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"Ich habe einen sehr positiven Eindruck"

Bei einer gemeinsamen Bootstour mit den mitgereisten Medienvertretern zog Michael Preetz am Dienstag (09.07.19) ein erstes Fazit zum Trainingslager in Neuruppin..

Neuruppin - Das erste Trainingslager unter Herthas neuem Coach Ante Čović neigt sich dem Ende entgegen, am Mittwoch (10.07.19) geht es für die Blau-Weißen nach einer abschließenden Einheit in Neuruppin zurück in die Heimat. Intensiv haben die Herthaner gearbeitet und dabei das neue Trainerteam näher kennengelernt. Herthas Manager Michael Preetz bilanzierte bei einer abschließenden Bootstour am Dienstag mit den mitgereisten Journalisten über den neuen Übungsleiter: "Er spricht wahnsinnig viel mit den Spielern und greift oft ein, beobachtet und korrigiert viel. Das ist ihm wichtig. Das hat viel damit zu tun, dass er von Anfang an Dinge vermitteln möchte." herthabsc.de hat die wichtigsten Aussagen von Herthas Geschäftsführer Sport zusammengefasst.

Michael Preetz über…

… seine bisherigen Eindrücke vom Training mit Ante Čović: Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck. Ich erlebe eine Mannschaft, die mit viel Freude bei der Arbeit ist. Die Jungs arbeiten sehr konzentriert – das ist normal, wenn ein neuer Trainer da ist. Ich erlebe Ante sehr fordernd, aber auch fördernd. Er kommuniziert sehr viel mit den Spielern, er macht einen sehr guten Eindruck bisher.

… die Trainingsinhalte in Neuruppin: Der Ball steht viel im Vordergrund. Jeder, der mal gespielt hat weiß, dass es besser ist, mit Ball zu laufen als ohne. Dann hat man zumindest das Empfinden, dass es weniger anstrengend ist – das trügt aber. Aber natürlich geht es auch darum, die Dinge so früh wie möglich zu verinnerlichen. Sechs Wochen sind auf der einen Seite relativ lang – vor allem für die Spieler, auf der anderen Seite aber auch relativ kurz, wenn du Abläufe einstudieren willst. Es ist ja auch eine Kennlernphase zwischen dem neuen Trainerteam und der Mannschaft. Deswegen hilft es, dass Ante viel mit dem Ball arbeiten lässt – denn wenn es los geht, muss man ja auch mit dem Ball umgehen können.

… den veränderten Spielstil: Wir werden schon versuchen, etwas offensiver und aktiver zu spielen. Ante ist ein offensiv denkender Trainer, der viel mit dem Ball arbeitet und möchte, dass die Mannschaft idealerweise ordentlich Ballbesitz hat. Aber am Ende wird es im Fußball immer darum gehen, dass eine Tor mehr zu schießen als der Gegner. So ist unser Spielstil darauf ausgerichtet, möglichst viele Möglichkeiten in der Offensive zu kreieren.

… mögliche Veränderungen im Kader: Das ist ja völlig normal, dass der Kader noch etwas reduziert wird. Parallel startet unsere U23 in die neue Saison. Wir haben einige Jungs dabei, die mit Sicherheit in der U23 spielen werden. Andere Spieler würden wir gerne verleihen, damit sie den nächsten Entwicklungsschritt nehmen. Wir werden im zweiten Trainingslager mit unseren U21-Nationalspielern dann nahezu komplett sein. In Stegersbach setzetn wir uns nochmal zusammen und schauen, wer dabei sein wird. Eine Kadergröße von drei Torhütern plus 22 bis 25 Feldspieler peilen wir an. Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich hier entsprechend zu zeigen – davon machen sie auch einen regen Gebrauch. Das Engagement ist hoch.

… potenzielle Neuzugänge: Wir schauen intensiv und beobachten den Markt. Wenn wir an die vergangene Saison zurückdenken, haben wir kurz vor Schluss der Transferperiode mit Marko Grujić einen Transfer getätigt, der nicht ganz so schlecht war. Wir haben also noch relativ viel Zeit. Es ist eine gewisse Unruhe auf dem Markt. Aber es geht vor allem darum, dass das Trainerteam ihre neue Mannschaft richtig kennenlernt, um daraus ein genaues Anforderungsprofil aufzustellen.

Gesagt...

