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Kiek ma, wo dit hinjeht: Wolfsburg

Zweiter gegen Dritter: Die Top-Paarung des Spieltags steigt am Samstag (15.09.18, 15:30 Uhr) zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC. Die Gegnervorschau.

Berlin - Hinter dem VfL Wolfsburg liegen zwei äußerst nervenaufreibende Spielzeiten: Schließlich retteten sich die Niedersachsen 2017 und 2018 erst in der Relegation. Dass die 'Wölfe' nun also in ihre 22. Bundesliga-Saison gestartet sind, war also gar nicht so selbstverständlich. Dabei gehörten die Niedersachsen seit ihrem Aufstieg vor 21 Jahren - damals gemeinsam mit Hertha BSC - dauerhaft zur Belegschaft im deutschen Fußball-Oberhaus. Duelle beider Vereine standen trotz der zwei Berliner Abstiege stets auf der Tagesordnung. Eine Konstellation wie die aktuelle ergab sich jedoch noch nicht allzu häufig: Immerhin empfängt am Samstag (15.09.18, 15:30 Uhr) der Zweite den Dritten. "Für die Wolfsburger ist die aktuelle Platzierung natürlich ein positives Zeichen, dass sie nach ihrer schweren Phase vieles richtig gemacht haben. Das gibt ihnen mit Sicherheit eine Menge weiterer Motivation", erklärte Innenverteidiger Niklas Stark. Worauf sich die Berliner am 3. Spieltag einstellen müssen, hat herthabsc.de zusammengefasst.

Die sportliche Situation: Mit dem FC Schalke 04 (2:1) und Bayer Leverkusen (3:1) schlug der VfL zum Auftakt zwei Europapokal-Teilnehmer. In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gelang zudem ein 1:0-Erfolg beim SV Elversberg. Der Start in die neue Spielzeit verlief also nach Maß - und das trotz oder gerade wegen des (doppelten) Fast-Abstiegs. "Wir haben aus der Relegation viel Kraft gezogen, außerdem hat die Mannschaft sehr hart und intensiv in der Vorbereitung gearbeitet" so Bruno Labbadia. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Februar hat der Trainer einiges bewirkt in der 'Autostadt' - saisonübergreifend gewannen die Niedersachsen nun schon sechs Pflichtspiele am Stück. Auch der seit Sommer tätige Manager Jörg Schmadtke hauchte dem Club frisches Leben ein.

Gesagt...

"Es kommt mit Hertha eine Mannschaft, die es beherrscht, defensiv gut zu stehen. "

Bruno Labbadia

Die Schnittstellen: Nach zehn Jahren beim Hauptstadtclub wechselte John Anthony Brooks 2017 nach Wolfsburg. "Ich war immer hochzufrieden mit ihm, deshalb habe ich ihn eigentlich immer spielen lassen", sagte Pál Dárdai. In seiner ersten Saison beim VfL lief der 25-Jährige verletzungsbedingt nur in zwölf Pflichtspielen auf. In die neue Spielzeit startete der US-amerikanische Nationalspieler dafür umso besser. Zum Auftaktsieg gegen Schalke steuerte der Innenverteidiger sogar einen Treffer bei. Mit Peter Pekarik und Alexander Esswein spielten außerdem auch schon zwei Blau-Weiße auf Seiten der 'Wölfe'. Der absolute Höhepunkt ihrer Zeit bei den Niedersachsen war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Spielzeit 2008/09.

Der Wolfsburger im Fokus: Als Bruno Labbadia in Wolfsburg anheuerte, musste er sich zunächst vielen Protesten der Fans stellen. Auch sportlich lief es anfangs alles andere als rund, nur eine der ersten zehn Begegnungen gewann der VfL unter dem Fußballlehrer.  Doch als es darauf ankam, waren die Niedersachsen zur Stelle: In der Relegation ließen sie gegen Holstein Kiel nichts anbrennen. Im Trainingslager quälte der Labbadia seine Mannschaft regelrecht, um eine weitere sorgereiche Saison zu vermeiden. "Er war unser Feindbild. Vielleicht hat er das ganz bewusst getan. Durch die harte Vorbereitung hat er erreicht, dass wir als Mannschaft enger zusammengerückt sind", sagte Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt.

Die bisherigen Duelle: Seit 1992 traten Hertha BSC und der VfL Wolfsburg nahezu ununterbrochen in der gleichen Spielklasse an - lediglich die beiden Berliner Zweitligasaisons 2010/11 sowie 2012/13 verhinderten direkte Duelle. Insgesamt standen sich die Berliner und die 'Wölfe' in den vergangenen 26 Jahren in 48 Punktspielen gegenüber - 20 dieser Begegnungen gewann die 'Alte Dame'. Die letzte Niederlage der Blau-Weißen liegt bereits drei Jahre zurück: In der vergangenen Saison endeten beide Duelle unentschieden. Die Rekordtorschützen der Paarung sind mit jeweils fünf Treffern Michael Preetz und Marcelinho - der Brasilianer war sogar auf beiden Seiten aktiv. "Ich glaube, es wird auch diesmal ein gutes Bundesliga-Spiel mit vielen Toren und am Ende hoffentlich eins mehr für uns", erklärte Dárdai schmunzelnd.

Die Meinung über den Hauptstadtclub:
Die Abwehrstärke der Berliner, die als einziger Bundesligist noch ohne Gegentreffer sind, blieb selbstverständlich auch den Wolfsburgern nicht verborgen. "Es kommt mit Hertha eine Mannschaft, die es beherrscht, defensiv gut zu stehen. Das liegt vor allem daran, dass sie insgesamt eingespielt und top organisiert sind", sagt Bruno Labbadia. Der Wolfsburger Übungsleiter erwartet demnach eine echte Herausforderung. "Schließlich werden beide Teams mit einer Menge Selbstvertrauen antreten, so dass es ein spannendes Spiel werden kann", so der 52-Jährige.

(es/dpa)

Profis, 13.09.2018
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