Bild: citypress

Herthas aktuelle Neuverpflichtung heißt Klimaschutz

In Zusammenarbeit mit der Berliner Energieagentur hat Hertha BSC seinen CO2-Fußabdruck bestimmt und möchte diesen weiter verkleinern.

Berlin - Hertha BSC hat in Zusammenarbeit mit der Berliner Energieagentur seinen CO2-Fußabdruck bestimmt. Der größte Teil der Emissionen fällt bei nachgelagerten Prozessen wie der An- und Abreise der Fans zu und von den Spielen an. Energieeffizienzmaßnahmen und Kompensationen sollen helfen, den von GUTcert geprüften CO2-Fußabdruck weiter zu verkleinern und langfristig klimaneutral zu werden. "Hertha BSC übernimmt Verantwortung. Sowohl in sozialer und sportlicher Hinsicht, als auch beim Klimaschutz", sagt Michael Preetz, Geschäftsführer von Hertha BSC anlässlich der Veröffentlichung des Corporate Carbon Footprint des Hauptstadtvereins in Zusammenarbeit mit der Berliner Energieagentur (BEA). "Als Hauptstadtclub und Teil der Berliner Stadtgesellschaft wollen wir zusammen mit Unternehmen, Sportvereinen und allen Berlinerinnen und Berlinern unseren Beitrag dazu leisten, die Stadt bis 2050 klimaneutral zu machen", so Preetz weiter.

Transparenz als erster Schritt zur Emissions-Reduzierung

Ziel der BEA-Studie zur Erfassung des Corporate Carbon Footprint war es, die Treibhausgasemissionen von Hertha BSC für die Saison 2018/19 zu erfassen und transparent zu machen. Darauf aufbauend wird definiert, welche Bereiche des Vereins von zentraler Bedeutung sind, um durch intelligente Maßnahmen eine zukünftige Reduzierung der Emissionen zu erzielen. Die Berichterstellung und alle Berechnungen der Treibhausgasemissionen folgen den internationalen Standards des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Das 'GHG Protocol' fordert die Berichterstattung sowohl über direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen (Scope 1) als auch von Emissionen aus dem Verbrauch von bezogener Energie wie Strom und Wärme (Scope 2). Über weitere indirekte Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen (Scope 3) wird je nach Relevanz und Datenverfügbarkeit ebenfalls berichtet.

Abbildung: Berliner Energieagentur

Das Ergebnis der BEA-Studie: Der sogenannte 'CO2-Fußabdruck' von Hertha BSC beträgt 10.550 t CO2-Äquivalent. Etwa 90 Prozent der Emissionen fielen mit 9.576 t-CO2- im sogenannten Scope 3 bei den vor- und nachgelagerten Prozessen an, also den Prozessen, die von Hertha BSC nur bedingt zu beeinflussen sind. Konkret verursacht der Transport der Fans zu Heim- und Auswärtsspielen mit Abstand die meisten Emissionen (74 Prozent). Die Geschäftsreisen stehen mit neun Prozent der Gesamtemissionen an zweiter Stelle und der Einkauf von Merchandise-Produkten folgt mit fünf Prozent an dritter Stelle. Indirekte Emissionen wie der Verbrauch von Strom- und Wärmeenergie (Scope 2) machten insgesamt 959 t-CO2-Äquivalente aus. Auf direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen entfielen lediglich 14 t-CO2-Äquivalente.

"Klimaschutz hat im Profifußball bisher eine untergeordnete Rolle gespielt. Umso eindrucksvoller ist es, dass Hertha BSC bei diesem Thema vorangeht und der Verein seine Treibhausemissionen nach einem anerkannten Verfahren transparent und vergleichbar macht. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um überhaupt Maßnahmen ergreifen und in Zukunft Emissionen vermeiden oder kompensieren zu können", erklärt Michael Geißler, Geschäftsführer der BEA. "Das Ergebnis der Studie ist für uns ein weiterer Ansporn, die Herausforderungen beim Klimaschutz zielgenau und seriös anzugehen. Zusammen mit der BEA und GUTcert wollen wir nun die nächsten Schritte gehen und prüfen, wie wir unsere Treibhausemissionen in Zukunft überwachen und senken können", sagt Laura Bertram, CSR-Mitarbeiterin und verantwortlich für Nachhaltigkeitsthemen bei Hertha BSC, die das Projekt koordinierte. "Generell sollten immer erst konkrete CO2-Minderungspotenziale vor Ort ausgeschöpft werden, bevor Emissionen kompensiert werden. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, so zum Beispiel klassische Energieeffizienzmaßnahmen wie der Austausch der Beleuchtung durch LEDs. Auch könnte Hertha BSC seine Fans animieren, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV den Weg zum Heimspiel anzutreten", erläutert Geißler.

Vermeiden – Verringern – Kompensieren

Die Ergebnisse der Studie wurden von der GUTcert GmbH überprüft und zertifiziert. "In der Prüfung konnten wir uns davon überzeugen, dass der Verein alle Anforderungen aus dem GHG Protocol erfüllt. Für die direkten Emissionen (Scope 1 und 2) konnte Hertha BSC bereits CO2-Einsparmaßnahmen umsetzen", so die Auditoren David Kroll und Frank Blume von der GUTcert. "Aus unserer Sicht ist hervorzuheben, dass auch alle wesentlichen indirekten Emissionen (Scope 3) ermittelt und berichtet wurden, die, wie bei einem Eisberg, unter der Wasseroberfläche oft nicht erkannt oder nicht erfasst werden. Damit umfasst die berichtete Bilanz nahezu 100 Prozent aller mit Hertha BSC in Verbindung stehenden Emissionen. Dies ist eine belastbare Grundlage, um durch das Prinzip 'Vermeiden – Verringern – Kompensieren' die Klimabilanz zu verbessern", betont Prof. Dr.-Ing. Jan Uwe Lieback, Geschäftsführer der GUTcert.

 

Zertifikat

(HerthaBSC,BEA,GUTcert/City-Press)

Intern, 23.07.2020
Newsletter
Social
Werbung