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"Spirit of the Hawk"

Geschafft - die Bundesligavereine einigen sich in Frankfurt/Main auf die Einführung der Torlinientechnologie ab der neuen Saison.

Berlin - Die schwedische Band "Rednex" hatte im Jahr 2000 einen Welthit: "The Spirit of the Hawk" - die Vorgeschichte bis zur Realisierung der Torlinientechnologie "Hawk Eye" in der Fußball-Bundesliga liegt nicht ganz so lange zurück: Die achtzehn Bundesligisten haben sich am Donnerstag (04.12.14) in Frankfurt am Main auf die Einführung einer Torkamera in der Bundesliga geeinigt. Ab der Saison 2015/16 wird diese in allen Erstligaspielen zum Einsatz kommen. Die nötige Zweidrittelmehrheit wurde durch ein Abstimmungsergebnis von 15 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen erreicht. Im März 2013 war eine erste Abstimmung zur Einführung gescheitert. Den Antrag zur Einführung der Torlinientechnologie in der Bundesliga hatte der FC Bayern München gestellt.

Das offizielle Statement von Hertha BSC zur Einführung der Technologie lautet:

 Die Verbesserungen in den wichtigen Detailfragen Fehlertoleranz, technische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Planbarkeit haben uns dazu veranlasst, der Vorlage der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zuzustimmen. Die Vorbehalte, die Hertha BSC noch bei der ersten Abstimmung hatte, wurden ausgeräumt. Strittige Situationen können jetzt nahezu eindeutig geklärt werden. Die Torlinien-Technologie wird den Schiedsrichtern nützlich sein und den Fußball allgemein nicht behindern, sondern weiterbringen.

Und auch Trainer und Mannschaft von Hertha BSC haben Ihre Meinung zur Neuerung. Sie reagierten überwiegend positiv auf den Beschluss, zweifeln teilweise aber auch an der voranschreitenden Technisierung im Fußball:

Jos Luhukay: "Aus sportlicher Hinsicht begrüße ich das sehr. Für ein faires Spiel ist das sehr hilfreich und erleichtert den Schiedsrichtern die Entscheidung, ob Tor, oder nicht"

Fabian Lustenberger: Eine positive Entscheidung. Es erspart vor allem viele Diskussionen wenn man sicher weiß, dass der Ball im Tor ist. Ich denke aber, dass zusätzliche Hilfsmittel wie der Videobeweis oder Ähnliches schon wieder zu viel wären.

Thomas Kraft: Die Torkamera finde ich gut. Dann herrscht Klarheit und man nimmt dem Schiedsrichter eine wichtige Entscheidung ab. Ich hatte auch schon solche strittige Situationen und bin froh, dass das nun nicht mehr vorkommt.

Julian Schieber: Das ist eine gute Sache. Ich wurde bisher zwar von solchen Situationen noch nicht benachteiligt, aber es gehört dazu, dass das Tor zählt, wenn der Ball über der Linie ist. Deshalb versuche ich auch immer so doll zu schießen, dass gar keine Zweifel aufkommen – egal, ob mit oder ohne Torlinientechnologie. (lacht)

Salomon Kalou: Grundsätzlich nicht schlecht, aber es nimmt dem Fußball und den Gesprächen danach natürlich auch viel von der Ursprünglichkeit des Spiels. Allein die ganzen Diskussionen, die jetzt nicht mehr geführt werden können nach einem zweifelhaften Tor... (grinst). Aber wenn es so ist, dann machen wird das jetzt so.

Marcel Ndjeng: Strittige Situationen, wie mit Stefan Kießling kommen ja nicht so häufig vor. Wenn so etwas vorkam, gab es immer viele Diskussionen. Vielleicht sind sie dadurch jetzt beendet. Ich glaube aber, das Spiel wird sich dadurch nicht grundlegend ändern. Es macht es auf jeden Fall fairer, dass Tore zählen, die drin sind oder Tore nicht zählen, die eben nicht drin sind.

Per Skjelbred: Der Fußball hat auch dadurch Charme, dass man eben nicht genau weiß, ob es ein Tor oder Abseits ist. Bisher hat der Fußball auch ohne Technik funktioniert. Wichtig wird sein, dass diese Entscheidung richtig umgesetzt wird. Mit oder ohne Technologie zählen am Ende die Tore. Für uns Spieler ändert sich nicht direkt etwas.

Für die Umsetzung der Torlinientechnologie entschied sich der Liga-Vorstand für das kamerabasierte System 'Hawk-Eye'. Andere Systeme, wie der Chip im Ball, fanden damit keine Berücksichtigung. Das 'Hawk-Eye' wird bereits in der englischen Liga sowie seit mehreren Jahren im Tennis eingesetzt und soll zunächst für die kommenden drei Spielzeiten in der Bundesliga angewendet werden. Hit Hilfe von vierzehn unter dem Stadiondach angebrachten Mess- und einer Hochgeschwindigkeitskameras berechnet ein Computer die genaue Position des Balls. Hat dieser die Torlinie vollständig überquert, erhält der Schiedsrichter ein akustisches Signal sowie die die Information 'Tor' auf seiner Armbanduhr. Für die Zuschauer wird dies mit einer 3D-Animation auf der Anzeigetafel dargestellt.

(jk,war,PeB/dpa)

Intern, 05.11.2018
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