Bild: hertha

Zwei Blau-Weiße in Ostwestfalen!

Die größte Hochburg von Hertha-Fans liegt sicher nicht in Ostwestfalen. Aber auch dort finden sich Menschen, die dem Hauptstadtclub die Daumen drücken – so wie André Klinzing und Christian Hansen.

Berlin – Ungefähr zwei Millionen Menschen leben in der Region Ostwestfalen, die sich knapp 400 Kilometer von der Hauptstadt entfernt befindet. Diese Strecke müssen die Blau-Weißen zurücklegen, um sich am kommenden Wochenende mit dem SC Paderborn 07 zu duellieren (15.02.20, 15:30 Uhr). Auch dort kann sich die Mannschaft von der Spree der Unterstützung ihrer Anhänger gewiss sein. "Selbstverständlich werde ich am Samstag im Stadion sein, keine Frage", stellt André Klinzing am Telefon klar. Der 30-Jährige ist Herthaner seit 20 Jahren, zwölf davon Vereinsmitglied. Auch seine Freundin drückt den Blau-Weißen die Daumen – doch damit nicht genug. Sohn Leon, anderthalb Jahre jung, wird bereits an den Hauptstadtclub herangeführt. "Egal ob Hertha-Schnuller, Strampler oder Mütze. Auch bei ihm ist Hertha BSC präsent. Ganz besonders mag er seinen Plüsch-Herthinho, mit dem spielt er am liebsten", erzählt der Familienvater.

Den ganz persönlichen Bezug zur 'Alten Dame' entwickelte der Bad Salzuflener bei einem Gastspiel seines Herzensvereins in Bielefeld. "Ich habe damals von meinem Vater eine Karte zum Geburtstag bekommen. Als ich das Spiel dann live gesehen habe, war ich sofort fixiert auf Hertha BSC. Und das wird sich auch nicht mehr ändern", erinnert sich Klinzing. So oft wie nur möglich versucht er, Begegnungen seines Clubs live im Stadion zu verfolgen: "Vier bis fünf Heimspiele pro Saison nehme ich schon mit, aber zu jedem Spiel schaffe ich es einfach nicht. Wenn es mal nicht funktioniert, wird eben das Wohnzimmer blau-weiß geschmückt und wir schauen gemeinsam vor dem Fernseher." Lieber ist es Klinzing allerdings, im Block zu stehen und seine Mannschaft lautstark zu unterstützen. "Wenn du einen Tag nach dem Stadionbesuch nicht heiser bist, hast du etwas falsch gemacht", lacht der Herthaner.

Gesagt...

"Wenn du einen Tag nach dem Stadionbesuch nicht heiser bist, hast du etwas falsch gemacht."

Hertha-Fan André Klinzing

Erinnerungen und Prognosen

Heiser ist Christian Hansen glücklicherweise nicht, als der Hertha-Fan den Hörer abnimmt und seine Geschichte erzählt. Hansens Vita ist der von André Klinzing nicht unähnlich. Auch er wohnt in Ostwestfalen und hat seine Freundin mit dem blau-weißen Virus infiziert, das ihn vor zwanzig Jahren befiel. "Als kleines Kind habe ich auch noch andere Mannschaften verfolgt. Aber so im Alter von zehn Jahren, wenn man anfängt, sich seine eigene Meinung zu bilden, wurde mir klar: Hertha BSC ist mein Verein", berichtet der Groß- und Außenhandelskaufmann. Als das Gespräch auf seinen ersten Besuch im Olympiastadion kommt, gerät Hansen ins Schwärmen: "Ich stand zwar nicht in der Ostkurve, aber direkt daneben. Diese Atmosphäre, diese Stimmung – da hat es mich richtig heftig gepackt. Von dem Zeitpunkt an wollte ich mehr." Und das heißt: Mehr Spiele verfolgen.

Wenn es nach ihm geht, müssen sich diese Partien in der Zukunft nicht nur auf die Bundesliga beschränken. "In dieser Saison ist einzig der Klassenerhalt wichtig. Aber in der Zukunft halte ich es durchaus für realistisch, irgendwann um den europäischen Wettbewerb mitzuspielen. Wir haben jetzt die Perspektive, uns nicht mehr nur im Mittelfeld zu bewegen", ordnet Hansen die Situation rund um Hertha BSC reflektiert ein. Bei der Frage nach einer Prognose für das kommende Gastspiel beim Aufsteiger sind sich beide Hertha-Anhänger einig: Drei Punkte werden es gegen die Elf von Trainer Steffen Baumgart. "Ich tippe auf ein 3:1. Doppelpack Piątek und einmal Lukébakio", prognostiziert Klinzing. Hansen erwartet ein torärmeres Spiel und tippt auf einen 1:0-Sieg der Herthaner. Den Blau-Weißen und ihren Unterstützern dürfte das 'Wie' letztendlich egal sein – solange die Rückreise aus Ostwestfalen mit drei Zählern im Gepäck angetreten wird.

(ms/privat)

Fans, 12.02.2020
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