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Was macht eigentlich Holger Brück?

Über 300 Spiele absolvierte Holger Brück für Hertha BSC. Was macht der frühere Berliner heute?

Berlin – Es gibt Namen in der langen Geschichte von Hertha BSC, die heute noch gerade den älteren Anhängern unter uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Namen wie Otto Rehhagel, Lorenz Horr, Erich Beer und natürlich Holger Brück. Letzterer feierte am Sonntag (30.09.12) seinen 65. Geburtstag. Holger Brück ist ein Fußballverrückter. Bei seinem Heimatverein Hessen Kassel hatte der Herthas ehemaliger Akteur schon fast alle Positionen inne, die man in einem Club haben kann. Spieler, Trainer, Präsident, Aufsichtsratsmitglied, Feuerwehrmann – Holger Brück steht immer bereit, wenn er gebraucht wird. Selbst, wenn er nebenbei einen Sportladen betreiben muss. „Schon mit einem Geschäft ist man eigentlich genug ausgelastet, so etwas kann man definitiv nicht nebenbei machen. Wie ich das früher zusammen mit meinen Verpflichtungen bei Hessen Kassel unter einen Hut bekommen habe, ist mir manchmal selbst ein Rätsel. Dabei kümmere ich mich sogar heute noch um manche Dinge im Verein, aktuell z. B. die Altherrenmannschaft von Hessen Kassel, in der ich auch selbst noch mitspiele.“

Zur Verpflichtung von Brück gibt es eine Anekdote, die der Hesse heute selbst noch gern erzählt. Zur Spielzeit 1971/1972 war den Berliner Spähern sein Mannschaftskollege Gerd Grau, ein Linksaußen, aufgefallen.  Die Berliner übersahen das Talent von Brück aber nicht und holten denn Mann in die deutsche Hauptstadt. „Vielen Trainern war ich mit meinen 171 Zentimetern zu klein, aber trotzdem hatte ich in Berlin neun Jahre einen Stammplatz. Zunächst im Mittelfeld, dann als Libero“, sagt Brück.

Was macht eigentlich...?

Franz Brungs: Herthas ehemaliger Spieler (1968 bis 1971) bezeichnet seine Zeit in Berlin als eine der schönsten in seinem Leben.

Uwe Klimaschefski: Ein Typ, wie er in der heutigen Fußballlandschaft nicht mehr zu finden ist. Uwe Klimaschefski war bei Hertha BSC Spieler (1963 – 1965) und Trainer (1980 – 1981) und ist noch heute einer der Lieblinge in der deutschen Hauptstadt.

Lorenz Horr: Lorenz Horr ist einer der verdientesten Spieler der Blau-Weißen, trug in acht Jahren zwischen 1969 und 1977 insgesamt 240 Mal das Trikot mit der Fahne auf der Brust. Dabei gelangen dem Mittelfeldmotor 75 Tore.

Holger Brück: Fast ein Jahrzehnt (1972-1980) lang trug er die Hertha-Fahne auf der Brust. In allen Wettbewerben absolvierte der Hesse insgesamt unglaubliche 347 Spiele für Hertha BSC. Dabei gelangen Holger Brück dreißig Tore.

Erich "Ete" Beer: Von den Sportreportern damals wurde er „der Berliner Beer“ genannt, bei den Fans dagegen war er nur der „Ete Beer“. 342 Spiele, davon 253 für Hertha in der Bundesliga, 95 Tore, davon 83 Treffer für Hertha BSC.

Uwe Kliemann: Uwe Kliemann blieb sechs Jahre bei Hertha BSC (1974 bis 1980). In dieser Zeit absolvierte der "Funkturm" 190 Spiele für die Berliner und trug sich 14 Mal in die Torschützenliste ein – ein beachtlicher Wert für einen rauen Abwehrmann.

Hans "Hanne" Weiner: Mit seinem Kollegen Holger Brück bildete er eines der sichersten Innenverteidiger-Paare der Bundesliga. In sieben Jahren lief Weiner stolze 218 Mal für die Blau-Weißen auf, dabei gelangen ihm zwölf Treffer.

