Bild: herthabsc

Spurensuche: Der Herthaner Eljasch Kaschke

Das Projekt 'Spurensuche' führte eine Gruppe von Herthanerinnen und Herthanern zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Dort wurden die Rechercheergebnisse zum Leben des Eljasch Kaschke gemeinsam ausgewertet.

Berlin/Oranienburg – Das Dachprojekt 'Aus der eigenen Geschichte lernen' brachte und bringt Hertha BSC immer wieder wichtige Erkenntnisse über die eigene Vereinshistorie und die Schicksale der von den Nazis verfolgten und ermordeten Mitglieder. Im Rahmen der Recherchen zum ehemaligen Vereinsarzt Dr. Hermann Horwitz stießen die forschenden Herthanerinnen und Herthaner auf weitere Mitglieder, die am selben Tag wie Horwitz vermutlich aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus dem Verein ausgeschlossen worden waren. Ein Name: Eljasch Kaschke.

Kaschke war ein langjähriges Vereinsmitglied bei den Blau-Weißen, erlebte als eines von lediglich etwa 400 Vereinsmitgliedern seit 1927 erfolgreiche Jahre des Hauptstadtclubs mit. Am 26. September 1938 wurde er aus dem Club ausgeschlossen und ein Jahr später von der Polizei ins KZ Sachsenhausen deportiert, wo er 1940 ermordet wurde. Durch das Projekt 'Spurensuche' sollte Eljasch Kaschke ein Gesicht bekommen, seine Geschichte erzählt werden. Die rund 15 Teilnehmenden trafen sich durchschnittlich einmal im Monat, um sich über ihre Recherchen auszutauschen. "Für viele der Teilnehmenden war die historische Recherche in Archiven und der Umgang mit haufenweise alten Dokumenten etwas Neues. Es war spannend, die Gruppe auf dem Weg zu begleiten, bei allen Mühen, die eine monatelange Recherche mit sich bringt", bilanzierte Juliane Röleke, Historikerin und Vereinsarchivarin sowie eine der Verantwortlichen für das Projekt. Neben der Recherche wurde das Projekt immer wieder inhaltlich unterfüttert, unter anderem gab es einen von den Teilnehmenden organisierten Stadtrundgang zu Plätzen in Berlin, die mit Eljasch Kaschke in Verbindung gebracht werden konnten, sowie Workshops zu Themen wie "Was ist Antisemitismus?" oder "Polnisch-jüdische Migration nach Berlin" im Archiv des Jüdischen Museums Berlin. "Das Thema Hertha BSC hat alle Teilnehmenden letztendlich verbunden, dadurch haben alle an einem Strang gezogen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg", erläuterte Söhnke Vosgerau vom Fanprojekt Berlin, der das Projekt ebenfalls verantwortlich begleitete.

Gedenkstätte Sachsenhausen und Hertha BSC profitieren von der Recherche

Von den Ergebnissen dieses Projekts profitiert Hertha BSC ebenso wie die Gedenkstätte Sachsenhausen. Dort wird zukünftig mit den Rechercheergebnissen des Projektes mit Besuchergruppen gearbeitet, vor allem viele Schulklassen werden etwas über das Leben von Eljasch Kaschke erfahren. Die Materialien wurden Martin Schellenberg, dem Leiter der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte Sachsenhausen, von den Teilnehmenden übergeben. Maßgeblich mitgestaltet und organisiert hatte das Projekt seine Kollegin Katja Anders, die ebenfalls in der Leitung der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte tätig ist. Neben den Projektteilnehmern waren bei der Präsentation auch Johanna Suwelack (Referatsleiterin Sportjugend) und interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten anwesend, die sich begeistert vom Projekt zeigten.

Für die Teilnehmenden war das gemeinsame Forschen über einen Zeitraum von gut zehn Monaten ein Erlebnis, das viele von ihnen auch freundschaftlich zusammengebracht hat. "Die Projektleiter haben uns sehr gut das nötige Handwerkszeug mitgegeben und erfolgreich angeleitet", bilanzierte einer der Teilnehmenden. Gemeinsam wurde so ein kleines, wichtiges Stück Hertha-Historie, das Leben des Herthaners Eljasch Kaschke, beleuchtet. Doch es gibt noch weitere Geschichten zu entdecken, um sie der Hertha-Familie anschließend erzählen zu können. Die 'Spurensuche' wird weitergehen – und Hertha BSC somit auch weiterhin 'Aus der eigenen Geschichte lernen'.

Eine Biographie von Eljasch Kaschke kann hier nachgelesen werden.

(kk/HerthaBSC)

Intern, 05.11.2018
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