Bild: Imago

Kiek ma, wer da kommt: Bremen

Unter Flutlicht empfängt Hertha BSC am Samstagabend (16.02.19, 18:30 Uhr) den SV Werder Bremen zum Topspiel im Olympiastadion. Hauptsponsor TEDi präsentiert die Gegnervorschau.

Berlin – Flutlicht, Topspiel, richtungsweisende Partie! Am Samstag (16.02.19, 18:30) empfängt Hertha BSC den SV Werder Bremen im Olympiastadion - zum dritten Mal in der aktuellen Spielzeit zur 'Primetime'. Die Bilanz der Blau-Weißen ist dabei ausgeglichen: Eine Niederlage gegen RasenBallsport Leipzig steht einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt entgegen. Nun folgt gegen den SVW die dritte Auflage des Abendspiels. Passend zur parallel stattfindenden Berlinale bietet sich den Herthanern also der perfekte Rahmen, um sich zu präsentieren - frei nach dem Motto: großes Kino im Olympiastadion! herthabsc.de stellt den Protagonisten aus der Hansestadt näher vor.

Die sportliche Situation: Bei den Norddeutschen herrscht aktuell beste Stimmung. Passend zum 120-jährigen Vereinsjubiläum fertigten die Grün-Weißen den FC Augsburg mit 4:0 ab - und das nur wenige Tage nach dem umjubelten 7:5-Sieg nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal Achtelfinale bei Borussia Dortmund. "Wir haben Schlüssel für Spiele gefunden, die nicht immer unserer eigenen Spielidee entsprachen. Es gibt Partien, in denen du diese Mittel brauchst. Es gibt aber keine Zufriedenheit bei uns, sondern wir müssen jetzt liefern", sagte Trainer Florian Kohfeldt. Mit seiner Elf, die acht von zwölf Rückrundenpunkte holte, steht der charismatische Coach aktuell als Zehnter nur einen Zähler hinter dem Hauptstadtclub. "Alle Jungs in meiner Mannschaft wollen etwas erreichen. Natürlich kann uns auch eine Niederlage erwischen, aber die Saison spitzt sich langsam zu und es ist per se eine andere Anspannung da", so der Übungsleiter weiter. Nach einem starken Saisonstart mit nur einer Niederlage aus den ersten acht Partien und Tabellenplatz drei, verhinderte eine Durststrecke mit nur einem Sieg aus den folgenden neun Duellen vor der Winterpause eine bessere Platzierung.

Die Bremer im Fokus: Über den inzwischen 40-jährigen Claudio Pizarro wurde schon viel geschrieben - und das nicht erst seit dieser Saison, in der er wieder einmal der älteste eingesetzte Spieler der Liga ist. Dass der Peruaner trotz seines hohen Fußballer-Alters noch immer ein wichtiger Faktor für die Bremer ist, bewies 'Pizza' zuletzt mit seinem sehenswerten Treffer im Pokalspiel beim BVB. "Ich habe ihn am Sonntag mal bewusst vor dem Spiel reden lassen. Er hilft aber auch nicht nur mit Worten, sondern alleine mit seiner Ausstrahlung. Außerdem hat er einen hohen sportlichen Wert, das hat man in Dortmund gesehen", sagte Kohfeldt. Auch gegen den Hauptstadtclub war der ehemalige Bayern-Angreifer stets treffsicher: zehn Mal knipste er bis dato in Spielen gegen die 'Alte Dame'. Das gelang keinem anderen Akteur in dieser Spielpaarung. Und dass die Nordlichter für die Zeit nach Pizarro bereits gut aufgestellt sind, beweisen die Brüder Maximilian und Johannes Eggestein. Der 22-jährige Maximilian und der 20-jährige Johannes sorgen zusammen mit dem ebenfalls 22-jährigen Milot Rashica für Offensivschwung. Zusammen kommt das junge Trio auf zwölf der insgesamt erzielten 36 Treffer.

Die Schnittstellen: Bei einem Blick auf den Kader des kommenden Gegners sticht ein Name heraus: Sebastian Langkamp. Zwischen Juli 2013 und Januar 2018 trug der 31-Jährige das Trikot der Hauptstädter, ehe er an die Weser wechselte. Für die Blau-Weißen bestritt der zuverlässige Innenverteidiger 121 Einsätze, dabei gelang ihm ein Treffer. Den umgekehrten Weg wagte Davie Selke. Der Angreifer, der in Bremen zum Bundesliga-Spieler avancierte, kam nach der Zwischenstation Leipzig an die Spree. "Davie ist ein lockerer Typ, aber auf dem Platz auch ein wahsinniger Wettkampftyp. Er ist auf dem Weg, ein kompletter Stürmer zu werden. Das freut mich für ihn", sagt Kohfeldt, der Herthas Nummer 27 seinerzeit als Co-Trainer bei den Norddeutschen betreute. Eine Verbindung gibt es auch zwischen Pizarro und Salomon Kalou: gemeinsam standen sie in der Saison 2007/08 zusammen beim Chelsea FC auf dem Platz. "Er ist ein wirklich netter Kerl, darüber hinaus auch unglaublich professionell. Claudio verhält sich auf dem Platz extrem clever und macht die richtigen Dinge zur richtigen Zeit, es war immer sehr angenehm, mit ihm zusammenzuspielen", erinnert sich Kalou an die gemeinsame Zeit in London.

Gesagt...

"Wir können einem direkten Konkurrenten wehtun – und das wollen wir natürlich!"

Davy Klaassen

Das Hinrundenduell: In der Hinrunde empfing der Tabellenvierte Bremen die zweitplatzierten Berliner. Vor dem 5. Spieltag in einer 'Englischen Woche' waren beide Teams noch ungeschlagen, im Anschluss daran hatte die Mannschaft von Pál Dárdai diese makellose Bilanz verloren. Mit 1:3 (0:2) musste sich der Hauptstadtclub geschlagen geben. Martin Harnik, Miloš Veljković und Max Kruse trafen für die Gastgeber, der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Javairô Dilrosun kurz nach Wiederanpfiff war zu wenig. "Wir hatten einfach nicht die mentale Frische", ärgerte sich Coach Dárdai über die Niederlage. Für Bremens Trainer Kohfeldt war es seit seinem Dienstantritt am 30. Oktober 2017 das 15. Bundesliga-Heimspiel ohne Niederlage. Das schaffte vor ihm kein anderer Coach an der Weser.

Die Meinung über den Hauptstadtclub:
"Die Herthaner haben eine ausgeprägte taktische Flexibilität, aber auch eine klare Spielweise, über starke Körperlichkeit in der Spitze. Sie spielen viel 'steil-Klatsch' und werden gegen uns eine offensive Ausrichtung haben", schildert Kohfeldt seine Erwartungen vor dem Gastauftritt in Berlin. Seine Idee skizziert der 36-Jährige klar: "Da kommt eine Menge Wucht auf uns zu. Wir müssen Hertha in Bewegung bringen und dann können wir auch selbst zu Torchancen kommen." Mittelfeldstratege Davy Klaassen hebt die Wichtigkeit dieser Partie hervor: "Alle Spiele sind wichtig, aber dieses ist extra wichtig. Wir können einem direkten Konkurrenten wehtun – und das wollen wir natürlich!", sagt der Niederländer.

(sj,fw/imago)

Profis, 15.02.2019
Newsletter
Werbung