Walter Junghans: Von Anfang an identifizierte sich der Schlussmann voll und ganz mit dem Verein und nahm die sportlich wie finanziell schwierige Lage des Clubs an. Bis 1994 blieb der Norddeutsche in Berlin und bestritt insgesamt 177 Spiele für Hertha BSC in der Oberliga, der zweiten Bundesliga und der ersten Bundesliga.

Michél Mazingu-Dinzey: Bei den Blau-Weißen avancierte der schnelle Außenbahnspieler zum Leistungsträger. Insgesamt stand Michél Mazingu-Dinzey 63 Mal für Hertha BSC auf dem Platz, dabei gelangen ihm neun Treffer.

Dariusz Wosz: Hertha BSC und Dariusz Wosz – eine Beziehung, die sofort passte. In seiner ersten Saison steuerte der kleine Wirbelwind in 31 Spielen drei Treffer und sieben Vorlagen bei. Das Ergebnis am Ende der Spielzeit lautete: Qualifikation zur UEFA Champions League.

Pal Dardai: Der Ungar spielte beihnahe seine gesamte Karriere für einen Verein: Hertha BSC. Mit 286 Spielen avancierte er zum Rekordspieler der Blau-Weißen und kümmert sich inzwischen um den Hertha-Nachwuchs.

Erwin Hermandung: 192 Bundesliga-Spiele und 34 Tore für Hertha BSC stehen für Hermandung auf dem Konto. Eine beachtliche Quote für den damailigan Abwehrspieler. Auch im Europapokal hielt er für Hertha die Knochen hin.

Herthaner im Herzen

Fast ein Jahrzehnt (1972-1980) lang trug der die Hertha-Fahne auf der Brust. In allen Wettbewerben absolvierte der Hesse insgesamt unglaubliche 347 Spiele für Hertha BSC. Dabei gelangen Holger Brück dreißig Tore. Auch nach dem Abstieg 1980 war Brück einer der wenigen etablierten Spieler, die Hertha die Treue hielten. Für Brück, der heute noch Mitglied bei Hertha BSC ist, eine Ehrensache: „Mir hat es in Berlin damals einfach gut gefallen, und deshalb habe ich nach einem Gespräch mit Wolfgang Holst gesagt, na gut, dann bleibe ich eben noch ein Jahr. Meine Bedingung war aber, dass ich erst Mittwoch zum Training kommen muss, da meine Familie zu dem Zeitpunkt bereits wieder in Kassel lebte. Holst war damit auch einverstanden, doch Trainer Klimaschefski hat das damals gar nicht gefallen.“

Alle Fans kennen heute die „Magischen Dreiecke“. Hertha hatte seins schon in den 1970er Jahren. Das Mittelfeld um Lorenz Horr, Erich Beer und eben diesen Holger Brück sorgte dafür, dass Hertha BSC eine Vizemeisterschaft feierte (1975) und zweimal im Endspiel um den DFB-Pokal  stand. Nach seiner Zeit in Berlin ging es für Brück zurück in die Heimat Kassel. Dort schaffte er die nächste bemerkenswerte Leistung. Mit 42 Jahren absolvierte der Libero sein letztes Spiel im Profifußball.

Geschäftsmann nach der Karriere

Mit seiner Laufbahn ist der Kasseler zufrieden. Nur ein Thema liegt der Hertha-Legende noch immer auf der Seele. Auf die Frage, ob er sich wegen seiner ruhigen Art außerhalb des Platzes etwas unterschätzt fühle, antwortete Brück: „Nein, eigentlich nicht. Ich bin schließlich bei den Kritiken meistens ganz gut weggekommen, deshalb fühlte ich mich auch nicht unterschätzt. Höchstens in Bezug auf die Nationalmannschaft. Wenn ich heute so zurückdenke, wer da um 1978 so alles auf der Liberoposition getestet wurde, dann fand ich mich da auch nicht unbedingt schlechter.“

Brück blieb dem Fußballsport immer treu. Neben seinen Tätigkeiten für Kassel betrieb er bis 2005 das „Sporthaus Brück“. Das Geschäft wirbt auch sieben Jahre nach dem Ruhestand von Holger Brück mit der Spezialisierung auf Fußballmannschaften. Der Fußball wird immer Teil seines Lebens sein und mit ihm Hertha BSC. Alles Gute nachträglich Holger Brück!

Bildquelle: dpa

Intern, 05.11.2018
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