Bild: privat

Eine blau-weiße Familie

Gerhard Jungfer entdeckte vor knapp vier Jahrzehnten seine Liebe zur 'Alten Dame'. Mittlerweile ist er Vorsitzender des 'HFC Sophie', bei dem familiärer Zusammenhalt wortwörtlich genommen wird.

Berlin - Viele Menschen widmen ihr Privatleben ihrem Herzensverein und fiebern Wochenende für Wochenende mit ihm mit. Doch dass eine gesamte Familie sowohl ihren Arbeitsalltag, als auch ihre Freizeit für ihren Verein "opfert", kommt eher selten vor. Gerhard Jungfer ist Betreiber der Gaststätte 'Rosel' in Berlin-Neukölln, eine der bekanntesten Hertha-Fankneipen der Stadt und gleichzeitig die Heimat des 'HFC Sophie'. Der 20-köpfige Fanclub, dessen zweiter Vorsitzender Jungfer ist, setzt sich aus Familienmitgliedern des 45-Jährigen zusammen. "Wir hatten in unserem alten Fanclub eine Konfliktsituation und sind deswegen ausgetreten. Im Anschluss haben wir dann den 'HFC Sophie' gegründet", fasst Gerhard Jungfer die Gründungsgeschichte der Fangruppierung zusammen. Jedoch steckt, neben der Zusammensetzung des OFCs, auch hinter der Namensgebung eine besondere Geschichte. "Der Fanclub wurde nach meiner Tochter benannt. Sie war damals erst drei Monate alt und wir kamen spontan auf diese Idee." Für den gebürtigen Unterfranken ist der familiäre Zusammenhalt innerhalb der Gruppierung das Besondere am 'HFC Sophie': "Wir sind ein kleiner Familienfanclub und versuchen alles zusammen zu machen. Wir betreiben gleichzeitig unsere Gaststätte, in der auch einige unserer Mitglieder arbeiten. Seit der Gründung im Jahre 1998 dreht sich beim 'HFC Sophie' alles um Hertha BSC."

Gesagt...

"Wir sind ein kleiner Familienfanclub und versuchen alles zusammen zu machen. Seit der Gründung dreht sich beim 'HFC Sophie' alles um Hertha BSC."

Gerhard Jungfer

Highlights: 76.000 gegen Lautern und Auswärts-Marathon mit der A-Jugend

Seine eigene Beziehung zum Hauptstadtclub begann für den Gastronom circa zwei Jahrzehnte vor der Gründung des 'HFC Sophie'. Und auch beim Beginn seiner blau-weißen Liebe spielte die Familie eine zentrale Rolle. "Mein Vater hat mich 1980 das erste Mal mit ins Olympiastadion genommen. Seitdem bin ich Hertha-Fan und seit 14 Jahren Dauerkartenbesitzer." In knapp 40 Jahren Vereinstreue sammeln sich selbstverständlich viele Erinnerungen an. Nach seinen persönlichen blau-weißen Highlights gefragt, muss der Neuköllner jedoch nicht lange überlegen: "1997 spielte Hertha BSC vor über 76.000 Zuschauern im Olympiastadion gegen Kaiserslautern, das war eine unvergleichliche Kulisse." Auch die Saison 2000/01 wird für den Berliner und seinen Fanclub für immer in Erinnerung bleiben, jedoch nicht aufgrund eines Erlebnisses mit den Profis. "In dieser Saison sind wir zu jedem Spiel der A-Jugend gefahren. Wenn man um 09:00 Uhr früh mit 60 Mann und voller Montur in Lübeck aufschlägt, staunen die Spieler und Zuschauer nicht schlecht", schwelgt der Hertha-Anhänger in Erinnerung.

Trotz der zahlreichen Spiele und Highlights mit seinem Herzensclub hat der Fanclub-Vorsitzende jedoch noch Ziele und Wünsche für seinen OFC: "Wir peilen in Zukunft eine Mitgliederanzahl von 30 bis 35 Leuten an. Alles was darüber hinaus geht, ist schwer zu organisieren. Weiterhin stattfinden wird auch unser jährliches Sommerfest am Tempelhofer Feld, sowie zahlreiche Stadionbesuche. Wir suchen auch immer wieder neue Mitglieder für unseren Fanclub, die zuverlässig sind und mit anpacken." Für die Partie gegen Dortmund erhofft sich der Familienvater einen Heimsieg: "Nach dem Trainerwechsel stehen nun die Spieler in der Pflicht. Gegen den BVB haben wir immer gut ausgesehen und aktuell schwächeln die Schwarz-Gelben etwas. Ich hoffe natürlich auf die drei Punkte!" 

(ff/privat)

Fans, 29.11.2019
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