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Kiek ma, wo dit hinjeht: Mönchengladbach

Am Samstag (07.04.18) tritt Hertha BSC bei Borussia Mönchengladbach an. herthabsc.de stellt den Gegner am 29. Spieltag vor.

Berlin – "Die letzte Konsequenz und die letzte Zielstrebigkeit, das Tor machen zu wollen, fehlen uns." Nein, das ist kein Zitat von Pál Dárdai, auch wenn es genau das aktuelle Problem seines Teams betiteln mag. Es ist die Aussage von Dieter Hecking, Chefcoach der Borussia aus Mönchengladbach, bei der die Herthaner am Samstag (07.04.18) antreten. "Dann kommt noch ein Schnörkel. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison", bemängelt Hecking weiter. Mönchengladbach hat eine ähnliche Baustelle wie der Hauptstadtclub: die Tore. In der zweiten Hälfte der Spielzeit netzten die 'Fohlen' bisher nur neun Mal ein – Hertha unterbietet dies allerdings noch mit sechs Rückrundentreffern. Worauf sich die Dárdai-Elf am Niederrhein einstellen muss, hat herthabsc.de zusammengefasst.

Die sportliche Situation: Das Duell mit der 'Fohlenelf' ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Ähnlich wie die Berliner stecken die Gladbacher im Mittelfeld der Bundesliga fest, mit 37 Zählern haben sie aktuell einen Punkt mehr auf dem Konto als Hertha. Die Borussia überrascht ergebnistechnisch dennoch immer mal wieder: Zuletzt gab es ein 3:3-Unentschieden gegen Hoffenheim, dann kamen die Gladbacher gegen die Mainzer nicht über ein torloses Remis hinaus. Zufrieden sind sie damit allemal nicht, hatten sie sich doch mehr vorgenommen: "Für Europa war das zu wenig", sagte Dieter Hecking nach dem Abpfiff bei den 05ern. Möglich ist die Teilnahme am internationalen Wettbewerb trotzdem theoretisch noch. Fünf Punkte Rückstand hat Mönchengladbach momentan auf den siebten Tabellenplatz.

Die Schnittstellen: Da gibt es so einige. Zum einen ist da Raffael, der von 2008 bis 2012 an der Spree spielte. 140 Mal lief er in der 1. und 2. Bundesliga für die Blau-Weißen auf, schoss dabei 33 Tore. "Ich mag die Stadt sehr. Damals habe ich mich als Profifußballer gerade auch unter Lucien Favre in Berlin am meisten nach vorn entwickelt", sagt der 33-Jährige. Seit dem Sommer 2013 steht der Bruder von Ronny beim VfL unter Vertrag, absolvierte mittlerweile 137 Bundesliga-Partien für ihn und netzte dabei 54 Mal ein. Auch Ibrahima Traoré war mal Herthaner: zwischen 2007 und 2009 streifte er sich das Trikot mit der Fahne über. Sein Bundesliga-Debüt für die Borussia feierte Mathew Leckie in der Saison 2011/12. Nach einer Saison (und neun Bundesliga-Einsätzen) wechselte der Australier zum FSV Frankfurt. Sinan Kurt lernte vor seinem Wechsel zu Bayern München das Fußballspielen in den Jugendteams der Borussen.

GESAGT...

"Ich freue mich, wieder auf Hertha zu treffen. Ich bin zwar noch nicht bei 100 Prozent, aber ich fühle mich sehr gut."

Raffael

Die Mönchengladbacher im Fokus: 20 Feldspieler arbeiteten in dieser Woche auf dem Trainingsplatz in Mönchengladbach. Diese Zahl an fitten Akteuren wird am Niederrhein fast schon zelebriert, hat der VfL in dieser Spielzeit wahrlich kein Glück mit der Gesundheit. Acht 'Fohlen' fehlten der Borussia durchschnittlich – so langsam lichtet sich das Lazarett jedoch. Tony Jantschke, Denis Zakaria und Vincenzo Grifo kehrten nun zurück. Auch die beiden Ex-Herthaner Raffael und Traoré blieben von der Verletzungsmisere nicht verschont. Wegen eines Muskelfaserrisses fehlte Traoré fünf Monate lang, arbeitet mittlerweile aber wieder mit der Mannschaft. Raffael pausierte wegen einer Muskelverhärtung, konnte in den vergangenen beiden Spielen aber schon wieder Einsatzminuten sammeln. "Ich freue mich, wieder auf Hertha zu treffen. Ich bin zwar noch nicht bei 100 Prozent und in meiner besten Verfassung, aber ich fühle mich sehr gut und denke schon, dass es auch für 90 Minuten reichen würde", so der Brasilianer.

Das Hinrundenduell: Sage und schreibe sechs Tore fielen in der ersten Begegnung der beiden Teams in der aktuellen Saison – so viele durften die Zuschauer im Olympiastadion noch in keiner anderen Partie bestaunen. Leider gab es für den blau-weißen Anhang dennoch nicht allzu viel zu jubeln, denn die Herthaner verloren mit 2:4. Innerhalb der ersten zwanzig Minuten verspielten die Berliner die Punkte: Stindl (5.), Hazard per Handelfmeter (12.) und Raffael mit einem Sonntagsschuss bestraften die Blau-Weißen für ihre Unaufmerksamkeiten. "Die drei Tore haben uns schockiert", sagte Dárdai damals. Da half es auch nichts, dass Hertha besser wurde und durch Tore von Vedad Ibisevic und Mitchell Weiser noch einmal herankam – Raffael zerstörte mit seinem zweiten Treffer die aufkeimenden Berliner Hoffnungen.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: "Die Herthaner haben ihren Spielstil ein bisschen verändert. Sie sind sehr diszipliniert und bekommen sehr wenige Gegentore, wenngleich sie auch nicht viele Tore schießen im Moment", sagt Dieter Hecking über die Dárdai-Elf. "Gegen den Ball arbeiten sie sehr diszipliniert, stehen oft tief und sind sehr unangenehm dort. Außerdem kommen sie über eine gute Kompaktheit. Am Samstag wird es wichtig sein, dafür Lösungen zu finden."

(lb/City-Press)

Profis, 30.11.2020
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