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Kiek ma, wo dit hinjeht: Mainz

Am Samstag (06.10.18, 15.30 Uhr) gastieren die Blau-Weißen beim 1. FSV Mainz 05. Die Gegnervorschau.

Berlin – Zwei Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen, dazu ein Torverhältnis von 4:4: Der 1. FSV Mainz 05 weist nach sechs Bundesliga-Spieltagen eine völlig ausgeglichene Bilanz auf. Während die Rheinhessen zu Hause noch ungeschlagen sind, warten sie in der Fremde noch auf den ersten Sieg. Dennoch scheint es, als wenn die Mainzer, die in der Vorsaison erst am 33. Spieltag die Klasse sicherten, in der laufenden Runde einen Schritt nach vorne gemacht hätten. "Wenn uns die Gegner genauso wie Außenstehende loben für unsere Spielart, dann ist das schon eine Anerkennung für das, was wir hier gerade an Entwicklung durchmachen", ordnet Sandro Schwarz die aktuelle Situation ein. Lediglich die Konstanz fehlt dem Coach im Spiel seiner Mannschaft noch ein wenig. "Wir dürfen nicht die Geduld verlieren mit den Spielern. Wir haben viel Potenzial, auch im Offensivbereich, aber wir brauchen auch Vertrauen in die Jungs", so der 39-Jährige, der im zweiten Jahr in der Verantwortung steht. Worauf sich die Berliner am Samstag (06.10.18, 15:30 Uhr) einstellen müssen, hat herthabsc.de zusammengefasst.

Die sportliche Situation: Die 'Nullfünfer' erwischten ebenso wie die Blau-Weißen einen guten Start in die Saison, gewannen ihr Pokalspiel gegen Erzgebirge Aue (3:1) und sammelten an den ersten drei Spieltagen sieben Zähler. In den folgenden drei Begegnungen setzte es allerdings Niederlagen bei Bayer 04 Leverkusen (0:1) und beim FC Schalke 04 (0:1). Dazwischen lag ein torloses Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg. Macht nach sechs Runden Tabellenplatz 9. Die gute Bilanz vor eigenem Publikum wollen die Mainzer gegen Hertha BSC ausbauen. "Wir freuen uns auf das Heimspiel und wollen eine sehr gute Leistung abrufen. Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, was wir drauf haben", zeigt sich Schwarz motiviert.

Gesagt...

"Das Alter ist keine Ausrede für die Leistung auf dem Platz. Junge Spieler wollen sich immer beweisen und zeigen, was sie können."

Torwart Florian Müller

Die Schnittstellen: In den aktuellen Kadern beider Mannschaften gibt es keinen Spieler, der schon einmal für den Gegner spielte. Etwaige Verbindungen bleiben auch im Trainerstab aus. Dafür kennen sich etwa Vedad Ibisevic und Alexandru Maxim noch aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart. Karim Rekik und Jean-Paul Boëtius spielten zusammen in der Jugend von Feyenoord Rotterdam. Valentino Lazaro und Karim Onisiwo liefen indes im November 2016 einmal zusammen für die österreichische A-Nationalmannschaft auf.

Die Mainzer im Fokus: Die Rheinhessen zeichnen sich in dieser Saison vor allem durch zwei Dinge aus: durch eine starke Defensive, mit vier Gegentoren bisher die beste der Liga, und durch einen jungen Kader. Beim Heimspiel gegen den FC Augsburg schickte Trainer Schwarz mit einem Durchschnittsalter von 23,2 Jahren die jüngste Mainzer Bundesliga-Elf aller Zeiten auf das Feld. Ein Spieler, der beide Aspekte vereint, ist Schlussmann Florian Müller. Der 20-Jährige wurde erst im vergangenen Jahr aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen und ist bereits in dieser Saison - auch wegen der Verletzung von René Adler - zur Stammkraft aufgestiegen. Der Torhüter verpasste bis dato keine Pflichtspielminute und hielt seinen Kasten ebenso wie Rune Jarstein in zwei Partien sauber – kein Schlussmann der Liga übertrifft diesen Wert. Von allen Keepern, die 2018/19 mindestens die Hälfte aller Spiele bestritten, hat Müller zudem ligaweit die beste Quote abgewehrter Bälle (82.6%). "Das Alter ist keine Ausrede für die Leistung auf dem Platz. Junge Spieler wollen sich immer beweisen und zeigen, was sie können", sagt Müller selbst.

Die bisherigen Duelle: Die vergangenen Vergleiche mit den Rheinhessen verliefen für die 'Alte Dame' nicht unbedingt erfolgreich, gingen die Mainzer zuletzt doch dreimal in Folge als Sieger vom Feld. Dabei blieb die Mannschaft von Pál Dárdai zudem stets ohne eigenen Treffer. Dennoch hat speziell der Ungar schon gute Erfahrungen mit den Gastgebern gemacht: Am 7. Februar 2015 saß er in der Mainzer Arena erstmals als Cheftrainer der Lizenzmannschaft auf der Bank. Dank der Treffer von Jens Hegeler und Roy Beerens glückte das Debüt mit einem 2:0-Sieg. Es ist zugleich der bis dato letzte Berliner Erfolg in Mainz. Wenn es nach Dárdai geht, gilt dies nach Samstagabend nicht mehr: "Mainz ist eine sehr kompakte, sehr robuste Mannschaft. Aber wir wollen die Punkte nach Hause holen."

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Der starke Saisonstart der Blau-Weißen hat bei den Mainzern nicht zuletzt wegen des jüngsten Sieges gegen Bayern München Eindruck hinterlassen. "Hertha BSC steht völlig zu Recht da oben. Wir brauchen eine Top-Performance und viel Mut nach vorne", meint FSV-Coach Schwarz, der sich aber dennoch zuversichtlich gibt: "Wir trauen uns zu, die Angriffe am Wochenende besser zu Ende zu spielen und uns mehr Großchancen zu erarbeiten." Auch Sportdirektor Rouven Schröder erwartet eine schwere Aufgabe: "Hertha BSC kommt mit viel Selbstvertrauen. Wir freuen uns aber darauf, uns am Samstag mit ihnen messen zu können!"

(js/dpa)

Profis, 05.11.2018
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