Bild: Herthabsc

'1892hilft!'

Ein Zusammenschluss aus mehreren Hertha-Fans bündelt seine Kräfte, um in Not geratenen Menschen zu helfen – mit warmen Speisen in der kalten Jahreszeit.

Berlin – "Die Tage werden kürzer, das Wetter kälter und das Leben auf den Straßen der Hauptstadt härter. Obdachlose in Berlin haben es im Winter schwer und während der Corona-Krise verschärft sich diese Situation nochmal." ­– mit diesen warnenden Worten leitete '1892hilft!' den ersten Tweet Ende Oktober ein. Ihr Anliegen beschreibt die Initiative im Folgenden nicht weniger eindringlich: Wärme spenden – und das nicht nur symbolisch. "In regelmäßigen Abständen werden wir Essen kochen und es an bedürftige Menschen in der ganzen Stadt verteilen. Die Speisen bringen wir dahin, wo sich die Menschen aufhalten – auf die Bahnhöfe, unter die Brücken und vor die Supermärkte", erklärt stellvertretend André Ruschkowski, einer der Köpfe, der hinter diesem freiwilligen Engagement steckt. "Wir schenken ihnen nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch einen Augenblick Aufmerksamkeit und Beachtung", führt der 42-Jährige weiter aus.

Fanclubs mit sozialem Engagement

Hinter '1892hilft!' steckt ein Zusammenschluss mehrerer Fans der Spreeathener, die ihre Kräfte bündeln, um in Not geratenen Menschen zu helfen. Ruschkowski und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind dabei auf Unterstützung der Hertha-Familie angewiesen. "Wir sammeln Lebensmittel, Süßigkeiten als Nervennahrung, Tierfutter, Hygieneartikel, warme Jacken und Schlafsäcke. Auch Geldspenden, um die Kosten für Benzin und Einkäufe zu decken, nehmen wir dankend entgegen", sagt Jens Hollah, der sich über die große Spendenbereitschaft freut. "Wir hatten in der Vorwoche bereits rund 1.000 Euro zusammen. Das reicht, um unser Projekt durchzuziehen und im Idealfall für weitere Aktionen." Dazu hat die Initiative ein eigenes Paypal-Moneypool eingerichtet.

Erste Ausfahrt am Donnerstag

Die erste mobile Essensausgabe ist für Donnerstag (12.11.20) geplant. Die Mahlzeiten stellt 40 Seconds zur Verfügung, Hertha BSC den Transporter. "Nicht zuletzt die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, zusammenzurücken und sich gegenseitig zu unterstützen. Deswegen helfen wir gerne mit und stellen Essen zur Verfügung", sagt Thorsten Schermall von dem Berliner Caterer. "Eigentlich hatten wir geplant, dass wir gemeinsam mit Jugendlichen unser Essen kochen, um ihre Empathie für das Thema Obdachlosigkeit zu wecken, aber Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Umso mehr freuen wir uns über den Beitrag, den 40 Seconds leistet", äußert sich Ruschkowski glücklich über diese Partnerschaft.

Hilfsaktionen auch im Sommer

Bereits vor wenigen Monaten initiierten Fans der 'Alten Dame' eine ähnliche Aktion und sammelten im Spätsommer unter den Fans der Blau-Weißen weit mehr als die ursprünglich geplanten 1.892 Liter Trinkwasser für obdachlose Menschen in der Hauptstadt. Mitte September erhielt die Berliner Stadtmission die Getränke, mit dabei waren neben Hygieneartikel für das mobile Duschmobil auch Schlafsäcke für den Kältebus. Aus diesem Bündnis hervorgegangen sind die engagierten Herthanerinnen und Herthaner von '1892hilft!'. "Es ist schön, dass wir solche Projekte zusammen realisieren können und Menschen, die es nicht leicht haben, etwas Gutes tun können. Wir wollen auch in Zukunft damit weiterzumachen", blickt Marian Flemer voraus. Denn auch wenn die Tage wieder länger und das Wetter wieder wärmer werden, wird es noch Bedürftige auf den Straßen der Hauptstadt geben.

(fw/1892hilft!)

Fans, 11.11.2020
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