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Eine große Erleichterung



Hertha BSC hat gegen den 1. FC Köln den ersten Heimsieg seit 122 Tagen eingefahren. Das 1.000 Bundesliga-Heimtor gelang Davie Selke.

Berlin - Als Schiedsrichter Sören Storks die Partie zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln am Samstag (14.04.18) um 17:22 abpfiff, war vor allem ein Gefühl im weiten Rund spürbar: Erleichterung. Pál Dárdai atmete tief durch, die Fans auf den Rängen klatschten glücklich ab und die Mannschaft genoss die Feierlichkeiten in der Ostkurve ausgiebig. Verständlicherweise, immerhin mussten die Blau-Weißen auf diesen Moment lange warten: 122 Tage lagen zwischen dem Triumph gegen Hannover 96 im Dezember und dem jetzigen Erfolg - dem ersten Heimsieg 2018. "Vor der Partie stand für beide Mannschaften viel auf dem Spiel. Wir hatten im Olympiastadion eine kleine Blockade. Ich hoffe, die ist jetzt gelöst. Wir sind sehr zufrieden", bewertete Coach Dárdai die Partie am 30. Spieltag in einer ersten Reaktion.

Welch großer Druck bei den Berlinern nach dem neunten Saisonsieg - dem fünften vor eigenem Publikum - abgefallen ist, war vor allem bei Davie Selke zu sehen. Dem Mann, der mit seinem Doppelpack die Begegnung innerhalb von wenigen Minuten zugunsten der Gastgeber drehte (49., 52.). "Wir konnten den Fans endlich den ersten Heimsieg dieses Jahres schenken, auch wenn der jetzt recht spät kam", sagte der Angreifer, der vor lauter Glücksgefühlen sogar seinen obligatorischen Jubelgruß vergaß. "Zu dem Zeitpunkt hatte ich etwas anderes im Kopf. Mein erstes Tor war ein Befreiungsschlag. Ich bin Stürmer, ich will Tore machen und der Mannschaft helfen", so die Nummer 27 weiter. Während Selkes sechstes Saisontor für ihn nach zehn torlosen Partien persönlich sehr wichtig war, trug er sich mit seinem siebten Streich in die Geschichtsbücher von Hertha BSC ein. Der 23-Jährige ist nun derjenige, der das 1.000 Bundesliga-Heimtor für den Hauptstadtclub markierte. "Ich habe es gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass ich das mit meinem zweiter Treffer gemacht habe. Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt an einem gelungenen Nachmittag", freute sich der Stürmer, den Dárdai dieses Mal gemeinsam mit Vedad Ibisevic mit Anpfiff in die Doppelspitze berufen hatte.

Gesagt...

"Es war zunächst schwierig für uns, einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber der Trainer hat uns in der Halbzeit gut eingestellt."

Valentino Lazaro

Kühlen Kopf bewahrt

Weder dem Kapitän, noch einem seiner Kollegen war es im ersten Durchgang gelungen, die optische Überlegenheit in etwas Zählbares umzumünzen. "Wir haben schon in der ersten Halbzeit gut gespielt, Möglichkeiten gehabt, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie", analysierte Marvin Plattenhardt, der später beide Selke-Treffer auflegen sollte. Stattdessen trafen die Kölner nach einem Stellungsfehler der Berliner Hintermannschaft durch Bittencourt (29.). "Wir hatten früh die Chancen, das eine oder andere Tor zu schießen. Stattdessen sind wir dann durch einen Fehler in Rückstand geraten. Das darf nicht passieren", monierte Dárdai. Doch der Fußballlehrer baute seine Schützlinge wieder auf - und wählte in der Pause die richtigen Worte. "Es war zunächst schwierig für uns, einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber der Trainer hat uns in der Halbzeit gut eingestellt. Wir sind mit viel Schwung aus der Kabine gekommen und haben unsere ersten beiden Möglichkeiten genutzt", sagte der erneut auffällige Valentino Lazaro. Einen kleinen Kritikpunkt fand Dárdai allerdings doch noch. "Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, sind in viele Eins-gegen-Eins-Duelle gekommen. Von diesen hätten wir mehr machen müssen", sagte der Coach und wird dabei an die Szenen des eingewechselten Julian Schiebers (79.) und Davie Selkes (86.) gedacht haben.

Da die Herthaner defensiv sicher standen - und nur noch einmal beim Lupfer von Cordoba neben das Tor zittern mussten (87.) - dürfte der Ungar darüber jedoch gerne hinwegsehen. Der Mannschaft schenkte er zumindest einen freien Sonntag, ehe die Hauptstädter die Vorbereitung auf das Kräftemessen bei der Eintracht aus Frankfurt (21.04.18) am Dienstag (15:00 Uhr) aufnehmen. "Jetzt sind es noch vier Spiele – aktuell stehen wir als Neunter so ein bisschen im Niemandsland der Tabelle. Wir wollen jetzt einfach noch so viele Punkte wie möglich holen", sagte Plattenhardt. Auch zu Hause, denn auf den nächsten 'Dreier' im Olympiastadion möchte kein Herthaner wieder so lange warten müssen.

(fw/City-Press)

Profis, 15.04.2018
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