Bild: herthabsc

Für das Erinnern!

Hertha-Fans besuchten das Konzentrationslager Dachau, das am 29. April vor 70 Jahren befreit wurde.

Berlin - Am 29. April 1945 wurde das Konzentrationslager Dachau befreit. Aus Anlass des 70. Jahrestages besuchte eine Gruppe junger Hertha-Fans die KZ-Gedenkstätte Dachau. Das Fanprojekt der Sportjugend Berlin und die Fanbetreuung von Hertha BSC hatten gemeinsam eine Fahrt zum Auswärtspiel in München und am Folgetag eine Besichtigung der Gedenkstätte Dachau organisiert.

29. April 1945

"Ich will ihn mein Leben lang feiern als meinen zweiten Geburtstag, als den Tag, der mir neu das Leben schenkte."

Edgar Kupfer-Koberwitz, ehemaliger KZ-Häftling

Begleitet wurde die Gruppe von Andrea Weingärtner, die sich bei '1860 Fans gegen Rechts' engagiert – einem Projekt der Löwenfans, das sich mit wichtigen Aktionen gegen Rassismus ausspricht und einsetzt. Durch sie bekam die Führung einen interessanten Bezug zum Fußballgeschehen dieser Zeit. Unter anderem erzählte sie über die Liga Terezin: Von 1942 bis 1944 wurden im Ghetto Theresienstadt Fußballspiele zwischen den Häftlingen ausgetragen und zu Propagandazwecken von den Nationalsozialisten gefilmt. Außerdem berichtete sie über einzelne Schicksalsgeschichten wie die des ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, des Nationalspielers Julius Hirsch und auch Hermann Horwitz - bis 1935 Mannschaftsarzt von Hertha BSC, der 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Die jungen Teilnehmer waren sehr ergriffen von den Eindrücken im KZ und verarbeiteten ihre Gedanken in Gesprächen und Aufzeichnungen:

"Ich fand es erschreckend, als was die Menschen gesehen wurden von den SS-Leuten."

"Ich habe einen Einblick in diese schlimme Zeit bekommen und kann mir nun ein wenig vorstellen wie schrecklich es war. Ich hatte es mir gar nicht so groß vorgestellt."

"Es war ziemlich bedrückend bei der Vorstellung, dass auf dem Boden und in den Räumen, in denen wir gewesen sind, Leute gequält oder sogar umgebracht wurden."

"Ich fand es gut, dass Andrea das auch auf den Fußball bezogen hat, da uns das ja alle interessiert und so das Thema noch interessanter macht. Genau so wie ich es auch gut fand, dass das auf einzelne Personen bezogen wurde."

"Die Idee einer Verbindung des Auswärtsspiels in München und der Besichtigung des KZ Dachau gefällt mir sehr, da so die grausame deutsche Geschichte auch denen zugetragen wird, die sich ihr von selbst nicht öffnen."

"Es war ein mulmiges Gefühl, dass dort wo wir waren, wirklich Menschen getötet wurden."

Hertha BSC bedankt sich für diesen emotionalen Besuch - mögen die Erinnerungen nie verloren gehen!

(sb/sb)

Fans, 05.11.2018
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