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Es geht um die Sechs

Pál Dárdai hat ein klares Ziel für die letzten drei Partien ausgegeben. Niklas Stark soll im Mittelfeld mithelfen, dieses zu erreichen.

Berlin – Aktuell dreht sich bei Hertha BSC viel um die Zahl sechs. Sechs Zähler aus den noch verbleibenden drei Ligaspielen sind das Ziel von Pál Dárdai. Mit dieser Punktausbeute möchten der Trainer und seine Mannschaft eine jetzt schon überragende Saison krönen und im Idealfall Rang vier und damit die Qualifikationsspiele zur Champions League erreichen. "Wir versuchen diesen Platz zu verteidigen, dafür brauchen wir sechs Punkte. Wir müssen jetzt noch einmal den letzten Tropfen aus uns herausholen", sagt der Coach, der mit seinem Team noch in Leverkusen, gegen Darmstadt und in Mainz antritt.

Es geht aber auch um die Sechs auf dem Platz, das Bindeglied zwischen Angriff und Verteidigung, bestenfalls Balleroberer und spielstarker Antreiber in einer Person. Im zentralen Mittelfeld stellt Pál Dárdai zwei eher defensivere und einen etwas offensiveren Spieler auf, die das 'Schiefe Dreieck' bilden. Die Herthaner verfügen gleich über mehrere Spieler, die den Part als Sechser übernehmen können. Kapitän Fabian Lustenberger, Per Skjelbred und Tolga Cigerci sind ebenso Kandidaten für diese Rolle wie Vladimir Darida und Jens Hegeler, wenn sie im Zentrum etwas tiefer agieren. Vergangenen Samstag debütierte Youngster Florian Kohls auf dieser Position in der Bundesliga, der 21-Jährige deutete in den Einsatzminuten gegen Bayern München sein Talent an.

Stark ins Mittelfeld gerutscht

Im Fokus stand jedoch ein anderer Blau-Weißer, der diese Rolle im Spiel der Berliner das erste Mal übernahm: Niklas Stark. Dass der 21-Jährige auch auf der Sechs spielen kann, wussten sie beim Hauptstadtclub nicht erst seit dem vergangenen Wochenende. Beim 1. FC Nürnberg, von dem Verein er im Sommer an die Spree gewechselt war, hat Stark dort ebenso überzeugt wie in den deutschen U-Auswahlmannschaften. "Ich kenne diese Position, fühle mich dort wohl und habe schon in der Vergangenheit gezeigt, dass ich dort spielen kann", sagt der Herthaner, der gegen den deutschen Rekordmeister an der Seite von Cigerci auflief und mit Ballsicherheit, Spielübersicht und Souveränität bestach. Der positive Effekt ist, dass es Stark im Mittelfeld in seinen jungen Jahren einfacher lernt, das Spiel noch besser zu lesen und seinen ohnehin schon guten Spielaufbau weiter zu verbessern.  

Mit der Leistung des Defensivallrounders, der nach seiner Verletzung in der ersten Saisonhälfte in der Rückrunde als Innenverteidiger gesetzt war und Eigenwerbung betrieb, war Pál Dárdai auf jeden Fall sehr zufrieden. "Die anderen Sechser waren ein bisschen platt, deswegen hat Niklas dort gespielt. Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht", attestierte ihm der Coach eine gute Darbietung. Als eine Verlegenheitslösung, darauf legt Dárdai Wert, sieht er seinen Schützling dort nicht. "Für den Rest der Saison ist er dort auf jeden Fall eine Option." Also auch beim Spiel am Samstag (30.04.16) bei Bayer Leverkusen. "Langfristig", betont der Coach jedoch, "ist er ein überragender Innenverteidiger." In der Hinrunde, da waren es übrigens nicht sechs Punkte, die Hertha aus den drei Partien errang, sondern neun.   

 (fw/dpa)  

Profis, 27.04.2016
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