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"Mit Leidenschaft und Willen zum Klassenerhalt"

Vor dem letzten Spieltag stellte sich U23-Trainer Ante Covic zum herthabsc.de-Interview.

Berlin - Am Samstag (24.05.14) geht es ab 13.30 Uhr für Herthas U23 im direkten Duell mit dem 1. FC Lok Leipzig um den Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost. Ein Punkt reicht den Schützlingen von Trainer Ante Covic zum Ligaverbleib, doch die Gäste aus Sachsen werden es den Herthaner schwer machen. Vor der Partie sprach U23-Coach Ante Covic über die vergebenen Matchbälle, die ansonsten so starke Rückrunde sowie natürlich über die entscheidende Partie gegen Leipzig.

herthabsc.de: In den beiden zurückliegenden Spielen hättet ihr schon den Klassenerhalt perfekt machen können. Woran hat es gelegen, dass es doch noch nicht geklappt hat?
Ante Covic: Wir haben eigentlich eine sehr gute Rückrunde gespielt, aber bei so einer jungen Mannschaft wie unserer muss man auch Zugeständnisse machen, was die Leistungskonstanz anbetrifft. Das war bei uns im Spiel gegen Meuselwitz so - da haben wir wirklich nicht gut gespielt. In Babelsberg war es ein Spiel auf Augenhöhe - es war schon ärgerlich, dass wir unsere wirklich guten Chancen nicht genutzt haben, nach dem Rückstand nicht mehr zurückschlagen konnten und dann auch noch das Handspiel von Babelsberg auf der Torlinie übersehen wurde.

herthabsc.de: Du hast die Mannschaft mit gerade einmal sechs Punkten übernommen. Gerade nach der Winterpause hat die Mannschaft eine bemerkenswerte Entwicklung gezeigt...
Covic: Ja, wir haben 27 Punkte geholt - wenn wir zwei gleich gute Halbserien gespielt hätten, würden wir uns in ganz anderen Sphären bewegen. Dass unsere 33 Punkte noch nicht zum Klassenerhalt gereicht haben beweist, wie ausgeglichen doch diese Liga ist. Wir haben dennoch alles selbst in der Hand. Wir haben jetzt den dritten Matchball, den wir verwerten wollen.

herthabsc.de: Am Samstag geht es gegen die zweite Überraschungsmannschaft dieses Jahres. Wie schätzt du Lok Leipzig ein?
Covic: Unser erstes Spiel nach der Winterpause war ja das Hinspiel in Leipzig. Das war ein kampfbetontes Spiel gegen eine Leipziger Mannschaft mit viel Leidenschaft - aber die haben wir auch. Wir haben den Sieg dort mit einer Standardsituation erzwungen. Natürlich hoffen wir, dass wir den Erfolg wiederholen können, auch wenn wir alle wissen, dass Leipzig im Vergleich zum Hinspiel mit einem ganz anderen Selbstvertrauen antreten wird. Letztendlich gehen wir auch nach unserer starken Rückrunde mit einem anderen Glauben an unsere Fähigkeiten in das Spiel.

herthabsc.de: Die Kulisse am Samstag scheint beeindruckend zu werden. Welche Rolle spielt dieser Umstand bei der Vorbereitung?
Covic: Leipzig muss gewinnen, für sie ist es ein Endspiel. Das sieht man auch daran, dass sie mit so vielen Fans nach Berlin kommen wollen. Sie werden versuchen, die Partie zum Heimspiel zu machen, aber es bleibt unser Stadion - wir kennen hier jeden Grashalm, den Platz, die Beschaffenheit. Im Spiel am Samstag geht es aber auch darum, wer nervlich stärker ist, die äußeren Einflüsse besser ausblenden kann und sich auf auf das Wesentliche konzentrieren kann. Wir werden alles daran setzen, dass die Mannschaft optimal darauf vorbereitet ist, was sie erwartet.

herthabsc.de: Worauf wird es noch ankommen?
Covic: Wichtig ist, dass die Jungs nicht verkrampfen. Dass wir jeden Gegner in der Liga schlagen können, haben wir bewiesen. Beim Fußball ist es unmöglich, die Leistungsgrenze zu erreichen, wenn man verkrampft. Das wissen wir und wir arbeiten daran, dass unsere junge Mannschaft mit der notwendigen Lockerheit, aber natürlich auch fokusiert, an das Spiel herangeht.

herthabsc.de: Was stimmt dich optimistisch, dass der Klassenerhalt am Samstag perfekt gemacht wird?
Covic: Wir haben eine sehr junge, aber auch sehr leidenschaftliche Mannschaft, die mit viel Willen und Einsatz jetzt endlich den Sack zumachen will. Sie will dieses Spiel mit aller Macht erfolgreich bestreiten. Und ich bin mir sicher, dass sie das auch schafft. Gegen alle starken Mannschaften aus den vorderen Rängen haben wir stark gespielt. Gegen Neustrelitz haben wir zwar verloren, haben uns beim 2:3 aber mehr als teuer verkauft. Gegen die Mannschaften dahinter - Magdeburg, Jena, Union II, Zwickau - haben wir gewonnen. Mit den Leistungen der Rückrunde gibt es keinen Zweifel, dass wir in die Liga gehören.

herthabsc.de: Die Tabellenkonstellation spielt bei der Entscheidung zwischen Klassenerhalt und Abstiegsplatz mit hinein. Schaut ihr auch auf den anderen Platz?
Covic: Das haben wir noch nie gemacht. Man darf sich niemals darauf verlassen, dass andere für einen die Leistung bringen. Und im Fußball macht es noch weniger Sinn, sich auf andere zu verlassen. An den letzten Spieltagen ist es eh fast unmöglich, etwas vorauszusagen. Man ist immer nur für sich selbst und seine Leistungen verantwortlich, wir haben es in der eigenen Hand und wollen den Klasenerhalt aus eigener Kraft schaffen. Dass das möglich ist, ist ein gutes Gefühl.

Nachwuchs, 24.10.2018
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