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Kiek ma, wer da kommt: Köln

Im Duell der direkten Tabellennachbarn geht es für Hertha BSC am Samstag (22.02.20, 15:30 Uhr) gegen den 1. FC Köln. Die Rheinländer unter der Lupe.

Berlin – Im 600 Kilometer entfernten Köln feiern die Rheinländer zurzeit Karneval. Auch die Spieler zelebrierten auf der obligatorischen Karnevalssitzung des Vereins die 'fünfte Jahreszeit'. Am kommenden Samstag (22.02.20, 15:30 Uhr) geht allerdings der Ligaalltag weiter: Im Rahmen des 23. Spieltags ist der 'Effzeh' bei Hertha BSC zu Gast. Die Hauptstädter wollen den 'Geißböcken' die Party natürlich vermiesen und die Zähler in Berlin behalten. Gegen den direkten Tabellennachbarn geht es für beide Teams um drei wichtige Punkte, die einen entscheidenden Schritt in Richtung gesichertes Mittelfeld bedeuten könnten. Zwar bezeichnete Gästetrainer Markus Gisdol auf der Pressekonferenz vor dem Aufeinandertreffen die Parte nicht als '6-Punkte-Spiel', schmälerte deren Bedeutung aber auch nicht. "Für uns ist jedes Spiel unglaublich wichtig", so der Coach der Kölner. Was die Blau-Weißen erwartet, wenn die Gäste vom Rhein an der Spree aufschlagen, steht in der Gegnervorschau – präsentiert von TEDi.

Die sportliche Situation: Zur Saison 2019/20 stiegen die Rot-Weißen zum insgesamt sechsten Mal in die Beletage des deutschen Fußballs auf. Nach einem eher mäßigen Start in die Spielzeit mit nur zwei Siegen aus den ersten 14 Kräftemessen stabilisierten sich die Gisdol-Schützlinge zur Saisonhälfte und gewannen fünf der letzten sieben Aufeinandertreffen, einzig die Begegnungen mit Bayern München und Borussia Dortmund gingen verloren. Dadurch rangieren die Gäste mit 23 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Auch Lukas Klünter hat den Aufwärtstrend der Rheinländer registriert und will deren Niederlage gegen den FCB nicht zu hoch hängen. "Köln hat trotz der schnellen drei Gegentore gegen Bayern Moral bewiesen. Man darf die Mannschaft nicht abschreiben, sie haben viel Qualität. Wir dürfen nicht schludrig ins Spiel gehen", analysierte der Rechtsverteidiger unter der Woche.

Die Kölner im Fokus: Aufpassen müssen die Herthaner auf Angreifer Jhon Cordoba. Der Kolumbianer zeichnete sich für sieben Treffer verantwortlich und erzielte somit ein Viertel aller Kölner Tore. Allerdings traf der 26-Jährige bisher nur im heimischen Stadion, auf fremdem Rasen blieb er erfolglos. Auch Jonas Hector, der im Laufe der Spielzeit von der Linksverteidigerposition auf die 'Sechs' gerückt ist, stellt einen wichtigen Baustein im System von Trainer Markus Gisdol dar. Der deutsche Nationalspieler ist mit fünf Torbeteiligungen zudem zweitbester Scorer hinter Cordoba. Zwei Ausfälle hat der Übungsleiter der Gäste allerdings zu beklagen: Sebastiaan Bornauw, mit vier Treffern auf Platz 2 der internen Torschützenliste der Kölner und außerdem der Feldspieler mit der meisten Einsatzzeit beim 'Effzeh', ist gegen den Hauptstadtclub gelbgesperrt. Auch Noah Katterbach kann aufgrund einer Sprunggelenksverletzung nicht mitwirken. Inwiefern das Fehlen der Stammspieler Auswirkungen auf Aufstellung und System hat, gab Gisdol noch nicht preis. "Wir müssen zwei Mal umstellen, es gibt mehrere Gedanken. Ich will mir noch Zeit nehmen, um Hertha zu analysieren. Ich weiß noch nicht, ob ich Toni Leistner oder Jorge Mere spielen lasse – oder vielleicht sogar beide", so der 50-Jährige im Vorfeld der Partie.

Gesagt...

"Das Spiel in Köln war vielleicht noch etwas spezieller. Aber ich freue mich und werde im Anschluss bestimmt das ein oder andere Gespräch führen."

Lukas Klünter

Die Schnittstellen: Für Lukas Klünter sind Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Köln immer etwas Besonderes. Der gebürtige Euskirchener spielte in der Jugend für die Domstädter und feierte am 03.04.2016 sein Bundesliga-Debüt im Dress der Rheinländer. "Das Spiel in Köln war vielleicht noch etwas spezieller, als es diese Partie sein wird. Aber ich freue mich und werde im Anschluss bestimmt das ein oder andere Gespräch führen", gab die Nummer 13 der Blau-Weißen Einblicke in ihre Gefühlswelt. Außerdem kennen sich Innenverteidiger Niklas Stark und der Kölner Spielführer Jonas Hector aus dem Nationalteam, Hertha-Coach Alexander Nouri trainierte darüber hinaus Florian Kainz während der gemeinsamen Zeit beim SV Werder Bremen.

Das Hinrundenduell: Das Aufeinandertreffen am 6. Spieltag dieser Saison ging eindeutig an die Hauptstädter. Mit einem 4:0-Sieg und drei Punkten im Gepäck traten die Blau-Weißen die Rückreise aus dem Westen an. Für den deutlichen Auswärtserfolg sorgten die Treffer von Javairo Dilrosun und Dedryck Boyata, außerdem traf Vedad Ibisevic als Joker doppelt. "Natürlich ist es nicht alltäglich, dass man direkt nach einer Einwechslung trifft. Ich bin aber immer heiß darauf, Tore zu schießen. Trotzdem werden wir weiterarbeiten müssen. Es ist noch nicht alles perfekt, obwohl es gegen Köln ein verdienter Sieg war", zeigte sich der Routinier nach der Partie im vergangenen September zufrieden.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Köln-Trainer Gisdol rechnet beim Gastgeber nicht mit vielen Überraschungen, sondern erwartet vor allem taktisch ein ähnliches Auftreten wie in den letzten Partien. "Jürgen Klinsmann ist zwar nicht mehr da, aber der Rest des Trainerteams ist unverändert. Deswegen gehen wir davon aus, dass ihre Ausrichtung jetzt nicht völlig anders ist. Hertha versucht häufig, dem Gegner das Spiel zu überlassen, um dann in Kontersituationen zu kommen. Wir sollten aber auf keinen Fall in Passivität verfallen, sondern wir wollen aggressiv und zweikampforientiert spielen", schätzt Nouris Pendant die Spielanlage der Herthaner ein.

(ms/GettyImages)

Profis, 21.02.2020
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