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Kiek ma, wer da kommt: Union

Die 'Alte Dame' bestreitet am Freitag (22.05.20, 20:30 Uhr) ihr erstes Heimspiel vor leeren Rängen. Das Stadtderby gegen den 1. FC Union steht an. Hauptsponsor TEDi präsentiert die Gegnervorschau.

Berlin - Ein Derby wie kein anderes. Erstmalig spielt Hertha BSC ein Heimspiel ohne Publikum und muss ausgerechnet im Stadtderby gegen den 1. FC Union am Freitag (22.05.20, 20:30 Uhr) ohne die lautstarke Unterstützung der blau-weißen Fans auskommen. Trotz der fehlenden Zuschauer bleibt das Berliner Duell "ein spezielles Spiel mit speziellen Emotionen", wie FCU-Trainer Urs Fischer vor der anstehenden Begegnung klarstellt. Beide Mannschaften konnten sich bereits am vergangenen Spieltag mit den neuen und ungewohnten Umständen vertraut machen. "Das ist natürlich brutal bitter für beide Seiten, dass die Fans nicht im Stadion sein können, aber du freust dich als Spieler natürlich zu 100 Prozent auf das Spiel an sich", erklärt Union-Verteidiger Florian Hübner vor dem Kräftemessen. Vor dem anstehenden Stadtderby blickt herthabsc.de auf die 'Eisernen'.

Die sportliche Situation: Der FCU belegt in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte nach 26 Spieltagen den zwölften Tabellenplatz – und steht damit knapp hinter den Blau-Weißen. Die Herthaner zogen nach dem 3:0-Erfolg über die TSG Hoffenheim am Stadtrivalen vorbei. Die Unioner unterlagen unterdessen dem FC Bayern München mit 0:2. Die Köpenicker präsentierte sich zwar kompakt und mutig gegen den deutschen Rekordmeister, musste sich nach zwei Standardgegentoren jedoch geschlagen geben. Seit drei Spielen warten die Unioner auf einen Sieg im deutschen Oberhaus, die 'Alte Dame' dagegen ist seit drei Spielen ungeschlagen. Im Stadtderby trifft eine ausbaufähige Heimbilanz der Blau-Weißen auf eine ausbaufähige Auswärtsbilanz der Rot-Weißen. In den jeweiligen Tabellen rangieren beide Teams in den unteren Regionen. "Wir schauen nicht auf die Tabelle, wer vor uns und wer hinter uns ist. Es wird uns nicht beeindrucken, ob Hertha vor oder hinter uns liegt. Es geht um den Klassenerhalt. Wir müssen punkten", blickt Unions Co-Trainer Markus Hoffmann nach der Niederlage gegen den Tabellenführer nach vorne. Hoffmann vertrat Chefcoach Urs Fischer, der das Spiel aus privaten Gründen verpasste. Der Schweizer kehrt im Berliner Duell wieder an die Seitenlinie zurück.

Gesagt...

"Wir schauen nicht auf die Tabelle, wer vor uns und wer hinter uns ist. Es wird uns nicht beeindrucken, ob Hertha vor oder hinter uns liegt."

Markus Hoffmann

Die Unioner im Fokus: Ein entscheidender Faktor für die solide Saison der Köpenicker ist Angreifer Sebastian Andersson. Der Schwede traf bereits elf Mal in der laufenden Spielzeit und ist dadurch für fast ein Drittel der Treffer seiner Mannschaft verantwortlich. Zuletzt plagten den 1,90 Meter großen Stürmer Knieprobleme, am vergangenen Spieltag kam der 28-Jährige immerhin für die Schlussphase in die Partie. "Es war uns wichtig, mit ihm behutsam umzugehen", erklärte Fischer den Kurzeinsatz des Torjägers. Ein weiterer rot-weißer Akteur, den die Hintermannschaft der 'Alten Dame' auf dem Zettel haben sollte, ist Kapitän Christopher Trimmel. Der Rechtsverteidiger bereitete in der aktuellen Saison bereits neun Treffer vor und ist damit sechstbester Vorlagengeber der Liga. Darüber hinaus zählen die Unioner zu den besten Teams, wenn es um die Laufleistung geht. Mit durchschnittlich 117,92 Kilometern im Spiel steht der FCU auf Rang vier in diesem Ranking.

Die Schnittstellen: Nur rund 30 Kilometer trennen die Stadtnachbarn voneinander. Dass es dabei auch einige Schnittstellen gibt, verwundert nicht. Zum einen durchlief das rot-weiße Quartett um Robert Andrich, Manuel Schmiedebach, Christopher Lenz und Julius Kade die Jugend der Hertha BSC Fußball-Akademie. Darüber hinaus stehen sich in den Berliner Kadern zwei Cousins gegenüber. Javairo Dilrosun ist mit Unions Sheraldo Becker verwandt. Zum Familienduell wird es am Freitag jedoch nicht kommen, da Becker verletzt ausfällt. Gleich für mehrere Akteure wird das Stadtderby auch ein Wiedersehen mit alten Weggefährten sein. So spielte Christian Gentner mit Vedad Ibisevic sowie Alexander Esswein beim VfB Stuttgart zusammen, und wurde mit Peter Pekarik beim VfL Wolfsburg sogar Deutscher Meister. Sebastian Polter kickte mit Niklas Stark und Marvin Plattenhardt beim 1. FC Nürnberg, Pascal Köpke spielte zusammen mit Grischa Prömel beim Karlsruher SC und Lukas Klünter kennt Neven Subotic aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Köln. Bruno Labbadia sieht in dieser Begegnung zwei seiner ehemaligen Schützlinge wieder. Mit Christian Gentner arbeitete der 54-Jährige in Stuttgart, mit Yunus Malli in Wolfsburg.

Das Hinrundenduell: An das Hinspiel hat die 'Alte Dame' keine guten Erinnerungen. Der FCU gewann am 10. Spieltag mit 1:0 (0:0). Ein Elfmeter von Sebastian Polter sorgte in der 90. Minute für die Entscheidung in einer Partie, in der erwartungsgemäß viele und intensive Zweikämpfe geführt wurden und beide Mannschaften sich nichts schenkten. "Auf dem Platz war es gefühlt ein 0:0-Spiel. Wegen einer Szene haben wir verloren, aber es gibt noch ein Rückspiel", zeigte sich Niklas Stark nach der Niederlage im November 2019 bereits kämpferisch.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Nicht nur die wochenlange coronabedingte Zwangspause veränderte die Vorbereitung auf das kommende Stadtduell – auch der Trainerwechsel bei den Herthanern trägt zu einer speziellen Ausgangslage für die Gäste bei. Über seinen Trainerkollegen sprach FCU-Coach Fischer auf der virtuellen Pressekonferenz vor der Partie: "Bruno Labbadia hat eine Handschrift, die man sieht. Wir haben uns an Spielern (Christian Gentner, Yunus Malli, Anm. d. Red.) orientiert, die er gecoacht hat. Seine Mannschaften sind gut organisiert, stehen kompakt, sind aggressiv und arbeiten gut gegen den Ball." Die Marschroute der 'Eisernen' ist aus Sicht von Fischer klar: "In erster Linie geht es um wichtige drei Punkte, um unser Ziel (Klassenerhalt, Anm. d. Red.) zu erreichen."

(pm/City-Press)

Profis, 21.05.2020
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