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Wohnzimmerwissen: Fakten zu #BSCRBL

Eine Chance zur doppelten Premiere und Expertentipps aus dem hohen Norden: Statistische Mutmacher und Fakten rund um unser Duell mit RasenBallsport Leipzig am Sonntag (21.02.21, 15:30 Uhr).

Berlin – Beobachterinnen und Beobachter des Fußballsports wagen neben dem Blick auf die aktuelle Aufgabe auch gerne einmal einen Blick auf die folgenden Spieltage. Welches Team trifft auf welchen Gegner? Wer könnte von Ausrutschern der Konkurrenz profitieren? Welche Elf hat eventuell die Chance, eine Erfolgsserie einzuläuten? Ein spaßiger Zeitvertreib, der für Profifußballer aber keine Option darstellt. Zu wichtig ist der komplette Fokus auf das Hier und Jetzt, auf die eigene Leistung – gerade in einer sportlichen Lage, wie sie unser Club gerade erfährt. Arne Friedrich weiß als ehemaliger Profi genau, warum er die Aufmerksamkeit im Vorfeld des Heimspiels gegen RasenBallsport Leipzig daher noch einmal ausschließlich auf den kommenden Gegner lenkt. "Das Einzige, was wir beeinflussen können, sind unsere eigenen Spiele. Es geht darum, diese schwierige Situation zu hundert Prozent anzunehmen. Am Ende müssen es dann die Jungs auf dem Platz regeln", betont der Sportdirektor vor dem Kräftemessen am Sonntag (21.02.21, 15:30 Uhr). Gegen die Sachsen hoffen unsere Jungs auf eine positive Überraschung, die ihnen ein alter Bekannter aus dem hohen Norden zutraut. Was jener Experte sonst noch zum Aufeinandertreffen zu sagen hat und welche Statistiken allen Herthanerinnen und Herthanern Mut machen können, hat herthabsc.de im Wohnzimmerwissen notiert.

Statistik: Der Blick auf die Gesamtbilanz des Duells ist aus unserer Sicht weniger erbaulich. Dem einzigen Auswärtssieg 2017 sowie einem Punktgewinn in der vergangenen Rückrunde stehen sieben Niederlagen gegenüber. Aber: Der einzige Coach, der uns seinerzeit gegen die Sachsen jubeln ließ, sitzt wieder auf unserer Bank. Pál Dárdai und sein Team wollen gegen den Tabellenzweiten etwas Zählbares holen und damit eine doppelte Premiere schaffen: Die ersten Heimpunkte seit der Rückkehr unserer Clublegende an die Seitenlinie wären nach dem gemeinsam erkämpften Remis in Stuttgart gleichzeitig die ersten überhaupt, die gegen die Gäste aus dem Freistaat in der Hauptstadt gehalten werden könnten. "Wir haben während der Woche gemeinsam gut gearbeitet und wollen am Sonntag noch eine Schippe auf die vergangenen Partien drauflegen", gibt Dárdai die Marschroute für sein zweites Spiel im Olympiastadion vor. 

Konter als Erfolgsrezept? Im Hinspiel gelang so die zwischenzeitliche Führung, Jhon Córdoba und Dodi Lukébakio gefällts...

Bemerkenswertes: Neben dieser ausbaufähigen Bilanz gibt es aber auch gute Omen. Gegen einen Top-Gegner rückt tendenziell auch unser Schlussmann Rune Jarstein wieder in den Fokus. Der Norweger spielt seit seiner Rückkehr zwischen die Pfosten konstant gut und wehrte bislang starke 71 Prozent der Torschüsse ab. Präsentiert unser 'Krake' sich weiterhin derart zuverlässig, steigert das die Erfolgschancen. Gleiches gilt für unsere Joker: Nur für den VfB Stuttgart (neun Treffer) kamen öfter Spieler von der Bank zum Torerfolg als bei unserer 'Alten Dame', die in dieser Bilanz sieben 'Buden' aufweist. Zudem stimmt die Konterabsicherung. Unsere Blau-Weißen kassierten ligaweit die wenigsten Tore nach Konterangriffen (eins). Jene Gegenattacken sollen gegen den UEFA Champions League-Teilnehmer dafür auf unserer Seite zum Tragen kommen. "Wir sind keine Pressing-Mannschaft, sondern haben eher die Spieler für Umschaltspiel und Konter", unterstreicht Pál Dárdai im Vorfeld des Leistungsvergleichs mit den 'Roten Bullen'. Außerdem interessant: Nur zwei Teams ließen weniger Gegentore durch Mittelfeldspieler zu als unsere Spreeathener (acht). Da mit den Leipzigern jedoch das Team mit den meisten unterschiedlichen Torschützen ins Olympiastadion kommt (15), ist von unserer Elf in jeder Situation und gegen jeden gegnerischen Profi volle Konzentration gefordert!

