Bild: herthabsc

In Berlin kannst du alles sein. Auch großer Bruder.

Im Hinblick auf den 'Vielfalts-Spieltag' am 18. Mai erzählen wir Geschichten von Berlins Buntheit.

Berlin – "Vielfalt müssen wir hier nicht künsteln – wir leben hier die Buntheit von Berlin", meint Ismail Öner, Gründer des MitternachtsSport e.V.. Im sozialen Brennpunkt die Jugendlichen aller Nationen von der Straße holen, sie auffangen, ihnen eine Alternative geben, eine Perspektive – und das mit der Kraft des Fußballs. Dafür setzt sich der gemeinnützige und anerkannte Träger der Jugendhilfe ein und stellt sich mit den 'Goldenen Regeln' Respekt, Toleranz und Fairplay gegen Frustration, Langeweile und Perspektivlosigkeit. Hertha BSC und Jordan Torunarigha unterstützen das Projekt dabei.

Am Wochenende werden ab 20 Uhr die Türen der Sporthallen in Spandau geöffnet, dann strömen die Jugendlichen hinein, um zu kicken. Gegründet hat das vielfach ausgezeichnete Projekt 2007 Ismail Öner als Antwort auf die Konflikte und Kriminalitätsprobleme. "Fußball ist eine Sprache, die jeder versteht. Mit dem Medium erreichen wir die Kinder und Jugendlichen", so Öner.

Jugendcafés in Torunarighas Kiez

Zusätzlich gibt es seit Juni 2016 das 'Jugendcafé' in der Jüdenstraße in der Altstadt Spandaus, das täglich offen ist. Hier können die Jugendlichen mit geschultem pädagogischen Personal über ihre Anliegen jeglicher Art sprechen, Tischtennis oder Videospiele spielen, Beratungsangebote, etwa zu Bewerbungsunterlagen wahrnehmen, etwas essen oder einfach nur Zeit mit anderen Jugendlichen verbringen. Auch gibt es Ferienprogramme, gemeinsame Reisen oder Exkursionen - wie etwa ins Olympiastadion zu den Heimspielen von Hertha BSC.

Demnächst wird ein zweites solches Café in Haselhorst eröffnen, in Torunarighas Kiez, nur wenige Meter von seiner Grundschule entfernt. Torunarigha engagiert sich als einer der 'großen Brüder' und tritt damit in die Fußstapfen von anderen Ex-Herthanern wie Gründugsmitglied Jérôme Boateng oder John Anthony Brooks. "Die großen Brüder sind eine wichtige Säule für unser Projekt – das sind Profifußballer, die nicht vergessen haben, wo sie herkommen – so wie Jordan, der hat Spandau in seiner DNA", erzählt Öner.

Begegnungen auf Augenhöhe 

Der Hertha-Profi kommt regelmäßig ins Café, redet und spielt mit den Kids Tischtennis oder an der Konsole und schaut auch am Wochenende in der Sporthalle vorbei. "Ich will den Kindern vermitteln, dass sie zur Schule gehen und keinen Mist bauen sollen - dann stehen ihnen alle Türen offen. Sie haben nicht das einfachste Leben, der Verein ist wie ein Auffangbecken", erklärt Torunarigha. "Jordan begegnet den Jugendlichen hier auf Augenhöhe. Er gibt ihnen nicht das Gefühl, dass es eine Distanz zwischen ihm und ihnen gibt. Teilweise taucht er hier auf, nachdem er eine Stunde zuvor noch vor 75.000 Menschen im Olympiastadion gespielt hat", freut sich Öner über Torunarighas Engagement.

Auch die Kooperation mit Hertha BSC ist wichtiger Bestandteil des Projektes. Sie wird in der kommenden Saison 2019/20 fortgesetzt und ausgeweitet. "Ohne Hertha kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Hertha gehört zu uns, wir gehören zu Hertha", sagt Öner.

(lb/herthabsc)

Intern, 12.05.2019
Newsletter
Werbung