Bild: herthabsc

Herthaner helfen: Eine besondere blau-weiße Premiere

Auch in diesem Jahr möchte Hertha BSC die Adventszeit nutzen, um seinen Anhängern Wünsche zu erfüllen und für blau-weiße Glücksmomente zu sorgen. Der Herthaner Mark Metzen feierte beim Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim im Rahmen der Aktion 'Herthaner helfen' eine ganz besondere Premiere. Türchen 4.

Berlin – Das erste im Stadion erlebte Heimspiel des eigenen Vereins vergisst man nie mehr. Mark Metzen dürfte hierbei keine Ausnahme bilden. Die Heimpremiere des Herthaners hat allerdings eine außergewöhnliche Hintergrundgeschichte. Metzen, Vater von fünf Kindern, ist Hertha-Fan seit er denken kann – jedoch macht nicht nur die Distanz von über 600km Entfernung aus seinem Wohnort Linz am Rhein Besuche von Partien seines Herzensclubs zur Herausforderung. Denn vor über 20 Jahren wurde beim Familienvater Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, kurz ALPHA-1 diagnostiziert.

Diese Erbkrankheit kann sich unbehandelt an lebenswichtigen Organen wie Lunge und Leber manifestieren und zu einer gravierenden Behinderung oder einem frühen Tod führen. Metzen entschloss sich, zu kämpfen und die Krankheit behandeln zu lassen, dabei gab es jedoch immer wieder Rückschläge, Weihnachten 2016 musste der 54-Jährige nach einer Grippe gar ins Koma versetzt werden, aus dem er glücklicherweise wieder erwachte. Eine Lungentransplantation ermöglichte Metzen nach und nach eine zögerliche Rückkehr in den Alltag, doch der Vater muss wie seine Familie auch stets auf Rückschläge gefasst sein.

Umso mehr wünschte sich Tochter Jennifer, ihrem Papa einen Herzenswunsch zu erfüllen: Einmal seine Mannschaft treffen und sie bei einem Heimspiel im Stadion zu erleben – zum ersten Mal. Es war sofort klar, dass dem Herthaner dieser Wunsch erfüllt werden musste. So erhielt Metzen, der bei seinem ersten Besuch im Berliner Olympiastadion von Sohn Matthias begleitet wurde, Karten für die Ehrentribüne, um seine Mannschaft mit bester Sicht erleben zu können. Zuvor stand jedoch noch besonderes an: Nach einer Führung rund um das Spiel traf der Familienvater Niklas Stark, der ein Trikot von Metzens Lieblingsspieler Davie Selke überreichte. Auf den sichtlich ergriffenen Herthaner wartete jedoch noch ein weiteres Highlight: Bevor die blau-weißen Profis sich für die Partie aufwärmten, nahmen sie sich die Zeit mit Metzen abzuklatschen. Tränen der Rührung waren die Folge, es war zu spüren, was dem Herthaner dieser Moment bedeutete. Anschließend verfolgte der 54-Jährige die Partie mit seinem Sohn. Das dramatische 3:3 mit dem Hertha-Ausgleich passte zu diesem unvergesslichen Tag – es war tatsächlich in jeder Hinsicht eine denkwürdige blau-weiße Premiere für Mark Metzen.

Fans, 09.02.2019
Newsletter
Werbung