werden vor dem Hintergrund einer kurzen Woche in jedem Fall nicht lange im Fokus bleiben. Bereits zur Wochenmitte wartet ein besonderes Highlight auf Hertha BSC: Nach acht Jahren Abstinenz wartet am Donnerstag (14.09.17) die Rückkehr aufs europäische Parkett. Um 21:05 Uhr tritt das spanische Topteam Athletic Bilbao zu Beginn der Gruppenphase der UEFA Europa League im Olympiastadion an. "Ab sofort legen wir unseren Fokus auf das Europapokla-Spiel. Wir sind alle aufgeregt: Die Spieler, der ganze Club. In der Europa League zu spielen, ist etwas Besonderes. Wir wollen nicht nur einfach teilnehmen, wir wollen die Gruppenphase überstehen und eine Marke hinterlassen", fiebert Herthas aktuell beste Torschütze Leckie dem internationalen Auftakt entgegen.

Profis, 11.09.2017
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