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"Unter Pál Dárdai ist die Mannschaft gereift"

Ex-Rostocker Michael Hartmann über Herthas Pflichtspielauftakt im Pokal, Wiedersehen und seinen Saisonstart mit der U19.

Berlin - Michael Hartmann ist mit seiner Mannschaft mit einem Sieg im Pokal in die neue Saison gestartet. 4:0 besiegte Herthas U19 am vergangenen Wochenende Hertha Zehlendorf. Pál Dárdai hätte mit Sicherheit nichts gegen ein ähnliches Abschneiden gegen Hansa Rostock - neben den vielen Hertha-Fans wird auch 'Hardy' gespannt verfolgen, wie sich die Hertha-Profis an der Ostsee schlagen. Für Michael Hartmann wird es ein besonderes Spiel, wenn zwei seiner früheren Vereine am Montagabend (14.08.17) um 20:45 Uhr aufeinandertreffen.

Mit herthabsc.de sprach der 43-Jährige über das Pokalduell, seine Erinnerungen an die Zeit an der Ostsee und sein Tageswerk mit Herthas U19-Junioren.

herthabsc.de: Wie die Profis am Montag gegen Rostock, seid ihr bereits vergangene Woche mit einem Pokalspiel in die Pflichspielsaison gestartet. Wie zufrieden warst du mit eurem ersten Auftritt?
Michael Hartmann: In der ersten Runde des Pokals geht es immer darum, weiterzukommen. Wir haben gegen einen tief stehenden Gegner viele Dinge in der zweiten Halbzeit richtig gemacht. Für das erste Pflichtspiel und gegen einen Gegner, gegen den wir das letzte Spiel verloren hatten, hat mir das schon sehr gut gefallen.

Gesagt...

"In der ersten Runde des Pokals geht es immer darum, weiterzukommen."

Michael Hartmann

herthabsc.de: Wie jedes Jahr hat deine Mannschaft ein neues Gesicht. Wie ist dein Eindruck nach der Vorbereitung und den ersten Spielen?
Hartmann: Die Jungs ziehen sehr, sehr gut mit. Zum Glück sind mit Berkan Alimler und Florian Krebs auch unsere beiden Langzeitverletzten wieder fit, sodass wir aktuell aus dem Vollen schöpen können. Die ganze Mannschaft hat sich in der Vorbereitung gut präsentiert und hat das, was wir uns vorgenommen haben, sehr ordentlich umgesetzt.

herthabsc.de: Mit Wolfsburg und Leipzig ist der Auftakt in die neue A-Junioren Bundesliga-Saison nicht ohne. Zählst du beide zu den Topfavoriten in diesem Jahr? Was ist für euch möglich?
Hartmann: Ja, aber man kann sicherlich Werder Bremen auch noch hinzuzählen, die mit ihrem starken jüngeren Jahrgang in die Saison gehen. Ich traue uns eine gute Rolle zu - wir können hin und wieder auf Spieler von den Profis und der U23 zurückgreifen. Das ist gut für uns, aber auch für die Jungprofis, weil sie Spielpraxis bekommen. Natürlich werden wir sie nicht immer bei uns einsetzen können, aber auch ohne die Spieler von oben ist die Mannschaft spielerisch und charakterlich sehr stark.

herthabsc.de: Der Liga-Auftakt gegen Wolfsburg lief ausgesprochen gut...
Hartmann: Das kann man sagen. Vor der Saison weiß man nie genau, wo man steht. Der verdiente Sieg ist auch ein gutes Zeichen, wenn man gleich am nächsten Spieltag gegen den nächsten Favoriten ran darf... (lacht)

herthabsc.de: Auch die Profis starten mit einem Pokalspiel in die Saison. Es geht zu deinem früheren Verein Hansa Rostock. Ist die Partie für dich mehr als eine gewöhnliche?
Hartmann: Natürlich ist das für mich eine besondere Partie. In Rostock hat sich zwar in den letzten Monaten und Jahren personell eine ganze Menge getan, sodass ich kaum noch Leute im Verein kenne, aber ich habe lange Zeit bei Hansa verbracht. Was sich aber nicht geändert hat ist, dass im Stadion immer eine sehr gute Stimmung herrscht - die Fans werden versuchen, die Mannschaft 90 - und ich hoffe nicht 120 Minuten - nach vorne zu peitschen.

Michael Hartmann (li.) im Trikot von Hansa Rostock im Duell mit Herthas Nando Rafael.

herthabsc.de: Mit der A-Jugend von Rostock bist du Deutscher Meister geworden. Wie siehst du die Voraussetzungen, das auch mit Hertha BSC zu schaffen?
Hartmann: So ein Titel hängt von vielen Faktoren ab. Das kann man immer mal wieder schaffen, aber wenn man zum Beispiel viele Verletzung hat, wie wir in der letzten Saison, dann ist es alles andere als einfach. Auf dem hohen Niveau zu spielen, wenn sich deine Konkurrenten keine Blöße geben, ist es sicherlich schwer. Uns geht es aber natürlich vor allem darum, die Jungs weiterzuentwickeln. Wenn wir dann unter den ersten drei, vier Teams landen, dann ist das schon ein sehr gutes Ergebnis.

herthabsc.de: Du warst selbst lange Profi. Hast du ein persönliches Highlight im DFB-Pokal?
Hartmann: Da gab's leider nicht so viele (lacht). Zu meiner Zeit haben wir es selten geschafft, weit zu kommen. Es ist ja wie so oft so, dass du als Erstligist dein erstes Pflichspiel machst und die meisten unterklassigen Gegner immer schon im Rhythmus sind. Dann tritt man auswärts an, das ganze Stadion steht hinter deinem Gegner - das macht es nicht einfacher. Ich glaube aber, dass die Mannschaft unter Pál Dárdai inzwischen gereift und so selbstbewusst ist, dass sie das packen.

herthabsc.de: Mike Owusu und Bryan Henning trugen in der vergangenen Saison noch das Hertha-Trikot und treffen nun mit Hansa auf ihren früheren Verein. Schon ein besonderes Spiel für beide, oder?
Hartmann: Da bin ich mir ganz sicher. Mike hat länger bei uns gespielt und hat bei den Profis mittrainiert - da ist es logisch, dass das Spiel etwas Besonderes ist. Bryan ist ohnehin ein Spieler des Typs 'Kampfschwein' - beide werden in dem Spiel brennen.

herthabsc.de: Was traust du Hansa diese Saison zu?
Hartmann: Die Dritte Liga ist unglaublich schwer einzuschätzen, weil du viele Mannschaften hast, die Ambitionen haben. Die Liga ist insgesamt sehr ausgeglichen besetzt. Letztes Jahr konntest du mit zwei Siegen oben mit dabei oder mit zwei Niederlagen unten drin sein. Ich glaube, dass das dieses Jahr ähnlich sein wird. Ich traue Rostock da eine gute Rolle zu. Ob es letztendlich reicht, müssen wir sehen.

herthabsc.de: Für wen schlägt am Montagabend dein Herz?
Hartmann: Ich drücke natürlich unseren Jungs die Daumen und hoffe, dass Pál Dárdai und sein Team das genauso gut umsetzen, wie in den vergangenen beiden Jahren.

(war/City-Press)

U19, 12.08.2017
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