Herthas Fußballarena

1. Warum braucht Hertha BSC ein reines Fußballstadion?

Um den Fans, Mannschaften und unseren Partnern mehr von dem zu bieten, was Fußball ausmacht: Lei-denschaft und Emotion. Hertha BSC hat viele treue Fans, das Olympiastadion ist allerdings einfach zu groß für den Fußball-Alltag, und sein Konzept mittlerweile überholt. Die modernen Fußball-Arenen bieten im Vergleich klare Vorteile. Außerdem wollen wir kein Mieter mehr sein, sondern selbst über unsere Ange-legenheiten bestimmen. Die Stimmung im Stadion kann spielentscheidend sein. Deshalb gilt auch bei die-sem Thema, was für uns immer gilt: Wir haben keine Punkte zu verschenken. Und schließlich: Hertha BSC ist der einzige Erstligist ohne eigene Fußball-Arena. Zu einer Weltstadt wie Berlin gehört eine reine Fuß-ball-Arena in angemessener Größe.

2. Was wird in Herthas Fußballarena besser als im Olympiastadion?

Es wird steiler, näher, lauter. Ohne Laufbahn, dafür mit maximaler Nähe zum Spielfeld. Es gibt kurze We-ge, eine imposante Stehplatz-Tribüne und eine moderne Infrastruktur – und das Ganze natürlich ohne Barrieren. Fußball ist ein Gemeinschaftserlebnis, und das muss man auch sehen und spüren können. Wir schaffen damit eine Heimat für Hertha BSC und alle Fans.

3. Hängt die Zukunft von Hertha BSC wirklich von einem neuen Stadion ab?

Ja. Der sportliche und der wirtschaftliche Erfolg sind zwei entscheidende Faktoren. Eine moderne Fußball-Arena sorgt für mehr Atmosphäre. Mehr Atmosphäre spricht mehr Fans an und stärkt die Bindung inner-halb der Stadt. Das steigert unsere Attraktivität gegenüber Medien-, Investitions- und Sponsoring-Partnern, was wiederum unseren finanziellen Spielraum für die Entwicklung von Mannschaft und Verein vergrößert. Eine stärkere Mannschaft sorgt für noch mehr Begeisterung bei den Spielen – womit wir wie-der am Anfang wären. Eine neue Fußball-Arena ist die Basis für eine hoffentlich lang anhaltende positive Entwicklung, von der alle profitieren werden: Fans, Spieler, Verein und auch Berlin im Ganzen.

4. Sind Sie sicher, dass in ein neues Stadion tatsächlich mehr Zuschauer kommen?

Ja. Beispiele belegen das. München: Auslastung im Olympiastadion 72 Prozent, 100 Prozent in der Allianz Arena – und das sogar bei gestiegener Kapazität! Mönchengladbach: 68 Prozent vorher, 95 Prozent nach dem Neubau. Hamburg: 58 Prozent im alten Stadion, jetzt 92 Prozent.

5. Müsste Hertha nicht einfach noch attraktiveren Fußball spielen, damit mehr Zuschauer ins Stadion kommen?

Für die Zuschauerzahlen ist der Erfolg ein Kriterium von vielen. Noch wichtiger ist die Attraktivität des Ge-samtpakets. Und da spielt das Stadion eine große Rolle. Was hilft die beste Tabellen-Platzierung, wenn der Sohn oder die Tochter kaum den Ball sieht? Die neue Arena ist ein Muss, um im Kampf um die Auf-merksamkeit konkurrenzfähig zu bleiben.

6. Wer soll das neue Stadion bezahlen?

Auf keinen Fall der Steuerzahler, was bei einem Umbau des Olympiastadions passieren würde. Wir wer-den die Arena – mit Hilfe von Investoren – zu 100 Prozent privat finanzieren.

7. Kann sich Hertha ein eigenes Stadion überhaupt leisten?

Ja. Auch wenn wir natürlich noch einmal genau rechnen müssen, sobald alle Rahmendaten feststehen. Allerdings wurde bislang noch kein Grund genannt, warum wir nicht schaffen sollten, was auch anderen Vereinen gelungen ist.

8. Würde ein Abstieg das Projekt gefährden?

Nein. Erstens: Weil die Chance zur dauerhaften Etablierung in der Bundesliga mit der neuen Arena noch größer wird. Und zweitens: Selbst wenn dieser Fall wider alle Erwartungen eintreten sollte, zeigen die Zahlen der vergangenen beiden Zweitliga-Saisons, dass uns auch in der zweiten Liga viele Fans im Stadion sehen wollen.

9. Der Olympia Park ist denkmalgeschützt. Kann hier ein Stadionbau stattfinden?

Ja. Auf Anregung des Landesdenkmalamts haben wir die Pläne gemeinsam mit dem Architekturbüro Al-bert Speer + Partner (AS+P) noch einmal geändert. Der aktuelle Entwurf sieht vor, die Arena an der Ro-minter Allee schräg gegenüber dem U-Bahnhof Olympia-Stadion auf abgesenktem Bodenniveau entste-hen zu lassen. Damit würde die neue Fußball-Arena sowohl das denkmalgeschützte Olympiagelände wei-testgehend unberührt lassen als auch einen respektvollen Abstand zum Olympiastadion wahren. Zwei-drittel der geplanten Arena liegen außerhalb des Olympiaparks. Der neue Vorplatz und die Fassade der Arena würden ein repräsentatives Entree zum Parkgelände bilden und besonders die Ostseite des Areals sichtbar aufwerten. Wir gehen davon aus, dass damit eine Lösung gefunden wurde, die allen Seiten ge-recht wird.

