Bild: dpa

Kiek ma, wer da kommt: Dortmund

Am Samstagabend (21.11.20, 20:30 Uhr) treffen die Herthaner auf den Ballspielverein Borussia. Die Gegnervorschau.

Berlin – Beeindruckende 145 Bundesliga-Punkte sammelte Borussia Dortmund in den vergangenen beiden Spielzeiten. Dass es für die Schwarz-Gelben dennoch in beiden Saisons 'nur' zum Titel des deutschen Vizemeisters reichte, ist der andauernden Dominanz des FC Bayern München geschuldet. Der BVB begeisterte seine Anhänger dennoch mit erfolgreichem Fußball. Immer wieder bauen die Westfalen hochtalentierte junge Spieler mit viel Qualität in ihre Mannschaft ein und wollen so auch in diesem Jahr ganz oben mitmischen. Wenngleich der achtfache Deutsche Meister vor der Saison bewusst auf ein öffentlich verkündetes Ziel verzichtete, hieße das nicht, "dass wir nicht ambitioniert sind", stellt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke klar. "Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen!" Am Samstagabend (21.11.20, 20:30 Uhr) gastiert die Elf aus dem Ruhrgebiet im Olympiastadion und wird versuchen, dieses Vorhaben auch im Flutlichtspiel in der Hauptstadt umzusetzen. Zuvor nimmt herthabsc.de den kommenden Kontrahenten unter die Lupe.

Die sportliche Situation: Auch in der laufenden Spielzeit zählt Schwarz-Gelb zu den Top-Teams der Liga. Nach sieben absolvierten Partien liegt die Elf von Trainer Lucien Favre auf Tabellenrang 3, musste zuletzt aber eine schmerzhafte 2:3-Heimniederlage gegen den Dauerrivalen aus München schlucken. "Wir hatten genug Chancen und sehen, dass wir mithalten können. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen, versuchen weiter unsere Spiele zu gewinnen – und dann werden wir sehen, wo das hinführt", ordnete Manuel Akanji die Partie ein. Dass die Elf vom Borsigplatz nach Rückschlägen die richtigen Antworten finden kann, bewies der BVB in der UEFA Champions League, wo der Sieger von 1997 nach einer Auftaktniederlage gegen die S.S. Lazio in Rom zwei Zu-Null-Siege gegen Zenit St. Petersburg sowie den FC Brügge folgen ließ. Auch im DFB-Pokal ist der Titelträger von 2017 noch vertreten und trifft im letzten Pflichtspiel des Jahres auf Herthas Erstrundengegner Eintracht Braunschweig.

Gesagt...

"Hertha BSC hat eine unangenehm zu bespielende Mannschaft, die viel Qualität mitbringt. Wir müssen das Spiel hochkonzentriert angehen."

Lucien Favre

Die Dortmunder im Fokus: Wie schon angedeutet ist der Kader des Ballspielvereins gespickt mit spannenden jungen Spielern. Einer der auffälligsten Akteure ist Erling Haaland, der im Januar aus Salzburg in den Pott wechselte und auch bei seinem neuen Arbeitgeber mit erstaunlicher Konstanz netzt. Der Angreifer bestätigte seine gute erste Rückserie und ist in der laufenden Spielzeit mit elf Toren in elf Pflichtspielen bester Dortmunder Torschütze. Ein weiterer Senkrechtstarter ist Giovanni Reyna. Der Sohn des früheren Bundesliga-Profis Claudio debütierte bereits als 17-Jähriger im Januar 2020 in der Bundesliga und spielte sich in der Rückrunde mehr und mehr im Team fest. In der laufenden Saison überzeugt der junge Offensivspieler als bester Dortmunder Vorlagengeber und verlängerte unmittelbar vor dem Auftritt in Berlin seinen Vertrag. In der jüngsten Länderspielpause debütierte Reyna darüber hinaus auch im Nationalteam der USA. Debüt ist das Stichwort: Youssoufa Moukoko feiert am Freitag vor der Partie seinen 16. Geburtstag und könnte bei einem Einsatz am Samstagabend zum jüngsten Bundesliga-Spieler der Geschichte werden. "Es gibt außergewöhnliche Talente, er scheint dazuzugehören", sagte Bruno Labbadia im Vorfeld auf Nachfrage und ergänzte schmunzelnd. "Moukoko weiß offenbar, wo das Tor steht – dafür ist das Alter irrelevant!"

