Bild: citypress

"In Mannschaft und Infrastruktur investieren"

Herthas Geschäftsführer Finanzen Ingo Schiller spricht über den neuen Mittelzufluss, ordnet diesen vor der geltenden '50+1-Regel' der DFL ein und erläutert, in welchen Bereichen die Mittel verwendet werden sollen. 

Berlin - Im schnelllebigen Fußballgeschäft sind die wirtschaftliche Planung und finanzielle Absicherung das A und O für die Vereinsverantwortlichen der Profi-Clubs. Wäre dieser Planungsprozess nicht schon komplex genug, stellt die Corona-Krise alle Beteiligten vor ganz neue Herausforderungen und Schwierigkeiten – so auch den Hauptstadtclub um die beiden Geschäftsführer Michael Preetz und Ingo Schiller. Doch trotz der herausfordernden Situation haben die Verantwortlichen am Mittwoch (01.07.20) allen Grund zur Freude: Gemeinsam mit dem strategischen Partner TENNOR Holding B.V. einigte sich Hertha BSC auf einen Mittelzufluss von weiteren 150 Millionen Euro. Im Gegenzug erhält der Partner um Chairman Lars Windhorst weitere Anteile an der 'Alten Dame'. herthabsc.de unterhielt sich mit Ingo Schiller über diese neue Vereinbarung, die Mittelverwendung und die Einhaltung der herrschenden '50+1-Regel' der Deutschen Fußball Liga (DFL). 

herthabsc.de: Der Hauptstadtclub erhält durch die Kapitalerhöhung von der TENNOR Holding B.V. mit Lars Windhorst an der Spitze weitere 150 Millionen Euro. Was bedeutet das für Hertha BSC?
Schiller: Hertha BSC wird durch die Kapitalerhöhung erneut sein Eigenkapital stärken können und ist darüber hinaus weiter in die Lage versetzt, in die Mannschaft sowie in die Infrastruktur des Clubs zu investieren sowie gleichzeitig seine Verbindlichkeiten zu reduzieren. Die TENNOR Holding B.V. und Hertha BSC glauben, dass der Zufluss der Mittel eine Chance in der kommenden Transferphase sein kann, da trotz der derzeitigen Ausnahmesituation aufgrund der Corona-Pandemie nunmehr Mittel vorhanden sind, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden. 

Gesagt...

"Die zufließenden Mittel sollen in erster Linie für die Stärkung der Mannschaft verwendet werden."

Ingo Schiller

herthabsc.de: Wie viele Anteile hält die TENNOR Holding B.V. nach der Transaktion und welche weiteren Bedingungen sind an die Kapitalerhöhung geknüpft?
Schiller: Die TENNOR Holding B.V. erhält weitere 16,7 Prozent der Anteile der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und erhöht damit seinen Anteil auf insgesamt 66,6 Prozent. Der Hertha BSC e.V. hält dementsprechend zukünftig 33,4 Prozent. Eine Aufstockung der durch die TENNOR Holding B.V. besetzten Sitze in den Gremien der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erfolgt nicht. Es handelt sich um ein reines Eigenkapitalinvestment, das Hertha BSC dauerhaft zur Verfügung gestellt wird und das weder zurückgefordert noch fällig gestellt werden kann.

herthabsc.de: Wieso betrifft diese erneute Anteils-Aufstockung nicht die '50+1 Regel' der Deutschen Fußball Liga (DFL)?
Schiller: Sowohl die zurückliegende als auch die aktuelle Eigenkapitaltransaktion mit der TENNOR Holding B.V. sind uneingeschränkt im Einklang mit der sogenannten '50+1-Regel'. Entscheidend ist dabei, dass die geschäftsführende Hertha BSC Verwaltung GmbH zu 100 Prozent Eigentum des Hertha BSC e.V. ist. Die Geschäftsführung wird ausschließlich durch die bei der Mitgliederversammlung gewählten Vertreter bestellt und kontrolliert. Die Anteile, die die TENNOR Holding B.V. hält, sind Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Diese sind bei der Berücksichtigung der '50+1-Regel' jedoch nicht von Bedeutung. Von dieser könnten theoretisch sogar 100 Prozent ausgegeben werden, wie es andere Vertreter der Bundesliga und der 2. Bundesliga bereits umgesetzt haben.

herthabsc.de: Wie möchte Hertha BSC diese finanziellen Mittel verwenden?
Schiller: Die zufließenden Mittel sollen in erster Linie für die Stärkung der Mannschaft, also für Transferentschädigungen und Personalaufwendungen, verwendet werden. Des Weiteren wird ein Teil der Mittel auch als Liquiditätsreserve dienen, um wirtschaftlichen Herausforderungen in zukünftigen Jahren zu begegnen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zinstragende Verbindlichkeiten zu reduzieren.

(HerthaBSC/City-Press)

Intern, 01.07.2020
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