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Hertha BSC erhält 'Julius Hirsch Preis'

Eine Jury unter Vorsitz von DFB-Präsident Reinhard Grindel prämierte den Hauptstadtclub für sein Projekt "Aus der eigenen Geschichte lernen".

Berlin/Frankfurt – Große Auszeichnung für Hertha BSC im Kampf gegen Antisemitismus und Diskriminierung: Am Dienstag (02.10.18) teilte der Deutsche Fußball-Bund mit, dass die Blau-Weißen mit dem ‚Julius Hirsch-Preis‘ ausgezeichnet werden. Dem Hauptstadtclub wird diese Ehre damit bereits ein zweites Mal zuteil – eigentlich ein Novum in der Geschichte des Preises, der der DFB seit 2005 jährlich an den deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch (1892 – 1943) und an alle, insbesondere die jüdischen Opfer, des nationalsozialistischen Unrechtsstaates, erinnert. "Aufgrund der Vielfalt und Qualität der Bewerbungen zeichnet die Jury nur in Ausnahmefällen Preisträger nochmal aus. Doch das Berliner Engagement hat eine beeindruckende Erweiterung und Vertiefung erfahren", sagt Olliver Tietz, Projektleiter für die Vergabe des Preises. "Hertha BSC setzt sich für die Vielfalt in der Gesellschaft ein und möchte diese beschützen. Unser nachhaltiges Engagement gegen Antisemitismus ist ein Teil dieser Arbeit, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben. Denn wir sind nicht bereit, diese Themen auszulassen", sagt Präsident Werner Gegenbauer.

Nachhaltige Auseinandersetzung mit der Vereinsgeschichte

Das Projekt "Aus der eigenen Geschichte lernen" gibt es bei Hertha BSC seit 2015. Seitdem setzen sich Anhänger der Blau-Weißen gemeinsam mit dem Fanprojekt der Sportjugend, der Sportschule im Olympiapark Poelchau-Schule und der Fanbetreuung der Berliner mit der Geschichte ihres Clubs auseinander. So gab es etwa historische Stadionführungen, Zeitzeugengespräche oder auch die Spurensuche zum ehemaligen jüdischen Mannschaftsarzt Dr. Hermann Horwitz und des ehemaligen Vereinsmitglieds Eljasz Kaszke. Gemeinsame Gedenkstättenfahrten zwischen Fans des Karlsruher SC und Hertha BSC oder gemeinsame Bildungsfahrten mit Jugendspielern der Akademie und dem FC Liverpool.

Gesagt...

"Hertha BSC setzt sich für die Vielfalt in der Gesellschaft ein und möchte diese beschützen. Denn wir sind nicht bereit, diese Themen auszulassen."

Präsident Werner Gegenbauer

Geschichte am historischen Ort nachvollziehen, der Vergangenheit und seinen Protagonisten ein Gesicht geben und dabei die Faszination und Strahlkraft des Fußballs nutzen - dafür steht die erfolgreiche Serie. "Die Projektreihe hat sich stetig entwickelt, so dass wir mittlerweile ein breites Spektrum anbieten. Immer wieder stoßen wir dabei auf neue interessante Aspekte, aus denen dann Folgeprojekte entstehen und Teilnehmer eigene Aktionen initiieren", sagt Projektkoordinator Stefano Bazzano. Das Grundprinzip: Die Verknüpfung von Vereinshistorie und Bildungsangeboten. Die Angebote richten sich an Fans sowie an die Mitarbeiter des Vereins als auch an die Spieler der Jugendakademie von Hertha BSC.

Preisübergabe im November

"Die Auszeichnung stellt eine schöne Anerkennung des gezeigten Engagements dar, vor allem jenes der zahlreichen Hertha-Fans, die in ihrer Freizeit oder im Urlaub mit uns unterwegs sind", freute sich Ralf Busch, Leiter des Fanprojekts der Sportjugend Berlin. "Natürlich motiviert dieser Preis, sich weiterhin auch kritisch mit der eigenen Vereinsgeschichte auseinanderzusetzen und auch Themen anzusprechen, die unbequem sind", ergänzt Juliane Röleke, die die wissenschaftliche Leitung der Herthaner Projektreihe übernimmt. Zur Preisübergabe am 18. November im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund werden neben den Vertretern von Hertha BSC auch Mitglieder des SC Aleviten Paderborn sein. Der Kreisligaverein zeichnete der DFB ebenso aus wie das Fanprojekt Bochum.

(HerthaBSC DFB/HerthaBSC)

Intern, 05.11.2018
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