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"Mehr Durch-schlagskraft entwickeln"

Kapitän Fabian Lustenberger will gegen Stuttgart an das Heimspiel gegen die Wölfe anknüpfen.

Berlin - Nach seiner langen Verletzung in der Rückrunde der letzten Saison ist Kapitän Fabian Lustenberger wieder zurück in der Stammformation. Seit dem zweiten Spieltag gegen Bayer Leverkusen ist der Schweizer wieder dabei und spielte trotz der langen Pause davor, fast immer durch. Vor dem Heimspiel am Freitag (03.10.14) um 20.30 Uhr im Olympiastadion gegen den VfB Stuttgart blickte der 26-Jährige im herthabsc.de-Interview auf das letzte Spiel zurück, sprach über seine lange Pause und wagte bereits einen Ausblick auf das Spiel am Freitag gegen die Schwaben.

herthabsc.de: Mit ein paar Tagen Abstand, wie lautet ihr Fazit nach dem Spiel in Augsburg?
Fabian Lustenberger: In der ersten Halbzeit haben wir kein gutes Spiel gemacht. Die zweite war dann besser, auch wenn wir uns auch da zu wenige Torchancen herausgespielt haben. Ich denke, der Elfmeter hat das Spiel entschieden - egal ob gerechtfertigt oder nicht - denn es war ein sehr enges Spiel, wie die letzten Partien gegen sie auch. Es ging zwar hin und her, aber ich glaube, dass ein 0:0 sicherlich gerechtfertigt gewesen wäre. Leider konnten wir nichts mitnehmen, deshalb sind wir auch immer noch enttäuscht.

Im Einsatz gegen Augsburg: Fabian Lustenberger.

herthabsc.de: Gegen Wolfsburg kamen Sie deutlich besser ins Spiel als gegen Augsburg. Wo sehen Sie da die Gründe?
Lustenberger: Wir hatten vor, wieder so zu spielen, wie wir es gegen Wolfsburg gezeigt haben. Irgendwie haben wir das aber nicht genauso gut hinbekommen - es ist aber schwierig zu sagen, woran so etwas liegt. Sicherlich war das auch ein entscheidender Faktor, besonders in der ersten Halbzeit, in der zweiten war es, wie gesagt, besser. Wir haben besser dagegengehalten und die Zweikämpfe gewonnen. Schade war es nur, dass wir durch den Elfmeter in Rückstand geraten sind...

herthabsc.de: Die Abwehr hat wenig zugelassen. Wie bitter ist es dann, durch so einen Elfmeter zu verlieren?
Lustenberger: Wir wollen gar nicht alles auf den Elfmeter schieben. Sicherlich war das die entscheidende Szene, aber unterm Strich hatten wir auch zu wenige Chancen, um das Spiel noch zu drehen oder zumindest ein Unentschieden zu holen. Da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen.

herthabsc.de: Gegen Augsburg haben Sie sich bisher oft schwer getan. Woran kann so etwas liegen?
Lustenberger: Irgendwie gibt es immer Mannschaften, die einem besser und andere, die einem schlechter liegen und gegen die man aus irgendeinem Grund nicht die Resultate einfährt, die man gegen andere Mannschaften erreicht. Augsburg liegt uns irgendwie selten gut.

Rückkehr in die Startelf: Fabian Lustenberger gegen Bayer Leverkusen.

herthabsc.de: Sie haben nach ihrer langen Verletzung auch Teile der Vorbereitung verpasst, standen nun aber bereits wieder mehrfach in der Startelf. Wie fühlen Sie sich inzwischen?
Lustenberger: Von der Verletzung merke ich so gut wie gar nichts mehr. Manchmal habe ich noch ein leichtes Ziehen, aber das ist nach der langen Pause ganz normal. Aber ich fühle mich auf dem Platz wohl. Nach den sieben Monaten Pause merke ich manchmal noch die Belastungen etwas früher, aber ich brauche die Spielpraxis, um wieder zu meinen 100 Prozent zu kommen.

herthabsc.de: Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Freitagabend gegen den VfB Stuttgart. Der VfB gewann gegen Hannover das erste Mal in dieser Saison...
Lustenberger: Durch den Sieg am letzten Wochenende haben sie sicherlich Selbstvertrauen dazugewonnen, aber es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass sie am Freitag hier nichts holen. Wir haben gegen Wolfsburg gezeigt, dass wenn wir die Initiative ergreifen und vielleicht wieder ein hohes Pressing ansetzen, um den Gegner zu verunsichern und zu Ballverlusten zu zwingen, eine gute Chance haben, gegen Stuttgart zu gewinnen.

herthabsc.de: Tabellarisch wird es ein Spiel auf Augenhöhe. Was erwarten Sie für eine Partie?
Lustenberger: Stuttgart hat sicherlich eine Mannschaft, die die Anlage hat, fußballerisch mitzuspielen - aber es ist auch klar, dass sie nicht auf 'Teufel komm raus' nach vorne stürmen werden. Sie haben dennoch eine gute Truppe mit viel fußballerischem Potential, deshalb werden sie sich sicherlich nicht nur hinten reinstellen. Das wäre für uns auch nicht schlecht, weil wir dann nach Ballgewinnen ein bisschen mehr Platz haben.

Fabian Lustenberger will mit den Herthanern eine Serie starten.

herthabsc.de: Welche Lehren ziehen Sie aus dem Augsburg-Spiel? Worauf wird es ankommen?
Lustenberger: Wichtig ist, dass wir mal eine kleine Serie starten und nicht nach einem Sieg gleich wieder verlieren - wir müssten mal zwei, drei Spiele am Stück gewinnen, oder mal sieben Punkte aus drei Spielen holen. Defensiv haben wir uns in den letzten beiden Spielen ganz gut gefangen, in der Offensive müssen wir daran arbeiten, wieder mehr Durchschlagskraft zu entwickeln. Wir brauchen mehr Chancen und müssen mehr Tore erzielen, um die Spiele dann auch zu gewinnen.

herthabsc.de: Wie wichtig wäre so eine Serie, um auch wieder mit mehr Selbstverständnis in die Spiele zu gehen?
Lustenberger: Selbstvertrauen ist sehr wichtig. Wenn eine Mannschaft kein Selbstvertrauen hat, dann sieht man ihr das an. Ich finde, man hat gegen Wolfsburg gesehen, wie wichtig es ist, gut in die Partie zu kommen. Wenn man gleich die Zweikämpfe gewinnt, dann bekommt man auch automatisch mehr Selbstvertrauen. Das wollen wir unbedingt in den nächsten Spielen auch wieder hinbekommen.

herthabsc.de: In der Endphase gegen die 'Wölfe' stand das Olympiastadion wie ein Mann hinter der Mannschaft. Welche Rolle spielen die Anhänger?
Lustenberger: Sie sind sehr, sehr wichtig. Das hat man spätestens gegen Wolfsburg gesehen, aber die Unterstützung war auch vorher schon außergewöhnlich. Gegen Wolfsburg haben wir auch das Publikum von Anfang an mitgerissen und gezeigt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten - dass wir uns reinhängen, dass wir grätschen, dass wir einfach alles versuchen, um die Punkte zu holen. Das Publikum hat das aufgenommen und zurückgegeben - die Stimmung zum Schluss war sensationell und das wollen wir auch gegen Stuttgart wieder erleben.

(war/City-Press)

Teams, 27.07.2016
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