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Schwarz-gelbes Verletzungspech

Zum Abschluss der Hinrunde treffen die Herthaner im Signal Iduna Park auf Borussia Dortmund.

Berlin - Am 17. Spieltag müssen die Herthaner im Signal Iduna Park bei Borussia Dortmund antreten. Der BVB stürmte unter Trainer Jürgen Klopp im letzten Jahr ins Champions League Finale und meldete sich somit auch im internationalen Fußball eindrucksvoll zurück. In dieser Saison lief zu Saisonbeginn alles nach Plan, bevor die Schwarz-Gelben viel Verletzungspech erlitten und somit wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen verloren gingen. Zuletzt unterlag Dortmund im Spitzenspiel Bayer Leverkusen und konnte auch gegen Hoffenheim, nach 0:2-Rückstand, nur ein Unentschieden herausholen.

Der Start in die Saison 2013/14 lief für die Borussen zumindest anfangs nahezu optimal. Die Dortmunder konnten umgehend ein kleines Ausrufezeichen im deutschen Supercup-Finale setzen, indem sie die große Konkurrenz aus München mit ihrem neuen Trainer Pep Guardiola besiegten und dem Spanier somit den ersten möglichen Titel vermasselten. Der schmerzhafte Abgang von Mario Götze (Bayern München) zum großen Rivalen wurde mit Henrik Mkhitaryan (Shakthar Donetsk) und Pierre-Emerick Aubameyang (AS Saint Etienne) nicht nur kompensiert, sondern auch qualitativ zur Verstärkung der Kadertiefe genutzt. Auch in der Defensive verpflichteten die Dortmund mit Sokratis (Werder Bremen) einen sehr guten Innenverteidiger, der den zum FC Schalke gewechselten Felipe Santana ersetzte. Mit Jonas Hofmann, Erik Durm, Marvin Duksch und Marian Sarr wurden noch vier Talente aus der zweiten Mannschaft in den Profikader hochgezogen, um diesen zu komplettieren.

Verletzungsmisere als Chance für junge Spieler


Der Auftakt in der Bundesliga verlief mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen optimal und auch das Unentschieden in Nürnberg am 6. Spieltag oder die Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach am 8. Spieltag, taten dem zunächst keinen Abbruch. Es war die Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am 12. Spieltag, die in Verbindung mit der sich auftuenden Verletzungskrise, die dem BVB zusetzte. Ilkay Gündogan, einer der herausragenden Akteure der vergangenen Saison und zentraler Bestandteil im System von Jürgen Klopp, verletzte sich bereits am 1. Spieltag der Saison und fehlte den Schwarz-Gelben seit dem durchgängig. Auch Lukasz Piszczek, Arbeitstier in der Defensive und Offensive, fiel zu Saisonbeginn verletzungsbedingt aus und kehrte erst vor kurzem zurück zur Mannschaft. Doch das wahre Verletzungspech folgte erst später in der Saison und stellte den Trainer vor große Probleme, die er allerdings in Klopp-Manier mit viel Überzeugung in junge Spieler gut kompensierte.

Neven Subotic erlitt gegen den VfL Wolfsburg einen Kreuzbandriss und fehlt dem BVB somit noch eine lange Zeit. In der Länderspielpause nach dem Spiel gegen die 'Wölfe' verletzten sich auch Abwehrchef Mats Hummels und Außenverteidiger Marcel Schmelzer, die sich ebenfalls für die Hinrunde abmeldeten. Im Zuge der Verletzungsmisere verpflichtete Jürgen Klopp außerhalb des Transferfensters noch Manuel Friedrich, der vereinslos war und stattete den 32-Jährigen mit einem Vertrag bis zum Ende der Saison aus. Mit der neuformierten Abwehr um die Neuzugänge Sokratis, Manuel Friedrich, Erik Durm und Kevin Großkreutz ging es in das Topspiel gegen die Bayern, welches trotz guter Möglichkeiten der Dortmunder im ersten Durchgang, knallhart mit 0:3 verloren wurde und die Lücke zwischen den Konkurrenten vergrößerte.

Hohes Offensivpotential


Eine weitere Niederlage erlitten die Borussen gegen Bayer Leverkusen und auch am letzten Spieltag kam der BVB gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 2:2 hinaus. Nach 16 Spieltagen beträgt der Abstand auf die marschierenden Münchener bereits zwölf Punkte und auch die zweitplatzierten Leverkusener liegen bereits fünf Punkte vor der Mannschaft von Jürgen Klopp. Doch trotz der verletzungsbedingten Rückschläge zeigte die Mannschaft zuletzt Moral und kämpfte sich zumindest in der Champions League durch Siege gegen Neapel und Marseille ins Achtelfinale der Königsklasse und beendete die schwierige Gruppe auf dramatische Weise auf dem ersten Platz. Mit 37 Toren stellen die Dortmunder nach dem FC Bayern (42 Tore) die zweitbeste Offensive der Bundesliga und auch BVB-Stürmer Robert Lewandowski führt die Torjägerliste mit elf Treffern an. Neben den verletzungsbedingten Ausfällen in der Defensive haben die Schwarz-Gelben ein weiteres Problem - die Chancenverwertung. Auch wenn die Torausbeute und die Trefferquote von Lewandowski dies zunächst nicht vermuten lassen, könnte Dortmund zu dem Zeitpunkt bereits deutlich mehr Tore auf dem Konto haben.

In dieser Saison gab der BVB insgesamt bereits 297 Torschüsse ab, wovon nur die besagten 37 den Weg ins gegnerische Tor fanden. Schön herausgespielte Großchancen, wie zuletzt im Überfluss gegen Marseille oder Hoffenheim, werden mit einer gewissen Regelmäßigkeit liegen gelassen, wie auch die Punkte in den letzten Wochen. "Es ist ein hartes Brot, was wir alles vergeben. Das hat mit der Belastung, aber auch der Intensität unseres Spiels zu tun. Wir müssen einfach sehen, dass wir beim Vollenden von Torchancen klar und ruhig bleiben", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem 2:2-Unentschieden in Hoffenheim. Dennoch verfügt die Offensive mit Robert Lewandowski, Marco Reus, Henrik Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang und Jakub Blaszczykowski über eine außergewöhnlich hohe Qualität. In Verbindung mit dem laufintensiven Spiel der Schwarz-Gelben und dem schnellen und direkten Umschalten stellen die Dortmunder jede gegnerische Abwehr vor Probleme. Dennoch wird sich 'Kloppo' wahrscheinlich auf die Winterpause freuen, um in der Rückrunde dann mit den genesenen Leistungsträgern in Form von Hummels, Piszczek, Schmelzer und Gündogan wieder an den Leistungen der vergangenen und dem Beginn dieser Saison anknüpfen zu können.

Teams, 18.12.2013
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