Bild: citypress

„Ein richtiger Neuner war ich auch noch nie“

Fabian Lustenberger ist die Vielseitigkeit in Person. Trotz wechselnder Positionen ist der Schweizer immens wichtig im Hertha-Kader.

Berlin – Es ist ein oft belächeltes Modewort. Doch mittlerweile hat „polyvalent“ seinen festen Platz in der Fußballsprache - im Gegensatz zu Fabian Lustenberger im Hertha-Ensemble. Das mindert „Lustis“ Wert für die Mannschaft keineswegs, schließlich changiert der Schweizer munter zwischen den Positionen, kam diese Saison schon auf der Doppelsechs, der rechten Defensivseite sowie in der Innenverteidigung zum Einsatz. Dort agierte der 24-Jährige am Sonntag (22.09.2012) gegen den VfR Aalen fehlerlos und konnte gegen destruktive Gäste die vom Trainerteam geforderten Impulse im Aufbauspiel geben.

„Es war vom Trainer so vorgesehen, dass ich als zweiter Innenverteidiger ein bisschen offensiver agieren soll“, so Lustenberger zur Rollenverteilung in der Defensivzentrale, „das ist mir persönlich gut gelungen, aber auch der ganzen Mannschaft, denn wir haben praktisch nichts zugelassen und letztlich hochverdient gewonnen.“ Man kann ihm nur zustimmen, schließlich blieben die Herthaner erstmals in dieser Saison ohne Gegentor und im Vorwärtsgang gegen tiefstehende Aalener auch dank Lustenbergers Passqualitäten geduldig.

Es fehlt die linke Seite

Kein Zufall, dass Lustenbergers Transfer in die Ära von Landsmann Lucien Favre fiel. Dem Schweizer wird nachgesagt, besonderen Wert auf die vielfältige Einsatzmöglichkeit seiner Schützlinge zu legen. Seit 2007 ist Lustenberger in Berlin. „Ich habe mich weiterentwickelt in den letzten Jahren, bin stabiler und besser geworden“, so sei es für ihn als dienstältesten Herthaner nur natürlich, auch die Verantwortung in der Innenverteidigung zu schultern. „Ich habe immer schon verschiedene Positionen spielen können. Jede bringt verschiedene Ansprüche mit sich, ich gebe überall mein Bestes und versuche so, der Mannschaft zu helfen.“ Und das auch schonmal als Torwart, als der Schweizer im Dezember 2010 beim Auswärtsspiel gegen 1860 München nach der Roten Karte für Marco Sejna den Kasten sauber hielt - das Wechselkontigent war zu dem Zeitpunkt bereits erschöpft.

In Abwehr und Mittelfeld fehlt Herthas Nummer 28 nur noch die linke Seite. „Mit Fabian (Holland) habe ich noch nicht gesprochen. Es liegt am Trainer, vielleicht bringt er mich diese Saison auch mal links hinten“, sagt Lustenberger mit einem Zwinkern. „Obwohl, auch der Stoßstürmer fehlt mir noch, so ein richtiger Neuner war ich noch nie.“ Sein Trainer hingegen ist grundsätzlich vorsichtig mit Zweit- und Drittpositionen. Jos Luhukay möchte „möglichst viele Spieler, die auf ihrer besten Position zum Einsatz kommen und sich dort ihren Rhythmus holen.“ Lustenberger fehlte bisher lediglich bei der Auswärtsniederlage in Frankfurt. Ein fester Platz hat mit Anerkennung und Wert fürs Team manchmal nichts zu tun.

Social
Ändern

Inhalt wechseln:

  • Social
  • Live Ticker
Werbung
Social Bar einblenden