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Hertha BSC trauert um Helmut Faeder

Die Hertha-Legende starb nach längerer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

Berlin - Hertha BSC trauert um Helmut Faeder. Der ehemalige Stürmer starb - wie seine Familie mitteilte - am 3. August 2014 nach längerer Krankheit im Alter 79 Jahren. Die Beisetzung im engsten Familienkreis hat bereits stattgefunden. Den 'Dicken', wie ihn die Hertha-Fans liebevoll nannten, ehrte Präsident Werner Gegenbauer noch auf der Mitgliederversammlung im letzten November für seine 60-jährige Vereinstreue.

Aus den Händen von Präsident Werner Gegenbauer (re.) erhielt Helmut Faeder im November 2013 die Urkunde für 60 Jahre Verinsmitgliedschaft.

Helmut Faeder kam vom SSV Buchholz 1953 zu Hertha BSC, schoss in der Folge in der Vertragsliga 127 Tore, in der Regionalliga 43 und in der Amateurliga 19 Treffer. 1958 bestritt er für die Blau-Weißen ein Länderspiel für Deutschland gegen Ägypten, 1963 gehörte er zur Bundesliga-Gründung der Mannschaft von Hertha BSC an und spielte dort mit Männern wie zum Beispiel Otto Rehhagel. Er absolvierte in der ersten Bundesligasaison 27 von 30 Pflichtspielen und war mit neun Treffern der beste Schütze von Trainer Josef Schneider.

Helmut Faeder hatte allerdings noch ein weiteres Hobby - zum Ausgleich spielte er Tischtennis. Bäckermeister Schiller aus der Lortzingstraße hatte damals eine große Idee: Wenn Helmut Faeder gerne Tischtennis spielt, warum sollte er dies nicht bei seinem eigenen Verein tun. Gedacht - getan. Schiller sprach seinen Geschäftsfreund, den Radiohändler Ferdinand Welker (Brunnenstraße/Ecke Lortzingstraße) an. Von ihm wusste er, daß der Filius Gerd ein begeisteter Tischtennisspieler war. Da lag die Frage nahe, ob dieser nicht eine Tischtennis-Abteilung bei Hertha BSC gründen wolle. Am 1. Mai 1963 war es soweit: Gerd Welker, bis heute ununterbrochen 1. Vorsitzender der Abteilung, begann mit zwölf tischtennisbegeisterten Kameraden, drei Platten und viel Ehrgeiz. Obwohl Helmut Faeder niemals an einer Tischtennisplatte von Hertha BSC stand, wies die Abteilung im August 1963 bereits 53 Mitglieder auf.

Sein letztes Bundesliga-Spiel für die Herthaner bestritt Faeder am 15. Mai 1965 in Hannover. Insgesamt absolvierte Helmut Faeder ligaübergreifend 351 Pflichtspiele für Hertha BSC in denen er 212 Tore schoss. Nach seiner aktiven Karriere führte der gebürtige Pankower als selbstständiger Kaufmann einen Obst- und Gemüsegroßhandel und lebte nach der Wende wieder in seiner Heimat Französisch-Buchholz.

In einer Zeit, in der mit dem Wort 'Star', der Bezeichnung 'Legende' leider so manche mediale Übertreibung oder Überhöhung einhergeht, kann man bei Helmut Faeder nur eines feststellen: Der 'Dicke' war einer der ganz großen Stars von Hertha BSC und er ist eine Hertha-Legende!

Hertha BSC, die Geschäftsführung, Gremien, Mitglieder und Fans sind in dieser schweren Zeit an der Seite der Ehefrau, der beiden Söhne, den Enkeln, Urenkeln sowie allen Angehörigen und Freunden. Der Verein wird Helmut Faeder stets im ehrenden Gedenken behalten.

Intern, 30.05.2018
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