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"Wir steigern die Belastung gezielt"

Davie Selke spricht bei herthabsc.de über seine Rückkehr auf den Platz, das Leben in Berlin und das Duell mit Ex-Verein Werder Bremen am Sonntag (10.09.17).

Berlin – Beinahe schon etwas wehmütig schaute Davie Selke an diesem Tag durch das Olympiastadion, grüßte die Fans und winkte ihnen zu. Es war der 1. Bundesliga-Spieltag der Saison 2017/18 Mitte August. Im Spiel zwischen Hertha BSC und dem VfB Stuttgart stand es zur Halbzeit 0:0. Statt sich in der Kabine auf die zweite Hälfte vorzubereiten, war der Sommer-Neuzugang wegen seiner Verletzung gezwungen, zuzuschauen. Statt den Worten von Pál Dárdai zuzuhören, gab er Interviews. Entschlossen betonte er, dass er alles dafür geben werde, schnell wieder fit zu werden. Um auf den Platz zurückzukehren, um Tore zu schießen und um der Mannschaft zu helfen. Auch wenn der 22-Jährige lieber selbst mitgeholfen hätte, den Auftaktsieg einzutüten, freute er sich dennoch über das verdiente 2:0 seiner Kollegen. Fast drei Wochen später ist der Angreifer seinem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen. "Ich bin auf einem guten Weg", sagt der Herthaner, der im Sommer mit der deutschen U21 den EM-Titel gewann.

Im Gespräch mit herthabsc.de spricht Selke über sein geplantes Comeback, das Leben in Berlin und das Duell mit seinem Ex-Verein Werder Bremen am Sonntag (10.09.17).

herthabsc.de: Davie, wie gut warst du in der Schule eigentlich in Geschichte?
Selke: Ich bin immer zwischen einer 2 und 3 gependelt. Geschichte war eigentlich immer ein Fach, das ich sehr gemocht habe. Die Themen, die Inhalte, das waren immer Dinge, die mich sehr interessiert haben. Wieso?    

herthabsc.de: Das Heimspiel von Hertha BSC gegen Werder Bremen steigt unter dem Motto: ‚Historische Momente: Am Sonntag geht’s los!‘. Mit welchen Gefühlen schaust du auf die Partie zwischen deinem ehemaligen und deinem aktuellen Verein?
Selke: Mein Ex-Club bedeutet mich schon noch viel. Werder ist ein toller, sehr familiärer Verein, der vom Support seiner Fans und der Stadt lebt. Ich habe die Zeit dort sehr genossen, habe dort meine ersten Bundesliga-Spiele gemacht, das erste Mal getroffen. Der Kontakt zu den Leuten in Bremen ist nie ganz abgerissen. Aber ich bin jetzt Herthaner und ich möchte vor allem gewinnen – und das mit meinem neuen Verein. Unser Club ist sehr heimstark. Wenn wir unsere Leistung abrufen, werden die Punkte in Berlin bleiben.

Gesagt...

"Innerhalb der Mannschaft herrscht eine gute Chemie, die Mischung passt."

Davie Selke

herthabsc.de: Du selbst wirst die Partie verpassen, weil du mit einem Knochenmarködem seit Anfang Juli ausfällst. Wann sehen wir dich wieder auf dem Rasen?
Selke: Aktuell bin ich noch häufiger im Rehazentrum DaVinci, etwas seltener in der Kabine. Aber gegen Ende der Woche werde ich, wenn alles glatt läuft, noch näher an die Mannschaft heranrücken und mein Aufbautraining auf dem Platz starten. Die Verletzung war hartnäckig. Aber Stand jetzt bin ich auf einem sehr guten Weg und habe keine Probleme mehr. Ich habe ein gutes Gefühl. Jetzt werden wir die Belastung langsam, aber gezielt steigern. Natürlich ist es mein Ziel, so schnell wie möglich wieder ins Mannschaftstraining zu kommen.

herthabsc.de: Wie ist es denn um deine Geduld bestellt?
Selke: Ich bin absolut kein geduldiger Mensch (lacht). Geduld würde ich nicht als eine meiner Stärken bezeichnen. Für mich war das Timing der Verletzung besonders ärgerlich. Ich bin neu im Verein, wollte direkt von Anfang an zeigen, was ich drauf habe. Umso ärgerlicher war und ist es für mich zuzuschauen. Ich mag auch die Stadionbesuche als verletzter Spieler nicht so gerne. Dieses Gefühl, nicht eingreifen zu können. Ich bin dann auch viel nervöser, als wenn ich selbst spielen würde.

herthabsc.de: Seit Anfang Juni stand dein Wechsel zum Hauptstadtclub fest, seit dem 1. Juli bist du Herthaner. Wie gut hast du dich nach zwei Monaten an dein neues Umfeld gewöhnt?
Selke: Ich fühle mich bei Hertha sehr wohl. Die Jungs haben mich in der Kabine gut aufgenommen, mit offenen Armen empfangen haben. Innerhalb der Mannschaft herrscht eine gute Chemie, die Mischung passt. Für mich war es natürlich von Vorteil, dass ich Mitchell Weiser und Niklas Stark schon aus der deutschen U21 kannte.

herthabsc.de: Du hast – leider muss man sagen – noch ein wenig mehr Freizeit als deine Kollegen. Wie verbringst du die aktuell? 
Selke: Ich halte mich in meiner Freizeit sehr viel in der Ecke rund um den Savignyplatz und Ku’Damm auf. Dort gibt es viele gute Restaurants. Einige hat mir Julian Schieber empfohlen, er ist ein überragender Typ (lacht). Vom ersten Tag an hat er mir sehr geholfen. Sonst verbringe ich die Zeit gerne auch mit meiner Freundin, mit der ich jetzt zusammengezogen bin. Die vergangenen drei Jahre habe ich mit meinem Papa in einer WG zusammengelebt. Er zieht nun aus Leipzig nach Stuttgart, aber wir haben täglich Kontakt und er besucht mich so oft er kann. Er ist in fast allen Bereichen mein erster Ansprechpartner.

(fw/City-Press)

Profis, 09.09.2017
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