Personal: Beim Kräftemessen mit den Messestädtern wird Dárdai wie schon in den vergangenen Spielen auf Dedryck Boyata (Verletzung am Fuß), Jhon Córdoba (muskuläre Probleme), Javairô Dilrosun (Bandverletzung am Knie), Marvin Plattenhardt (muskuläre Probleme) und Jordan Torunarigha (Muskel- und Sehnenverletzung im Hüftbereich) verzichten müssen. "Jordan und Dedryck sind noch weit weg vom Mannschaftstraining. Jhon hat am Freitag einen Teil des Trainings mitgemacht, wenn alles gut läuft, kann er in der kommenden Woche langsam rangeführt werden und danach wieder mit der Mannschaft trainieren. Bei Jav ist es ähnlich. 'Platte' wird kommende Woche auch auf dem Platz arbeiten und kann selbst entscheiden, wann er wieder zum Team stößt", gibt der Ungar eine Übersicht über den status quo bei den fünf Profis. Nemanja Radonjić dürfte hingegen wohl dabei sein, der Serbe trainierte am Freitag komplett mit der Mannschaft, nachdem er beim Wochenauftakt wegen Adduktorenproblemen noch vorsichtshalber pausiert hatte.

Was der Experte sagt: Im Sommer verließ Per Skjelbred unsere 'Alte Dame' nach insgesamt 197 Pflichtspielen – und unzähligen Zweikämpfen, Grätschen und abgespulten Kilometern. Fünf dieser Partien bestritt der Mittelfeldspieler – stets ein Vorbild an Einsatzbereitschaft - in der Bundesliga gegen den kommenden Kontrahenten. Zu seinen Lieblingsgegnern gehörte die Elf von Julian Nagelsmann nicht unbedingt. "So ganz lange liegt das letzte Spiel noch gar nicht zurück. Gegen Leipzig war es immer verdammt schwierig, die Mannschaft hatte immer eine hohe Qualität", erinnert sich der Blondschopf, der seine Karriere inzwischen in seiner Heimat beim Rosenborg BK fortsetzt. Neben drei Niederlagen hat der 33-Jährige aber auch einen Sieg und ein Remis in seiner persönlichen Bilanz gegen die Messestädter vorzuweisen. "Leipzig gehört zu den Top-Mannschaften der Liga, aber im Fußball ist immer eine Überraschung drin – und ich traue Hertha am Wochenende auf jeden Fall eine zu", demonstriert unsere ehemalige Nummer 3 den Glauben an die blau-weiße Stärke. Worauf es dabei ankommt, weiß der Ex-Nationalspieler aus eigener Erfahrung noch ganz genau: "Die Jungs müssen den Leipzigern einen großen Kampf bieten, den Gegner immer ärgern und stressen. Die Chancen, die bei Herthas Offensivspielern kommen werden, müssen sie dann nutzen." Die Daumen drückt Skjelbred, der unseren Verein noch intensiv verfolgt, für dieses Unterfangen selbstverständlich.

Schiedsrichter: Die Partie zwischen unseren Herthanern und der Elf aus der Messestadt leitet Sven Jablonski. Dem Bremer assistieren Norbert Grudzinski und Sascha Thielert an den Seitenlinien sowie Patrick Ittrich als Vierter Offizieller. Als VAR fungieren Tobias Welz und Rafael Foltyn. Jablonski pfeift sein 42. Bundesliga-Spiel, zudem leitete der Unparteiische bereits 44 Zweit- sowie 64 Drittligabegegnungen und 14 Spiele im DFB-Pokal. Bisher sechs Mal kreuzten sich die Wege des Spielleiters mit unserer 'Alten Dame', die Bilanz ist dabei in sechs Bundesliga-Partien komplett ausgeglichen. Zwei Siegen stehen zwei Remis und zwei Niederlagen gegenüber. Ein mögiches gutes Omen: Jablonski fungierte auch beim bislang letzten Heimsieg (3:0 gegen Schalke 04 am 14. Spieltag) unserer Spreeathener als Schiedsrichter.

(kk,fw/City-Press)

Fans, 21.02.2021
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