Bild: herthabsc

Ganz nah dran mit dem Telepräsenzroboter

Der krebskranke Johann testete einen Telepräsenzroboter, den Hertha BSC im Rahmen der 'Herthaner helfen'-Aktion der Kinderonkologie des HELIOS-Klinikums schenkte, und erkundete mit ihm das Hertha-Gelände.

Berlin – Im Mannschaftskreis stehen und bei der Teambesprechung zuhören, den Spielern beim Zirkeltraining in die leidenden Gesichter schauen, mit Davie Selke und Niklas Stark durch die Profikabine schlendern – so nah wie Johann kommt sonst niemand an die Herthaner ran. Allerdings war der krebskranke Johann nicht persönlich vor Ort – sondern durch einen Telepräsenzroboter.

Diesen durfte Johann für das HELIOS-Klinikum Berlin-Buch einweihen. Er war der erste, der den Roboter testete, den sich die kinderonkologische Station im Rahmen der Weihnachtsaktion "Herthaner helfen" gewünscht hatte. Der Roboter ist mit einer Webcam und einem Mikrofon ausgestattet, kann ferngesteuert werden und auf kleinen Rädern durch die Gegend fahren. Durch ihn können die jungen, krebskranken Patienten während ihrer Behandlung am sozialen Leben außerhalb des Krankenhauses und am Schulunterricht teilnehmen: "Sie haben einen Platz im Klassenzimmer, hören zu, können sich am Gespräch beteiligen und sogar zur Tafel 'fahren'", erklärt Andreas Landgraf vom Kolibri e.V.. Durch die Spende von Hertha BSC konnte sich die Station einen dritten dieser Roboter anschaffen.

Enge Zusammenarbeit mit Kolibri e.V.

Landgraf war es, der den Wunsch an Hertha BSC herangetragen hatte. Mit dem Kolibri e.V., der sich der Hilfe krebskranker Kinder und deren Eltern widmet, arbeitet der Hauptstadtclub schon seit der Weihnachtsaktion 2017 eng zusammen. "Wir machen vieles, das Hertha ganz toll findet und Hertha macht ganz vieles, das wir toll finden. Das ist bis jetzt so geblieben", erzählt Landgraf. "Fabian Lustenberger ist ein großer Unterstützer, er war bereits sieben Mal bei uns auf der Station, in der vergangenen Woche hat er erst wieder mit uns gekocht. Es ist eine wahnsinnig tolle Zusammenarbeit, auf die wir sehr stolz sind", freut er sich für die Kinder.

Dass Johann den Roboter jetzt in diesem ganz besonderen Rahmen ausprobieren durfte, ist eine besondere Ehre für ihn. Er ist mit seinen elf Jahren großer Fußball-Fan, hat selbst auch gekickt und außerdem sieben Jahre lang Kung-Fu gemacht. Den Sport musste er aufgeben, denn ihm wurde ein Osteosarkom, ein seltener Knochentumor im rechten Oberschenkel diagnostiziert. "Das kann ich jetzt nicht mehr machen, deswegen habe ich mir ein neues Hobby gesucht: Lego bauen", sagt Johann tapfer. Seine fast einjährige Behandlung fernab seiner Heimat in Hamburg hat er nun beinahe überstanden, ihm wurde eine Endoprothese eingesetzt. "Wenn alles gut geht, wird Johann in der nächsten Woche seinen letzten Chemotropf bekommen, dann kann er zurück in seine Heimat und dort die Behandlung fortsetzen", berichtet Landgraf.

Noch näher ran

Zum Abschluss Johanns Therapie in Berlin kommt er am Ostersonntag zusammen mit andere Kindern und Eltern, die Kolibri betreut, zum Duell seiner beiden Lieblingsteams ins Olympiastadion. Ursprünglich schlug Johanns Fußball-Herz für Herthas kommenden Gegner Hannover 96, doch mittlerweile hat er auch eine Schwäche für die Blau-Weißen entwickelt. "Hannover ist sein Herzensverein seit er klein ist, aber Hertha hat so viel für ihn gemacht, dass er nun auch Herthaner geworden ist – daran hat auch 'Lusti' großen Anteil", erzählt Andreas Landgraf. "Er weiß noch nicht, welches Trikot er beim Duell am Sonntag anziehen soll, eigentlich wollte er beide anziehen", so Landgraf weiter. Nun kann Johann ganz persönlich seine Idole abklatschen und sich vom Alltag im Krankenhaus ablenken lassen. Nun kommt er noch näher ran an die Herthaner, sogar ganz ohne Roboter.

(lb/HerthaBSC)

Fans, 20.04.2019
Newsletter
Werbung