Bild: citypress

Deprimierendes Déjà-vu

Der Ball will nicht über die Linie - so herrscht allenthalben Unzufriedenheit nach dem 0:0 gegen Freiburg.

Berlin - Nach Abpfiff herrschte Enttäuschung. Torlos endete die Partie der Herthaner am Samstagnachmittag (10.03.18) gegen den Sport-Club Freiburg. Torlos, obwohl sich insbesondere in einer lebhaften ersten Hälfte gleich eine ganze Reihe an guter Gelegenheiten boten, um die Partie in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch am Ende gelang wie schon in den Spielen zuvor nicht der ersehnte Führungstreffer. "Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, stehen jetzt aber wieder nur mit einem Punkt da. Ich habe das Gefühl, dass ich jede Woche das gleiche erzähle", hatte auch Davie Selke nach der Begegnung ein Déjà-vu und resümierte weiter: "Wenn wir uns schon so klare Möglichkeiten herausspielen, müssen wir auch die Tore machen. Das haben wir nicht geschafft und deshalb haben wir jetzt nur einen Punkt."

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Rubrik 10.03.2018
Hertha BSC - SC Freiburg

Von Beginn an suchten die Herthaner den Weg nach vorne. Freiburg sah gegen die sichere Defensive keinen Stich - zwischezeitlich wies die Statistik etwa 60 Prozent Ballbesitz für die Herthaner bei einem Torschussverhältnis von 9:0 auf. Herthas Keeper Rune Jarstein verlebte einen durchaus ruhigen Nachmittag zwischen den Pfosten: "Defensiv haben wir ein sehr ordentliches Spiel gemacht, ich hatte nichts zu tun. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei große Chancen. Leider haben wir kein Tor gemacht." Mitchell Weiser und Vedad Ibisevic, die beide für das Duell mit dem Sport-Club in die Startformation zurückgekehrt waren, hatten die besten Chancen. Weiser zielte einmal zu zentral und verfehlte den Kasten kurz darauf nur um Zentimeter, Ibisevic bekam die Vorarbeit durch Valentino Lazaro aus Nahdistanz nicht mehr auf das Freiburger Tor.

Keine Tore. Vorne wie hinten.


Die Herthaner stellen in der Rückrunde die beste Defensive der Bundesliga - erst sechsmal wurde die Berliner Defensive überwunden. "Die Mannschaft hat sich im Vergleich zur Hinrunde deutlich weiterentwickelt, wenn man sich die defensive Stabilität und das Verhalten in Drucksituationen anschaut", sieht Trainer Pál Dárdai Positives. Momentan hapert es im Angriff. "120 Journalisten haben schon danach gefragt, 120 Trainer haben schon versucht das zu beantworten, wodurch es manchmal vor dem Tor nicht klappt. Das ist leider im Fußball manchmal so. Und das wird auch vorbei gehen. Wir werden wieder treffen." Das Team habe es immer wieder probiert. Wenn das Erfolgserlebnis ausbleibt, fühle sich so ein Punkt verständlicherweise nicht nach einem Erfolg an, so der Trainer. Kurz nach der Pause fehlte Ibisevic ein zweites Mal das Abschlussglück, ebenso wie Lazaro etwas später.

"Wir hätten diese Partie gewinnen müssen. Phasenweise haben wir sehr gut gespielt und gute Chancen kreiert. Leider sind wir aktuell in einer unglücklichen Situation – die Tore fallen nicht. Ich bin überzeugt davon, dass das wieder klappt, wenn wir weiterhin hart daran arbeiten", ist der Arbeitsauftrag mit den Worten Karim Rekiks für die nächsten Einheiten klar. Aufgrund des sehr intensiven Anlaufverhaltens ließ die Kraft mit zunehmender Spielzeit gegen einen tief stehenden Gegner nach. Mit Davie Selke, Ondrej Duda und Vladimir Darida setzte Pál Dárdai auch noch von außen Akzente, doch der Ball wollte nicht über die Linie. "Natürlich sind die Fans unzufrieden darüber, dass wir wieder nicht getroffen und nicht gewonnen haben. Sie wollen den Sieg genauso sehr wie wir selbst. Die kommenden Spiele werden sehr wichtig für uns, wir müssen 100 Prozent geben, um zu gewinnen", so Rekik. Am kommenden Wochenende geht es zum HSV. Kehrt dort das Abschlussglück zurück, wird es endlich auch wieder etwas anderes nach dem Spiel zu erzählen geben.

(war/City-Press)

Profis, 29.05.2018
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