Die Schnittstellen: Berührungspunkte zwischen Schwarz-Gelb und Blau-Weiß gibt es zuhauf. Sowohl BVB-Trainer Lucien Favre als auch das Hertha-Eigengewächs Nico Schulz und Lukasz Piszczek haben eine Vergangenheit bei der 'Alten Dame'. Piszczek kennt zudem auch Krzysztof Piątek, den er bei seinem letzten Länderspiel für die polnische Nationalelf traf. Von ihrer Auswahl bestens bekannt sind auch Norwegens Erling Haaland und Rune Jarstein sowie die Belgier Thomas Meunier, Axel Witsel und Thorgan Hazard auf der einen sowie Dedryck Boyata und Dodi Lukébakio auf der anderen Seite. Boyata nahm zudem mit dem BVB-Trio an der WM 2018 teil, gemeinsam wurden sie Dritter. Mahmoud Dahoud verzeichnet für die U-Mannschaften des DFB ebenfalls erfolgreiche Turnierteilnahmen mit mehreren Herthanern. Mit Lukas Klünter und Niklas Stark wurde der Mittelfeldspieler 2017 U21-Europameister und erreichte zwei Jahre später mit Eduard Löwen und Maximilian Mittelstädt erneut das Endspiel, wobei der große Wurf gegen Spanien diesmal ausblieb. Ein Finaltriumph gelang Marvin Plattenhardt gemeinsam mit den Dortmundern Julian Brandt und Emre Can – das Trio wurde mit der A-Nationalmannschaft 2017 gemeinsam Confed Cup-Sieger. Bekannt sind auch Dan-Axel Zagadou und Mattéo Guendouzi, die schon zusammen für Frankreichs U21 aufliefen.

Die vergangenen beiden Duelle in Berlin gingen an den BVB, das Spiel im März 2019 sparte nicht an Drama.

Die besonderen Duelle: Spiele zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund im Berliner Olympiastadion geizten insbesondere in den vergangenen Jahren selten mit Drama. Die vergangenen beiden Duelle gingen an die Gäste, die sich 2019/20 knapp in Unterzahl ins Ziel retteten (2:1) sowie 2018/19 mit großem Drama und einem Last-Minute-Sieg (3:2) durchsetzten. "Die Mannschaft hat ein super Spiel gemacht, jeder war dabei und ist an seine Grenzen gegangen. Deswegen ist es sehr enttäuschend, dass wir nicht einmal einen Punkt mitgenommen haben", konstatierte Niklas Stark seinerzeit. Bessere Erinnerungen dürften Herthas Nummer 5 und alle Berliner Fans an den bislang letzten Heimsieg gegen den Vizemeister haben – am 11. März 2017 sicherte Marvin Plattenhardt mit einem traumhaften Freistoßtreffer das 2:1. Unvergessen ist auch der historische 9:1-Sieg aus dem Jahre 1970 – der höchste Bundesliga-Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: "Wir haben uns mehrere Spiele von Hertha BSC angeschaut. Es ist eine unangenehm zu bespielende Mannschaft, die wie jeder Kontrahent in der Bundesliga viel Qualität mitbringt", sagt BVB-Trainer Lucien Favre vor der erneuten Rückkehr an seine erste Wirkungsstätte in Deutschland. Das Gastspiel an der Spree markiert für die Dortmunder den Auftakt zu einem extrem eng getakteten Programm bis Weihnachten. "Wir haben eine intensive Phase vor uns und müssen jedes Spiel einzeln und hochkonzentriert angehen", gab der Schweizer die Richtung vor.

(kk/dpa,City-Press)

Profis, 20.11.2020
Newsletter
Social
Werbung