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Stark(e) Rückkehr

Wieder im Mannschaftstraining: Nach seiner Verletzung mischt Niklas Stark wieder voll auf dem Schenckendorffplatz mit.  

Berlin – Niklas Stark debütiert. Zugegeben, es ist kein Debüt in der Größenordnung eines ersten Bundesligaspiels, eines ersten Startelfeinsatzes oder eines ersten Treffers. Aber der 20-Jährige feiert eine Premiere: Erstmals absolviert er als Herthaner eine gesamte Vorbereitung. Im Sommer stieß er erst Ende August zu seinem neuen Verein. Jetzt, fünf Monate später, ist er nach seiner Verletzung aus der Hinrunde, von Anfang an dabei.

Wie er für sein Comeback gearbeitet hat, mit welchen Erwartungen er in die Vorbereitung geht und welche Ziele er für die Rückrunde hat, verrät der Innenverteidiger im Gespräch mit herthabsc.de.       

herthabsc.de: Niklas, nach deiner Leistenverletzung bist du im Dezember wieder auf dem Trainingsplatz gewesen. Wie ungelegen kamen dir Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?
Niklas Stark: (lacht). Es ist immer schön, Weihnachten mit der Familie in der Heimat zu feiern. Den Jahreswechsel habe ich mit meiner Freundin in einem kleinen Dorf im Zillertal gefeiert. Wir haben die Füße hochgelegt und viel gechillt. Ich bin auch kein Ski gefahren, um kein Risiko einzugehen. Wir waren nur spazieren. Seit dem 2. Januar bin ich wieder in Berlin. Natürlich habe ich mich gefreut, dass es jetzt wieder losgeht.  

herthabsc.de: Vor der Winterpause hast du individuell trainiert, jetzt mischst du wieder im Teamtraining mit. Was für ein Gefühl war das?
Stark: Ich bin fest davon ausgegangen, dass ich das schaffe. In den freien Tagen habe ich wie die anderen Spieler mein Trainingsprogramm durchgezogen. Ich habe Ausdauerläufe gemacht und einige Übungen für die Rumpfstabilisation und die Leiste. Als ich gemerkt habe, dass mir das ohne Probleme gelingt, war für mich klar, dass ich wieder ich voll einsteigen kann. Es war ein cooles Gefühl. Wir haben viel mit dem Ball gemacht. Die Einheit war schön, um wieder reinzukommen. Mich hat es auch gefreut, dass trotz der Minusgrade so viele Fans da waren.

Gesagt...

"Es ist ein guter Zeitpunkt, um nach meiner Verletzung zurückzukommen. Ich kann mich jetzt länger anbieten."

Niklas Stark

herthabsc.de: Rund 300 Zuschauer sahen, wie du das erste Hertha-Tor im neuen Jahr geschossen hast…
Stark: (lacht) Das freut mich natürlich. Der erste Schuss, das erste Tor. Aber im Ernst: Es war nicht so schwer, den Ball aus zwei Metern ohne Torwart ins Tor zu schießen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Spiel so frei zum Abschluss komme. Was dagegen einzuwenden hätte ich sicher nicht.

herthabsc.de: In der Saison 13/14 haben dich Adduktorenbeschwerden ebenfalls rund zwei Monate außer Gefecht gesetzt. Wie prägen dich solche Phasen?
Stark:
Natürlich ist es nicht einfach als Fußballer, wenn man verletzt ist und nicht eingreifen kann. Man muss den Kopf oben behalten, immer ein bisschen in seinen Körper hineinhören. Trotzdem war es keine schöne Zeit. Ich war recht neu in dem Verein, in der Mannschaft und in der Stadt. Ich kam immer besser zurecht, als der Rückschlag kam. Aber ganz ehrlich: Ich kann meine Verletzung auch einordnen. Ich war 'nur' an der Leiste verletzt, nicht so schwer wie Julian Schieber oder Sami Allagui. Mit beiden habe ich in München in der Reha gearbeitet und viel gesprochen.

herthabsc.de: Jetzt kannst du pünktlich zur zweiten Saisonhälfte angreifen. Was hast du dir für die kommenden Monate vorgenommen?
Stark: Es ist ein guter Zeitpunkt, um nach meiner Verletzung zurückzukommen. Ich kann mich jetzt in den Trainingseinheiten und Testspielen über einen längeren Zeitraum anbieten. Im Spielbetrieb ist das schwieriger, sich zu empfehlen. Wenn die erste Elf steht und erfolgreich ist, ist es noch schwieriger. Aber das ist normal und auch gut so. Die Jungs, die in den vergangenen Spielen auf dem Platz standen, haben ihre Sache sehr gut gemacht – das weiß ich. Aber trotzdem versuche ich, mich in die Mannschaft zu spielen.

herthabsc.de: Die Vorbereitung unter Fitnesstrainer Henrik Kuchno ist bei deinen Mitspielern fast schon legendär. Stellst du dich auf ein paar schweißtreibende Wochen ein?
Stark: Ich habe gemeinsam mit Marvin Plattenhardt schon einmal eine Vorbereitung unter Michael Wiesinger beim 1. FC Nürnberg mitgemacht, die richtig hart war. Jetzt hat er mir erzählt, dass die Sommervorbereitung hier noch heftiger war. Aber es gibt den Unterschied, dass wir im Winter nicht so viel Zeit haben wie im Sommer. Wir haben jetzt ein paar Tage hinter uns, dann kommt das Trainingslager und dann eine Woche, in der wir den Fokus schon auf Augsburg legen. Es wird wichtig sein, schnell wieder in den Rhythmus zu kommen. Ich lasse einfach mal alles auf mich zukommen, ändern kann ich es sowieso nicht.

herthabsc.de: In den vergangenen Wochen wurden Verantwortliche, Trainer und Spieler immer wieder gefragt, was in dieser Saison noch alles möglich ist. Wie schätzt du das ein?
Stark: Wir sind froh, dass wir so viele Punkte in der Hinrunde gesammelt haben. Was in der Rückrunde passiert, weiß doch jetzt noch keiner. Wir können nur eins machen: alles geben, um an die Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen. Und dann schauen wir später mal, was dabei herauskommt. Wichtig wäre es, gut zu starten und den Schwung mitzunehmen.

(fw/City-Press)

Teams, 05.01.2016
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