"Wir wollen weiterhin auf junge Burschen setzten, die wir entwickeln können. Das bleibt unser Anforderungsprofil. "

Michael Preetz

… die neuen finanziellen Möglichkeiten, die sich aus dem Investorendeal ergeben: Wir werden weiterhin nach jungen, interessanten Spielern Ausschau halten. Es ist richtig, dass wir unseren Blick nun auch in andere Richtungen lenken können, aber es geht darum, Spieler zu finden, die zu uns und zu unserer Philosophie passen: Junge Spieler, aber auch punktuell erfahrene Akteure, wie es beispielsweise bei Dedryck Boyata der Fall war. Wir wollen weiterhin auf junge Burschen setzten, die wir entwickeln können. Das bleibt unser Anforderungsprofil. Auch wenn wir neue Möglichkeiten haben, müssen wir immer schauen, dass das Gesamtgefüge passt.

… die Sehnsucht der Fans nach einem 'Knaller-Transfer', der 30 oder 40 Millionen kostet: Das würde aus meiner Sicht nicht so viel Sinn machen, weil mit jedem Transfer immer Risiken verbunden sind. Mit wenig Geld kann man Fehler machen, mit viel Geld kann man auch Fehler machen. Solche Spieler müssen auch immer zu uns passen. Es ist auch nicht ausgeschlossen – möglicherweise wird es irgendwann mal so einen Transfer bei uns geben. Das kann ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht sagen. Ich glaube aber nicht, dass man eine Mannschaft signifikant weiterentwickelt, indem man einen Spieler, auf den alles fokussiert ist, verpflichtet. Unser Ziel ist es, dass wir das Team insgesamt entwickeln und dass wir die Potenziale der einzelnen Spieler anheben. Dass wir dazu Qualität benötigen, ist uns auch bewusst, und die versuchen wir, hinzuzufügen.

… die Entwicklungspotenziale der Spieler: Wir haben eine Menge junge Spieler – vor allem bei denen sehe ich bei jedem Einzelnen viel Entwicklungspotenzial. Auch bei den Jungs, die von der U21 zurückkommen. Beispielsweise ein Arne Maier hat in der vergangenen Saison wahnsinnig viel gespielt. Von ihm erwarten wir uns den Schritt hin zu mehr Offensivqualität, die der Junge besitzt und von der wir überzeugt sind. Auch einen Jordan Torunarigha müssen wir weiterentwickeln und dafür sorgen, dass der eines Tages ein unverzichtbarer Stammspieler wird. Maximilian Mittelstädt ist mit seiner Entwicklung sicherlich auch noch lange nicht am Ende, Javairô Dilrosun hat in seiner ersten Bundesliga-Saison seine hohe individuelle Qualität gezeigt. Von ihm wünschen wir uns mehr solche zündenden Aktionen, wie im Testspiel gegen Braunschweig. Mit Dennis Jastrzembski haben wir einen ganz jungen Spieler dabei, dem wir einen Schlüssel im Offensivspiel an die Hand geben müssen. Oder auch von einem Niklas Stark erhoffe ich mir den nächsten Schritt.

… die Rolle der Routiniers Salomon Kalou und Vedad IbiševićIch erlebe Vedad einmal mehr fokussiert und wahnsinnig ehrgeizig – auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung griffig. Sala hat eine Klasse und Qualität als Spieler, an der wir nicht so einfach vorbei gehen können – in welchem Alter auch immer. Ganz nebenbei sind das zwei Spieler, die in der Vergangenheit dafür gesorgt haben, dass wir die Tabellenpositionen erreicht haben. Beide haben hier ein großes Kapitel mitgeschrieben und ich traue beiden eine ähnliche Rolle zu. Sie sind beide die ersten Ansprechpartner der vielen jungen Spieler - das machen sie großartig. Solche Sachen bekommen die meisten abseits des Platzes ja gar nicht mit.

… die Tatsache, dass es mit Union einen weiteren Bundesligisten in Berlin gibt: Von der Aufmerksamkeit ändert sich schon etwas – auch für die Sportstadt Berlin. Das ist positiv zu bewerten. Eine höhere Aufmerksamkeit für den Fußball und für den Berliner Sport tut gut. Natürlich ändert sich mindestens zwei Mal im Jahr etwas – wenn die Derbys anstehen. An diesen beiden Terminen geht es für uns darum, die Spiele zu gewinnen. Das sind unsere Ambitionen – ohne Frage. Aber von dem sportlichen Wettkampf, der Aufmerksamkeit und von der Rivalität her werden beide Vereine profitieren.

… die Saisonziele: Wenn die Mannschaft komplett ist und wir alle miteinander gesprochen haben, werden wir danach auch mitteilen, wie wir uns die neue Saison vorstellen. Was ich jetzt aber schon klar sagen kann: Wir wollen besser abschneiden als in der vergangenen Saison und uns als Verein weiterentwickeln wollen.

(sj,war/City-Press)

Profis, 09.07.2019
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