10. Was ändert sich für die Anwohner?

Die Lärmbelastung wird spürbar abnehmen, da die neue Fußball-Arena über eine optimierte Konstruktion verfügt, die weniger Schall nach außen lässt und gleichzeitig für eine bessere Akustik im Innenbereich sorgt.

11. Was ist mit dem Verkehr?

Die Anbindung an den ÖPNV ist optimal. Wir planen eine aktive Beeinflussung des Besucherverhaltens, indem z.B. Fahrgemeinschaften bei der Parkplatzvergabe bevorzugt und der Ausbau einer Lade-Infrastruktur für elektrisch betriebene Fahrräder und Autos vorangetrieben werden.

12. Warum wurde das Architekturbüro Albert Speer + Partner beauftragt?

Hertha BSC hat sich für AS+P entschieden, weil es eines der besten Architektur- und Planungsbüros der Welt ist – und ein sehr erfahrener Partner beim Stadionbau. AS+P hat uns im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens in allen Punkten überzeugt.

13. Würde Hertha BSC unter Umständen nach Brandenburg ziehen?

Fans, Mannschaft, Verein, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger sind sich einig: Hertha BSC gehört nach Berlin. Das haben auch die Mitglieder jüngst noch einmal bestätigt. Und deshalb tun wir alles dafür, damit unsere neue Fußball-Arena auf dem Olympiagelände entstehen kann. Aber: Wenn es zu keiner Einigung mit dem Land und dem Bezirk kommt, muss noch einmal neu nachgedacht werden. Und wenn die Entscheidung dann zwischen dem alten Olympiastadion und einer modernen Fußball-Arena in Ludwigsfelde getroffen werden muss, würden neue Überlegungen angestellt werden müssen.

14. Gibt Hertha BSC mit dem Olympiastadion seine Heimat auf?

Nein. Unsere Heimat ist, wo unsere Fans sind. Ganz gleich, ob an der Plumpe, im Olympiastadion oder in der neuen Fußball-Arena. Unsere Fans zählen zu den treuesten der Liga. Und denen und allen Freunden der Hertha bauen wir nun eine neue, eine eigene Heimat.

15. Wie steht es um die Nachnutzung des Olympiastadions?

Das ist für gewöhnlich Sache des Eigentümers. Wir sind allerdings jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit und haben dem Land Berlin unsere Unterstützung zugesagt. Die Eigentümerin, das Land Berlin, wird unseres Erachtens von dem Neubau sogar profitieren. Denn es entfallen die Kosten für einen auf-wendigen Umbau des Olympiastadions. Hinzu kommen die Pachteinnahmen für das Grundstück der Fußball-Arena und zu erwartende Steuermehreinnahmen durch Veranstaltungen, die wegen des neuen Veranstaltungsorts überhaupt erst nach Berlin kommen. Zu einer nachhaltigen Projektentwicklung ge-hört für uns auch, dass möglichst alle etwas davon haben.

16. 2004 wurden in das Olympiastadion rund 250 Mio. Euro investiert. Hier fanden WM- und Champions League-Finale statt.

Für die großen nationalen und internationalen Spitzenspiele von FIFA, UEFA und DFB ist das Olympiasta-dion auch in Zukunft der passende Rahmen. Der letzte Umbau erfolgte schließlich auch nach Vorgaben der FIFA, um während der Fußball-WM 2006 bespielbar zu sein. Die Wünsche von Hertha BSC wurden nur ansatzweise berücksichtigt. Auch das wollen wir beim Bau der eigenen Arena ändern.

17. Wäre ein Umbau des Olympiastadions möglich?

Grundsätzlich ja. Ein Entwurf des Architekturbüros Gerkan, Mark und Partner, der auf Wunsch des Senats erstellt wurde, hat jedoch gezeigt, dass die Kompromisse zu groß wären. Dass die technische Machbarkeit zum Beispiel bei der Abhängung der Oberränge noch ungeklärt ist, dass die Kalkulation zu viele Risikoposten enthielte, und vor allem, dass unsere Anforderungen an ein neues Stadionerlebnis am Ende nicht erfüllt wären. Hinzu käme die Benachteiligung anderer Veranstalter und Sportarten, die hohe eventbezogene Um- und Rückbauaufwände hätten. Und auch dem Steuerzahler wäre kaum vermittelbar, warum er einen Stadionumbau bezahlen soll, während der Verein nebenan doch lieber auf eigene Kosten bauen möchte.

18. Gibt es neben Olympiapark und Ludwigsfelde noch eine dritte Standort-Option in Berlin?

Nach der Überprüfung von inzwischen insgesamt über 60 Standorten in Berlin und Brandenburg, muss man realistischer Weise feststellen: nein. Für unsere Bedürfnisse kommen nur noch diese beiden Stand-orte in Betracht.

19. Herthas neue Fußballarena soll auch als Event-Location genutzt werden. Braucht Berlin so ein Stadion?

Ja, denn sie schließt mit ihren ca. 55.000 Plätzen eine Lücke. Heute gehen noch immer viele Events an Berlin vorbei, für die die Waldbühne oder das Stadion An der Alten Försterei mit jeweils 22.000 Plätzen zu klein und das Olympiastadion mit 75.000 Plätzen zu groß ist. Das würde sich ändern.

Fußballarena, 11.05.2018
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