Bild: dpa

Kiek ma, wer da kommt: Leipzig

Gegen RasenBallsport Leipzig möchte die Mannschaft von Cheftrainer Ante Covic am Samstag (09.11.19) den formstarken Sachen Paroli bieten. Die Gegnervorschau stellt das zuletzt so treffsichere Team vor.

Berlin – Für das Duell mit RasenBallsport Leipzig könnte den Herthanern die eigene U19 als Vorbild dienen. Ende Oktober siegte die A-Jugend des Hauptstadtclubs mit 2:1 über den Nachwuchs der Messestädter - und zeigte, wie man zu Hause gegen Leipzig gewinnt. Auch die Profis der 'Alten Dame' sind im Vorfeld der Begegnung mit den Sachsen optimistisch auch wenn die aktuelle Form der 'Roten Bullen' natürlich bis an die Spree durchgedrungen ist. "Keine Frage, die Leipziger haben eine starke Mannschaft. Sie haben im Moment einen guten Lauf, aber auch sie sind verwundbar", ist sich Marius Wolf sicher und weiß, wie er und seine Mitspieler in das Duell gehen müssen. "Wenn wir wieder so spielen wie in der zweiten Hälfte gegen Hoffenheim, werden wir in dieser Begegnung unsere Chancen bekommen." Den kommenden Gegner stellt herthabsc.de vor.

Die sportliche Situation: Nach der Verpflichtung von Trainer Julian Nagelsmann starteten die Leipziger stark in die laufende Saison. Aus den ersten sieben Ligaspielen holten die Sachsen 18 von 21 möglichen Punkten und eroberten zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung. Diese Serie riss erst Ende September, als der Aufsteiger von 2016 bei der 1:3-Heimniederlage gegen Schalke 04 den Kürzeren zog. Danach stotterter der Motor der Nagelsmann-Elf kurz, aus den darauffolgenden drei Bundesliga-Duellen holte sie nur zwei Zähler. Doch zuletzt drehten die 'Roten Bullen' wieder auf - und wie: Dem 6:1-Sieg im DFB-Pokal in Wolfsburg ließen sie in der Liga ein 8:0 gegen Mainz folgen! Nach dem souveränen 2:0-Erfolg in St. Petersburg in der Champions League unter der Woche winkt außerdem der Einzug ins Achtelfinale.

Die Leipziger im Fokus: Dass sich die Leipziger aktuell auf Rang 3 wiederfinden, haben sie vor allem ihrer Offensivabteilung zu verdanken. Mit 25 Treffern stellen die Angreifer um Nationalspieler Timo Werner die ligaweit beste Sturmreihe (mit Bayern München). Gerade der 23-Jährige befindet sich aktuell in guter Verfassung. In seinen bisherigen zehn Saisoneinsätzen traf Werner neun Mal und legte drei weitere Tore auf. Auch gegen den Haupstadtclub hat der Schwabe eine beachtenswerte Quote. In seinen zehn Begegnungen gegen Hertha BSC kommt der ehemalige Stuttgarter auf neun Scorerpunkte (6 Tore, 3 Assists). Doch auch die Defensive der Leipziger überzeugte im bisherigen Saisonverlauf. Die Verteidigung um Abwehrchef und Kapitän Willi Orban ließ erst zehn Gegentreffer zu. Das macht sie, zusammen mit Borussia Mönchengladbach, zur zweitstärksten Abwehrreihe der Liga. Einen großen Anteil an dieser Statistik hat auch Torhüter Peter Gulacsi, der bereits drei Mal zu Null spielte. Jedoch plagen Nagelsmann hinten leichte Personalsorgen: Der Einsatz von Orban (Kniereizung) ist äußerst fraglich, Ibrahima Konate und Marcel Halstenberg (beide Muskelverletzungen) fallen sicher aus, Marcelo Saracchi fehlte in den vergangenen Tagen wegen einer Grippe.

Gesagt...

"Auffällig ist, dass die Mannschaft oft in der Halbzeit die Grundordnung anpasst und dann einen besseren Zugriff hat."

Julian Nagelsmann

Die Schnittstellen: Ein Berührungspunkt der beiden Vereine ist Leipzigs Timo Werner. Er und Hertha-Kapitän Vedad Ibišević liefen von 2013 bis 2015 gemeinsam für den VfB Stuttgart auf. Außerdem gewann Werner an der Seite von Marvin Plattenhardt 2017 den Confederations-Cup mit Deutschland. Der einzige aktive Spieler, der bereits für beide Clubs spielte, ist Davie Selke. Der 24-Jährige wechselte im Sommer 2015 von Werder Bremen nach Sachsen und erzielte für Leipzig in 53 Einsätzen 14 Tore und bereitete vier Treffer vor. 2016 feierte er mit den Messestädtern den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach zwei Spielzeiten brach der Schorndorfer seine Zelte in Sachsen ab und zog weiter in die Hauptstadt.

Die besonderen Duelle: Apropos Davie Selke. Der ehemalige Juniorennationalspieler war maßgeblich am bislang einzigen Sieg der Berliner gegen die 'Roten Bullen' beteiligt. Kurz vor Weihnachten 2017 entführte die 'Alte Dame' beim 3:2-Erfolg alle drei Punkte aus Sachsen - auch dank des Doppelpacks des damaligen Neuzugangs. Dabei mussten die Herthaner nach einem frühen Platzverweis für Jordan Torunarigha über 80 Minuten in Unterzahl agieren. "Wir wollten mindestens einen Punkt mitnehmen. Dass wir als Kollektiv am Ende in Unterzahl drei erobert haben, das sagt alles über den Charakter des Teams", sagte Selke nach der Begegnung.  

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Leipzigs Cheftrainer Julian Nagelsmann sieht in den Berlinern keine leicht Aufgabe: "Hertha hat einen guten und breiten Kader, der viel Potential besitzt. Die Vergangenheit zählt für das Spiel am Samstag nicht. Auffällig ist, dass die Mannschaft oft in der Halbzeit die Grundordnung anpasst und dann einen besseren Zugriff hat. So können wir uns nicht auf eine Grundordnung einstellen." Sein Co-Trainer Robert Klauß will das Stadtderby aus der Vorwoche nicht als Maßstab nehmen: "Gerade nach der Derby-Niederlage gegen Union werden wir bei Hertha eine ganz andere Mannschaft sehen, sie werden ein anderes Gesicht zeigen. Wir brauchen eine Leistung, wie wir sie in den vergangengen drei Spielen gezeigt haben, um dort etwas mitzunehmen".

(ff/dpa)

Profis, 08.11.2019
Newsletter
Social
Werbung