Bild: citypress

Eine Rückkehr ins Finale

Andreas Thom steht mit seinem Team am Samstag (15.06.13) im Endspiel um die Meisterschaft und kann den Titel gegen Stuttgart verteidigen.

Berlin - 20 Jahre ist es her, dass die Hertha-Bubis das DFB-Pokal-Finale erreichten. In der Saison 1992/93 sorgte die Truppe von Trainer Jochem Ziegert von Runde zu Runde bis zum Finale für Furore und entfachte in der Stadt eine wahre Pokal-Euphorie. Bis zur 77. Minute des Finals am 13. Juni 1993 hielt die Hoffnung auf die ganz große Sensation, doch Ulf Kirsten beendete mit seinem Kopfball die Träume der Herthaner. Die Leverkusener, die damit ihren bisher einzigen nationalen Titel verzeichnen durften, waren nominell deutlich prominenter besetzt als die Youngster der Hertha-Amateure.

Neben dem Torschützen Ulf Kirsten standen zu der Zeit so bekannte Namen wie Vollborn, Foda, Wörns, Lupescu, Kree, Happe oder Hapal in den Reihen von Trainer Dragoslav Stepanovic. Doch ein Name ist Herthas Anhängern noch weitaus besser bekannt: Andreas Thom. „Es ist immer schwer, wenn man gegen einen Verein aus einer anderen Liga spielen muss. Jeder hat vorausgesetzt, dass wir dieses Spiel klar und deutlich dominieren, aber die Bubis haben eine phänomenale Saison gespielt und sind verdient ins Finale gekommen. Am Ende haben wir uns aber mit 1:0 durchgesetzt und uns sehr darüber gefreut“, erinnert sich Andreas Thom.

Zweimal in zwei Jahren gegen Stuttgart um den Titel

Der Rüdersdorfer spielte in der DDR lange Zeit für den BFC Dynamo, ehe er nach dem Mauerfall als erster Spieler aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen wechselte. Nach seinem erfolgreichen Gastspiel beim schottischen Renommierklub Celtic Glasgow kehrte der Ausnahmekönner nach Berlin zurück und schloss sich im Winter 1998 Hertha BSC an. Nach seiner aktiven Karriere wurde Thom Trainer. Zunächst als Co-Trainer der Profis von Hertha BSC unter Hans Meyer und Falko Götz, dem er auch bei Holstein Kiel assistierte, seit 2010 in der Rolle des Cheftrainers bei den U17-Junioren von Hertha BSC.

In seiner noch jungen Cheftrainerkarriere machte der sympathische Übungsleiter in kürzester Zeit mit sportlichen Erfolgen von sich Reden. Neben den Siegen im Berliner Pokal sowie im Pokalwettbewerb des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) erreichte Thom mit seiner Mannschaft in zwei von drei Spielzeiten die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Im vergangenen Jahr überstand die von ihm gecoachte Mannschaft das Halbfinale gegen den 1. FC Köln, in diesem Jahr gegen den FC Schalke 04. Wie auch schon im Vorjahr heißt der Gegner VfB Stuttgart. Vor Jahresfrist setzte sich die Thom-Elf mit Spielern wie Marius Gersbeck, Hany Mukhtar und Anthony Syhre in einer engen Partie mit 2:0 durch, am kommenden Samstag (15.06.13) wird es ähnlich schwierig.

Alles oder nichts - Sieg oder Niederlage

„Wer gegen Werder Bremen auswärts 7:1 und zu Hause nochmal 4:0 gewinnt muss richtig gut sein. Es wird mit Sicherheit ein interessantes, ein spannendes Spiel und wir hoffen natürlich auch, den Titel in Berlin zu behalten“, zeigt sich Andreas Thom gewohnt ehrgeizig. Mit seiner langjährigen Profierfahrung – und inzwischen auch schon als Trainer – weiß Thom, dass es in Alles-oder-nichts-Spielen auf viele Faktoren ankommt: „Es ist nur ein Spiel, am Ende gibt es nur einen Sieg oder eine Niederlage. Für beide Teams wird die Tagesform ausschlaggebend sein, dazu kommt die große Kulisse, hoffentlich gutes Wetter und vielleicht auch ein bisschen das Glück des Tüchtigen.“

Lediglich zwei Spieler sind von der letztjährigen Meistermannschaft in Reihen der Herthaner noch dabei – Junior Ebot-Etchi und Yanni Regäsel. Andreas Thom könnte somit bei einem neuerlichen Erfolg die zweite Meisterelf innerhalb von zwei Jahren schmieden. Um 14.00 Uhr geht es auf dem Rasen des Amateurstadion um die Deutsche Meisterschaft für Andreas Thom und seine U17-Herthaner. Vielleicht geht für die U17 der Titeltraum, wie im Vorjahr in Erfüllung.

Nachwuchs, 24.10.2018
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