Bild: herthabsc

Ein Bissen Hauptstadt in der Autostadt

Herthaner kannst du überall sein. Auch in Wolfsburg. Wenn Hertha BSC am Samstag (15.09.18) bei den 'Wölfen' spielt, ist Dennis Schramm nur in Hörweite.

Berlin/Wolfsburg – Wenn die Herthaner am Samstag in Wolfsburg den Ball in die Maschen hauen – und die Chancen stehen mit Blick auf die jüngsten Statistiken nicht schlecht – dann wird Dennis Schramm dies nicht sehen. Aber er wird es hören können. Denn obwohl er seit 2006 als Exil-Herthaner in der 'Autostadt' lebt, kann er beim 'Spitzenspiel' am 3. Spieltag seine Blau-Weißen nicht unterstützen. Immerhin: In Hörweite des Stadions verkauft der selbstständige Koch an seinem Foodtruck die Spezialität seiner Heimatstadt: Berliner Currywurst. "Ich hoffe, dass ich den Auswärtsblock jubeln hören werde", so der 33-Jährige. "Am liebsten, wenn alle "Spitzenreiter, Spitzenreiter" singen", lacht er.

Mehr oder weniger ernst gemeinte Spitzenreiter-Gesänge kennt Schramm genauso wie beste Zweitligazeiten, Abstiege, Aufstiege, Wiederab- und Wiederaufstiege. "Als Herthaner ist man schon manchmal eine gequälte Seele", so der gebürtige Randberliner. Sein erstes Spiel war das 2:2 gegen Waldhof Mannheim in der Aufstiegssaison 1997, sein größtes das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund. "Auch wenn wir am Ende mit 0:3 verloren haben, bleibt mir das Spiel als ein ganz besonderes in Erinnerung – das war von der Stimmung her unglaublich", so Schramm. Daran knüpft auch sein großer Traum an, den wohl so mancher Herthaner teilt: "Einmal das DFB-Pokalfinale zu Hause spielen – am besten natürlich schon in dieser Saison! Das steht über allem."

Heimspiele auswärts

Zu DFB-Pokal-Spielen seines Herzensvereins reist der zugezogene Wolfsburger besonders gern – wie zuletzt auch nach Braunschweig. Ansonsten ist das Hertha-Mitglied auch immer noch Dauerkarteninhaber und versucht, bei jedem Heimspiel dabei zu sein, so es denn die Arbeitszeiten eines Catering-Unternehmers erlauben. Weit ist der Weg immerhin nicht zu seinen persönlichen Auswärtsreisen. So schnell wie er mit dem ICE in Spandau ist, steckt so mancher Randberliner wohl noch auf halber Strecke in der S-Bahn fest. Im ersten Heimspiel im Oktober steht ein besonderes Ereignis an: "Gegen Freiburg nehme ich meinen Sohn zum ersten Mal mit ins Stadion. Er ist jetzt 6 und ist schon aufgeregt", freut sich der zweifache Familienvater auf die Premiere seines Kindes, das schon sämtliche blau-weiße Trikots und Fahnen in seinem Besitz hat.

Unter den Fahnen ist auch eine Hertha-Deutschlandfahne, die Schramm bis mit nach Russland zur WM nahm. Dorthin reiste er im vergangenen Sommer, um seine Farben zu repräsentieren und seinen Lieblingsspieler Marvin Plattenhardt zu unterstützen. Leider nicht allzu erfolgreich: Bekanntlich verlor die DFB-Elf gegen Südkorea und schied aus – und das ohne 'Platte' auf dem Platz.

Mehr zum Jubeln will Schramm dann am Wochenende haben – am besten wieder mit Plattenhardt auf dem Platz. "Es wird ein enges, spektakuläres Spiel, vielleicht wieder ein 3:2-Sieg für uns", erwartet er. In der Hoffnung, die Jubelschreie und Spitzenreiter-Gesänge aus dem Stadion auch in seinem Foodtruck hören zu können.

(lb/privat)

Fans, 05.11.2018
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