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"Er wird die Bundesliga bereichern"

Michael Preetz über den Transfer von Salomon Kalou, die Attraktivität der Bundesliga, Hertha BSC und Berlin.

Berlin - Zum Ende der Transferperiode wurde auch Hertha BSC noch einmal aktiv. Sami Allagui verließ die Blau-Weißen auf Leihbasis in Richtung Mainz, dafür schlossen sich mit Per Skjelbred und Salomon Kalou zwei Spieler dem Verein an. Während mit Skjelbred ein alter Bekannter nun endgültig fest in Berlin spielt, sorgte die Verpflichtung des ivorischen Nationalspielers und Champions League-Gewinners von 2012 Kalou für Aufsehen. Michael Preetz, Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC, ist mit Cheftrainer Jos Luhukay einer der Urheber dieser Verpflichtung.

Michael Preetz über...

...den Transfer von Salomon Kalou: "Wir sind sehr froh über diesen Transfer. Salomon Kalou ist ein international bekannter, erfahrener und richtig guter Stürmer. Er hat international viel Erfahrung vorzuweisen und wird unsere Mannschaft nach der Länderspielpause verstärken. Wir sind froh, dass das geklappt hat. Wir haben immer betont, dass es bis zum Ende der Wechselperiode dauern kann, aber ich denke, es hat sich gelohnt, auf einen Spieler wie ihn zu warten. Er wird Hertha und die Bundesliga bereichern."

...die Verhandlungen: "Für uns ging es ja darum, ein Profil zu finden, das in unsere Philosophie passt. Da befasst man sich automatisch mit einem Spieler wie Kalou. Wir haben uns damit vor dem Hintergrund auseinandergesetzt, weil es Signale gab, dass es überhaupt möglich sein könnte. Das hing auch damit zusammen, dass Lille die Champions League nicht erreicht hat, wodurch ein Transfer wahrscheinlicher wurde. Dann haben wir uns sehr intensiv mit ihm ausgetauscht, wie eine gemeinsame Vereinbarung am Ende aussehen kann. Er war sehr gut über die Bundesliga informiert, auch über Hertha BSC und hat sich intensiv mit einem Wechsel nach Deutschland befasst. Es ist ja bekannt, dass er sechs Jahre in England beim FC Chelsea gespielt hat – das war für ihn möglicherweise eine Option auf die Insel zurückzukehren."

...die Gründe von Salomon Kalou: "Er hatte die ein oder andere internationale Anfrage, aber ich glaube, vor allem nach der Weltmeisterschaft im Sommer und dem Auftreten unserer Mannschaft und nachdem immer mehr internationale Stars in die Liga kommen, befasst sich eben auch ein solcher Spieler mit der Bundesliga. Und dann können wir an dieser Stelle eben auch nicht nur mit Hertha BSC, sondern auch mit unserer fantastischen Stadt punkten. Berlin ist am Ende sicher auch ein Aspekt gewesen, warum es am Ende geklappt hat."

...die gestiegene Wertigkeit der Bundesliga: "Zu meiner aktiven Zeit war es noch so, dass die besten Spieler aus der Bundesliga raus gewechselt sind. Sie sind meistens nach Italien oder nach England in die Premier League gegangen. Seit einigen Jahren – besonders nach diesem Sommer – hat der umgekehrte Weg eingesetzt, dass internationale Topstars den Weg in die Bundesliga finden, zuletzt auch Xabi Alonso beim FC Bayern München – Ribery, Robben – das sind alles Weltklasse-Spieler, die jetzt in der Bundesliga sind. Das ist am Ende auch für solche Spieler, wie z.B. auch für John Heitinga, ein Aspekt: Die Liga ist einfach interessant für die Spieler. Und Hertha BSC ist ein großer Klub in der deutschen Hauptstadt. Wir stehen vielleicht auch aus dem Grund, dass wir Berlin sind, etwas mehr im Fokus, als der ein oder andere Verein."

...die Erwartungen an Kalou: "Wir erhoffen uns von ihm, dass er unserer Mannschaft sportliche Qualität hinzufügt. Er ist ein Spieler, der in den letzten beiden Jahren in der französischen Liga 30 Tore geschossen hat – in einer Liga, wo ich als Stürmer sage: ‚Da hätte ich nicht so gerne gespielt!‘, denn der französische Fußball ist defensiv sehr gut organisiert, es ist schwer, dort Tore zu machen. Er hat als MIttelstürmer und in den Jahren davor auch auf den Flügeln gespielt oder auch als Zehn – er ist im Offensivbereich sehr flexibel einsetzbar und wird auf einer dieser Positionen sicherlich seinen Platz finden. Wir erhoffen uns von ihm Qualität, Tempo und natürlich auch das ein oder andere Tor."

Teams, 27.07.2016
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