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In Berlin kannst du alles sein. Vor allem bunt.

Doppeltes Zeichen gegen Diskriminierung: Mit einem Workshop und dem Anschnitt der Regenbogentorte positioniert sich Hertha BSC gegen Homophobie.

Berlin – Wie würdest du reagieren, wenn du ein Mädchen küssen wollen würdest? Oder einen Jungen? Wenn du wegen deines Outfits in der Schule gemobbt wirst? Wenn dir dein Lehrer eröffnet, dass er schwul ist? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Spieler aus Herthas U14 und U15 sowie einige ihrer Mitschüler im Rahmen eines Workshops von MANEO. Im Vorfeld des Vielfalts-Spieltags am Samstag (18.05.19) sprachen die Schüler mit Bastian Finke vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt und zwei geouteten Teenagern von der Sekundarschule Wilmersdorf sowie Hertha-Profi Per Skjelbred über Diskriminierung jeglicher Art, Homophobie und Rassismus.

Denn Hertha BSC hat es sich auf die Fahne geschrieben, sich gegen Rassismus, Homophobie, Trans*phobie und jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Für Vielfalt und ein buntes Berlin. Dazu gehört es auch, aufzuklären, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und sich von Vorurteilen in den Köpfen zu lösen.

Gesagt...

"Es ist extrem wichtig, dass auch im Sport und mit Jugendlichen mehr über Homosexualität und Homophobie gesprochen wird."

Per Skjelbred

Im Workshop thematisierten die Jugendlichen außerdem die Diversität von Sexualität, Klischees und Rollendenken. Sie diskutierten, wie sie sich in schwierigen Situationen, in denen sie mit Ausgrenzung konfrontiert werden, verhalten würden. "Es ist sehr wichtig, füreinander einzustehen und den Mund aufzumachen, wenn man selbst und ein anderer beleidigt wird. Da gehört natürlich viel Mut dazu, aber es ist unsere Pflicht", meinte Skjelbred. "Das ist ein sehr aktuelles Thema. Es ist extrem wichtig, dass auch im Sport und mit Jugendlichen mehr über Homosexualität und Homophobie gesprochen wird", so Herthas Nummer 3 weiter. Auch Sofian Chahed, Trainer der U15, zog ein positives Fazit: "Ich finde es bedeutend, dass die Jugendlichen aufgeklärt und sensibilisiert werden. Ich habe auch noch etwas gelernt."

Regenbogentortenanschnitt

Ein weiteres Zeichen setzte der Hauptstadtclub mit dem Anschnitt des Regenbogenkuchens. Wie bereits im vergangenen Jahr beteiligte sich Hertha an der 'KISS KISS BERLIN'-Kampagne. Im Rahmen dieser mobilisiert MANEO seit 2006 mit verschiedenen, jährlichen Aktionen im Kampf gegen Ausgrenzung, Übergriffe und Hassgewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hertha BSC einen starken Partner an unserer Seite haben. Wir sind eine Gemeinschaft und stehen nicht alleine da. Und trotzdem bleibt noch viel zu tun. Jeden Tag gibt es in Berlin Übergriffe. Umso wichtiger ist es, dass wir mit Aktionen wie diser die Aufmerksamkeit immer wieder schärfen und auf die Problematik aufmerksam machen. Wir danken Hertha BSC für die Unterstützung dabei", zeigte sich Bastian Finke dankbar.

Jahrelanges Engagement

Insgesamt werden in diesem Jahr zehn Regenbogenkuchen an repräsentativen Orten in Berlin angeschnitten - unter anderem auch im Abgeordnetenhaus und im Rathaus. Gebacken wurden die Kuchen vom Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade. Vom 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, bis zum 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Trans*phobie, organisiert MANEO seine Wahrnehmungskampagne 'KISS KISS BERLIN' mit zahlreichen kreativen Aktionen in der Hauptstadt. Ziel ist es, sichtbare Zeichen für ein buntes, weltoffenes, tolerantes und vielfältiges Berlin zu setzen.

Auch als Mitglied und Erstunterzeichner des 2009 gegründeten 'Bündnisses gegen Homophobie' sprechen sich die Herthaner gegen jede Form der Diskriminierung aus. In den vergangenen Jahren hisste die 'Alte Dame' vor der Geschäftsstelle auf dem Olympiagelände eine Regenbogenfahne. Außerdem kann der Hauptstadtclub mit den 'Hertha-Junxx' bereits seit 2001 den ersten offiziellen schwul-lesbischen Fußballfanclub vorweisen.

(lb/City-Press)

      
Soziales, 07.02.2020
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